Der Verrat an den Frauen durch Kirchen und Theologien

Cover des Buches von Christel Beilmann

Christel Beilmann: Eva, Maria, Erdenfrau.
Der Verrat an den Frauen durch Kirchen und Theologien.
280 Seiten, Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 1999

Auf dem Umschlag heißt es:

Dies ist ein Buch für Frauen und Männer, gleich welcher Konfession. Es wird manchen Fundamentalisten nicht schmecken, denn es ist eine Geschichte des Betrugs, der mit der Aufzeichnung des Alten Testaments begonnen hat und bis in die Gegenwart reicht.

Christel Beilmanns Buch zeigt den Weg zu Formen der Befreiung von Fremdbestimmung und mythischen Frauenbildern, die immer nur von Männern gemacht wurden.

 

Mehr zu Christel Beilmann (1921 – 2005) im Archiv der Friedrich-Ebert-Stifung:

„1933 – 1945 katholische Jugendarbeit in Bochum; 1946 – 1951 erste Diözesanführerin der katholischen Frauenjugend im Erzbistum Paderborn; Mitherausgeberin und Redakteurin der „Werkhefte für Probleme der Gesellschaft und des Katholizismus“; Mitbegründerin des „Bundes der katholischen Jugend“ (1947). In der Friedensbewegung engagiert; Auseinandersetzung mit der Rolle der Frauen in Kirche und Theologie. Autobiographische Veröffentlichung (Eine katholische Jugend in Gottes und dem Dritten Reich. Briefe, Berichte, Gedrucktes 1930-1945„. Kommentare 1988/89, Wuppertal 1989).

Enthält: Unterlagen u.a. zu „Bensberger Kreis“, „Hochschulinitiative demokratischer Sozialismus“, Ostermarschbewegung, Kommission „SPD und Kirchen“ beim SPD-Landesvorstand Nordrhein-Westfalen (1977 – 1988), „Internationales Kulturzentrum Aschberg“ (1973 – 1977).“

http://library.fes.de/fulltext/adsd/01412b.htm#E11E14

Mein sind die Jahre nicht…

Mein sind die Jahre nicht,
Die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen;

Der Augenblick ist mein,
Und nehm ich den in acht
So ist der mein,
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius (1616 – 1664)

Erfahrung, dass alles heilig ist

Foto: © wak

Eine Fokussierung auf die Wahrheit der Mystik bedeutet somit keine Infragestellung von Religion, vielmehr ermöglicht sie eine Neubelebung religiöser Weltdeutung. Die Aufhebung der Grenzen zwischen Mensch und Gott, Kosmos und Transzendenz, muss keineswegs Säkularisierung bedeuten; Sie kann im Gegenteil zu der Erfahrung führen, dass alles heilig ist — eine Erfahrung, die glücklicherweise nicht legendären Gestalten wie etwa dem indischen Mystiker Ramakrishna vorbehalten ist, sondern heute von zahlreichen Menschen gemacht wird.

Joseph Campbell (1904 – 1987) in: Reflections on the Art of Living

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Wenn sich das Herz öffnet stellt sich die Lösung ein

Die läuternde Quellkraft der Stille

Foto: © wak

In der Eckhart-Legende „von dem guten Morgen“, die von der Begegnung Meister Eckharts mit dem armen Menschen berichtet, heißt es:
„Du magst wohl heilig sein, (doch) wer hat dich heilig gemacht, Bruder?“
Die Antwort lautet:
„Das tat mein Stillesitzen und meine hohen Gedanken und meine Vereinigung mit Gott.“
Das erste also, das hier genannt wird, ist das Stillesitzen!
Das Mittelalter wußte noch um die nie auszuschöpfende läuternde Quellkraft der Stille, die allein im Stillesitzen aufgeht.

Karlfried Graf Dürckheim (1896 – 1988) in: Der Alltag als Übung

Tu‘ andern nicht an, was du nicht willst, dass dir angetan werde

Foto: © wak

Tu‘ andern nicht an, was du nicht willst, dass dir angetan werde. Wir, die wir von unsern Kindern und von unserem Nächsten verlangen, dass sie uns ehren und das wenige Gute, das wir ihnen erwiesen, vergelten, — welche Ehrfurcht, welche Dankbarkeit schulden wir dann erst Gott, der uns alles gegeben hat, der uns zu dem gemacht hat, was wir sind, in dem wir leben, weben und sind. Lob und Preis ihm von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Tommaso Campanella (1568 – 1639) im „Sonnenstaat“ (1623)

Das ganze Haus der Welt ist für Dich gemacht

Siehst du nicht,
dass dieses ganze Haus der Welt
für dich gemacht ist?

Das Licht geht in dich ein
und vertreibt die Finsternis, die dich umgibt.
Für dein Wohl wurde die Nacht eingeführt,
für dich der Tag abgemessen.
Für dich wurde der Himmel mit den vielfältigen Strahlen
von Sonne, Mond und Sternen erhellt,
für dich die Erde mit Blumen, Baumpflanzungen und Früchten ausgemalt.
Für dich wurde in der Luft, auf dem Felde und im Wasser
lückenlos die wunderbare Menge der Lebewesen geschaffen,
damit keine traurige Einsamkeit
die Freude an der neugeschaffenen Welt zerstört.

Petrus Chrysologus (*um 380 – 451)