Den Kern haben wollen

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Die Schale muß zerbrechen, und das, was darin ist, muß herauskommen; denn, willst du den Kern haben, so mußt du die Schale zerbrechen. Und demnach: Willst du die Natur unverhüllt finden, so müssen die Gleichnisse alle zerbrechen, und je weiter man eindringt, umso näher ist man dem Sein. Wenn die Seele das Eine findet, in dem alles eins ist, da verharrt sie in diesem Einen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt 24: Haec dicit dominus: honora patre tuum etc. (Ex. 20,12)

Die Mauer des Paradieses in dem Du wohnst

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Ich habe den Ort gefunden,
in dem man Dich unverhüllt
zu finden vermag.
Er ist umgeben
von dem Zusammenfall der Gegensätze.
Dies ist die Mauer des Paradieses,
in dem Du wohnst.
Sein Tor bewacht höchster Verstandesgeist.
Überwindet man ihn nicht,
so öffnet sich nicht der Eingang.
Jenseits der Mauer
des Zusammenfalls der Gegensätze
vermag man Dich zu sehen;
diesseits aber nicht.

Nikolaus von Kues (1401 – 1464)

Große Vollkommenheit

Pyar Rauch in einem Beitrag im „Wegweiser-Magazin“ unter der Überschrift „Umwelt-Bewusstsein“. Mehr hier: https://wegweiser-magazin.de/wp-content/uploads/2019/07/WW-04-2019.pdf

Die Suche gilt Ihm

Die Wünsche dieser Welt, alle Zuneigung und Zärtlichkeit, die wir für Menschen und Dinge hegen, für Mutter, Vater, Geschwister, Freunde, Himmel, Gärten, Paläste, Speisen, Künste und Wissenschaften, sind in Wirklichkeit Schleier. Hinter allem steht in Wahrheit die Sehnsucht nach Gott. Wenn die Menschen aus dieser Welt scheiden und den Geliebten unverhüllt vor sich sehen, erkennen sie, dass alle Suche allein Ihm galt.

Dschalal ad-din Rumi (1207 – 1273)