O sacrum convivium – Oh heiliges Gastmahl

Bei Wikipedia heißt es u.a.: Vor der Zeit von Pietismus und Aufklärung war es, ähnlich wie andere mittelalterliche Texte (zum Beispiel Membra Jesu Nostri oder Anima Christi), auch im Luthertum weit verbreitet und wurde vom Chor während der Austeilung des Abendmahls als musica sub communione oder als Motette am Gründonnerstag gesungen.

Mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/O_sacrum_convivium

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Sich selbst vergessen

Wahrlich groß ist die Kraft des Gedächtnisses, gewaltig, mein Gott, der weite, grenzenlose Innenraum. Wer ist ihm je auf den Grund gedrungen?
Da gehen die Leute hin und bestaunen die Gipfel der Berge, die gewaltigen Meereswellen, die breiten Flußläufe, den Umfang des Ozeans und die Bahnen der Sterne, aber vergessen dabei sich selbst.

Augustinus von Hippo (354 – 430)

Mystisches Gebet

Was das eigentlich mystische Gebet angeht, das heißt den Zustand der mit dem Göttlichen vereinten menschlichen Seele, wo nicht einmal mehr die Atmung ihr eigen ist, sondern wo sie allein in und durch den Hauch des göttlichen Atems atmet, so ist es das tiefe Schweigen aller Fähigkeiten der Seele – des Verstandes, der Vorstellungskraft, des Gedächtnisses und des Willens -, das zum Beispiel Johannes vom Kreuz in seinen Werken beschreibt und erklärt. Es ist die Vollendung der Liebe zwischen der Seele und Gott.

Valentin Tomberg (1900 – 1973)

Das Mittel: Schweigen

Alle Werke, die die Seele wirkt, wirkt sie mit den Kräften. Alles, was sie versteht, versteht sie mit der Vernunft. Wenn sie denkt, tut sie es mit dem Gedächtnis. Wenn sie begehrt, tut sie es mit dem Willen, und dergestalt wirkt sie mit den Kräften und nicht mit dem Wesen. All ihr Wirken nach aussen haftet immer an einem Mittel. Die Kraft des Sehens bewirkt sie nur durch die Augen, anders kann sie kein Sehen bewirken oder zu stande bringen. Und ebenso ist es mit allen andern Sinnen. All ihr Wirken nach aussen bewirkt sie durch ein Mittel. Aber in dem Wesen ist kein Werk, daher hat die Seele im Wesen kein Werk als die Kräfte, mit denen sie wirkt, die fliessen aus dem Grunde des Wesens, oder vielmehr: in diesem Grunde ist das Mittel Schweigen, hier ist allein Ruhe und eine Wohnung für diese Geburt und für dieses Werk, dass Gott der Vater allda sein Wort spreche, denn dieses ist von Natur nur dem göttlichen Wesen ohne irgend ein Mittel zugänglich. Gott geht hier in die Seele mit seinem Ganzen, nicht mit seinem Teil. Gott geht hier in den Grund der Seele hinein. Niemand rührt an den Grund der Seele als Gott allein. Die Kreatur kann nicht in den Grund der Seele, sie muss in den Kräften aussen bleiben. Da mag sie ihr Bild betrachten, mit Hilfe dessen sie eingezogen ist und Herberge empfangen hat. Denn jedesmal, wenn die Kräfte der Seele mit der Kreatur in Berührung kommen, nehmen und schöpfen sie Bilder und Gleichnisse von der Kreatur und ziehen sie in sich. Auf diese Weise entsteht ihre Kenntnis von der Kreatur. Die Kreatur kann nicht näher in die Seele kommen, und die Seele nähert sich jeder Kreatur nur dadurch, dass sie zunächst willig in sich ein Bild empfängt. Und von dem gegenwärtigen Bild aus nähert sie sich den Kreaturen, denn das Bild ist ein Ding, das die Seele mit den Kräften schöpft. Mag es ein Stein, ein Pferd, ein Mensch oder was immer sonst sein, das sie kennen lernen will, immer nimmt sie das Bild hervor, das sie von ihnen abgezogen hat, und auf diese Weise kann sie sich mit ihnen vereinigen. Aber immer wenn ein Mensch auf diese Weise ein Bild empfängt, muss es notwendigerweise von aussen durch die Sinne hereinkommen. Darum ist der Seele kein Ding so unbekannt, wie sie sich selbst.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

P.S. Dies ist der 500. Post von „mystikaktuell.wordpress.com“.