O Heiland reiß die Himmel auf

Bild/ wikimedia: gemeinfrei

 

O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
o Heiland, aus der Erden spring. …

Der seit 1622 publizierte Text wird dem Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635) zugeschrieben.

Springe in das Herz Gottes

Auf denn, edle Seele, zieht die Springschuhe deiner Vernunft und Liebe an und überspringe deine allzu hohe Einschätzung deiner geistigen Kräfte, überspringe deinen Verstand und springe in das Herz des verborgenen Gottes, in dem du vor allen Geschöpfen verborgen bist.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Ich tanze, Herr

Ich tanze, Herr, wenn Du mich führst.
Soll ich sehr springen, musst Du anfangen zu singen.
Dann springe ich in die Minne,
von der Minne in die Erkenntnis,
von der Erkenntnis in den Genuss
über alle menschlichen Sinne.
Dort will ich verharren
und doch höher kreisen.

Mechthild von Magdeburg (1207- 1282) in: Fließendes Licht der Gottheit I, 44