Lebendig im Herzen aller Dinge

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Das Gesetz, sagte Jesus, ist das „Wort“.
Man findet es nicht in den Schriften.
Es ist lebendig im Herzen aller Dinge.
Sucht es nicht anderweit,
fügt er hinzu,
sucht es in euch selbst.

Frederic Lionel (1908 – 1999)

Geteilte Welten in Christus transzendieren

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Wenn ich in mir das Denken und die Frömmigkeit der östlichen und westlichen Christenheit, der griechischen und lateinischen Väter, der Russen mit den spanischen Mystikern vereinige, kann ich in mir die Wiedervereinigung der getrennten Christen vorbereiten. Von dieser geheimen und unausgesprochenen Einheit in mir selbst kann schließlich eine sichtbare und manifeste Einheit aller Christen entstehen.  Wenn wir zusammenbringen wollen was geteilt ist, können wir dies nicht tun, indem wir eine Spaltung über die andere stülpen oder die eine Spaltung in die anderen. Wenn wir das aber tun, ist die Vereinigung nicht christlich. Sie ist politisch, und zu weiteren Konflikten verdammt. Wir müssen alle geteilten Welten in uns enthalten und sie in Christus transzendieren.

Thomas Merton (1915 – 1968) in „Conjectures of a Guilty Bystander“

Inwendigster Grund aller Wesen

Wenn heute Philosophen und Seher wie Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin und Jean Gebser – von einer Mutation des Menschheitsbewusstseins sprechen, von einem ähnlichen Bewusstseins-Sprung, wie er sich während der von Karl Jaspers so benannten Achsenzeit ereignete, so gibt Jacob Böhmes Werk diesem Sprung eine Richtung: es ist die Bewusstwerdung des „unsichtbaren Ursprungs“ – in Jacob Böhmes Worten „der inwendigste Grund aller Wesen“. Und es ist die geistige Selbstbegegnung des Menschen – als „das größeste Geheimnis, das Gott gewirket hat“.

Dieser und weitere Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme von Ronald Steckel sind hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Materialien zum Jakob-Böhme-Bund

Heft 6, Juni 2021

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Das Buch des Wesens aller Wesen

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Also habe ich nun geschrieben, nicht von Menschen-Lehre oder Wissenschaft aus Bücher-Lernen, sondern aus meinem eigenen Buche, das in mir eröffnet ward. Denn das Buch der edlen Bildnis – das Ebenbild Gottes – ward mir vergönnet zu lesen. Mein Buch hat nur drei Blätter. Das sind die drei Principia der Ewigkeit. Darinnen kann ich alles finden. Ich kann der Welt Grund und alle Heimlichkeit darinnen finden. Ich bedarf kein ander Buch dazu. Dann das Buch, da alle Heimlichkeit innen lieget, ist der Mensch selber: Er ist selber das Buch des Wesens aller Wesen, dieweilen er die Gleichnis der Gottheit ist; das grosse Arcanum lieget in ihme, allein das Offenbaren gehöret dem Geiste Gottes. Gott hat meine Seele in eine wunderliche Schule geführet, und ich kann mir in Wahrheit nichts zumessen, dass meine Ichheit etwas wäre oder verstünde. Denn das Werk meiner Arbeit ist nicht mein, ich habe es nur nach dem Maß, als mir es vom Herrn vergönnet wird. Ich bin nur sein Werkzeug, mit dem Er tut, was Er will.“

Jacob Böhme (1575 – 1624) in:, „Theosophische Sendbriefe“, Kap. 12 u. 20

Texte aus der Langen Nacht über Jacob Böhme von Ronald Steckel sind hier zu lesen:

MAGISCHE BLÄTTER BUCH VI

CII. Jahrgang SOMMER 2021

Thema: Die erste Ausstellung des Jakob-Böhme-Bundes

Heft 5, Mai 2021

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Meine Natur ist einzigartig

Ich bin das große aus sich selbst heraus entstandene natürliche Verweilen,
das von Anbeginn als der Ursprung aller Dinge bekannt ist.

Du, der du mit großem Eifer nach mir suchst und dich nach mir sehnst,
erschöpfst dich:
auch im Laufe vieler Zeitalter findest du mich nicht.

Meine Natur ist einzigartig unter allen Dingen,
nicht vergleichbar mit dem, was nicht ich ist,
oder was versucht, ich zu sein.

Aus dem Dzogchen

Anleitung zur Lektüre mystischer Schriften

 

… Aber von welchem Alter der Mensch auch sei, der seinen inneren Grund voll Ernst übt, mit schlichter, lauterer, göttlicher Gesinnung in geordneter, demütiger, anhaltender Furcht, so empfängt er unaussprechlichen, unbekannten Reichtum in göttlicher Vereinigung, wenn ihm der innere Grund zuweilen entsinkt in genießender Liebe und innerem Frieden, ruhend in Verlorenheit und Vergessenheit seines eigenen Selbst. Und für diese Art und aller äußeren Tugend Ordnung soll aller Reichtum der Vernunft, die ein Mensch besitzt, ein dienender Knecht sein. Die vertraute Gemeinschaft mit Gott soll der Vernunft unbekannt bleiben. Dazu sagte Dionysius: „Lasst alles sinnenhafte und vernünftige Tun, und erhebt euch ohne (die) Erkenntnis (durch die Vernunft) zu der Einung mit Gott, die da über alle Vernunft ist.“ Wer sich so in Ordnung innerlich übte, dem wird oft das innere Gezelt ohne Hilfe der Erkenntnis gezeigt, in dem die göttliche Einheit wohnt und ruht, genießend und göttlich schauend. Solchem Erlebnis ist bei keinem Menschen vor seinem fünfzigsten Lebensjahre zu trauen.

Johannes Tauler (um 1300 – 1361), Predigt 84, Freiburg/Br. 1961, S. 626

 

Wir huldigen dem Atem des Lebens

 

Wir huldigen dem Atem des Lebens,
denn dieses ganze Universum gehorcht ihm.
Er ist der Herr aller Dinge geworden,
alles hat in ihm seinen Ursprung.

Wir huldigen Dir, Atem des Lebens:
Wir huldigen deinem Tosen:
Wir huldigen Dir, Donner, und Dir, Blitz;
Wir huldigen Dir, o Atem des Lebens,
wenn Du Regen herabgießt.
Wenn donnernd der Atem des Lebens
auf die Pflanzen nieder braust,
empfangen sie Leben;
ein neuer Lebenskeim reift in ihnen.
Zahlreich werden sie geboren.

Als der Atem des Lebens Wasser spendete,
erhoben die Pflanzen ihre Stimme:
„Du hast unser Leben verlängert;
Duft hast Du uns gegeben.“

Wir huldigen Dir beim Einatmen.
Wir huldigen Dir, Lebensatem, beim Ausatmen:
Wir huldigen Dir, wenn Du Dich abwendest;
Wir huldigen Dir, wenn Du Dich uns wieder zukehrst!
Dir gebührt in allem, ja in allem, Huldigung.

Der Atem des Lebens nimmt die Kreaturen als sein Gewand;
Er nimmt sie wie ein Vater seinen geliebten Sohn.
Der Atem des Lebens ist der Weltenherr,
der Herr aller, die atmen,
der Herr von allem, was ohne Atem ist.

O Atem des Lebens, wende Dich nicht ab von mir:
Ich selbst verschmelze mit Dir.
Wie ein Lebenskeim im Wasser:
So umgebe und binde ich Dich in mir, damit ich lebe!

Atharva-Veda XI, 4,1-3;8;10;26 (ca. 1.000 v.u.Z.)

Gefunden habe ich den Text im Blog von Reinhard Kirste: https://an-deutungen.blogspot.com/2016/06/?m=0

Torweg der Stille | Hörbuch mit Texten von Huang Bo

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Der Eine Geist ist die reine Quelle,
die allen Menschen innewohnt.

Unsere ursprüngliche Natur ist in Wahrheit
ohne die geringste Gegenständlichkeit.
Sie ist leer, allgegenwärtig, schweigsam, rein.
Sie ist herrlich und geheimnisvoll friedliche Freude,
nichts anderes.

Dieser reine Geist, die Quelle von allem,
scheint für immer und auf alle
mit dem Glanz seiner eigenen Vollendung.
Volles Verständnis kann nur
durch ein unausdrückbares Geheimnis kommen.

Der Zugang zu ihm heißt der Torweg der Stille
jenseits aller Tätigkeit.

Huangbo Xiyun / Huang Po / Huang Bo († 850)

 

Ronald Steckel hat aus den überlieferten Reden des Huang Bo den Text für ein Hörbuch destilliert. Die Sprecher sind Max Hopp, Martin Engler u. v. a.

Hörbuch  20:17 Min. ~ 10 €

Bestellmöglichkeit hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Keine Dunkelheit wird mehr sein

Hermes Trismegistos in einem Bodenmosaik | wikimedia gemeinfrei

 

Die Wahrheit, Gewißheit, das Wahrste, ohne Unwahrheit. Das Obere ist wie das Untere. Das Untere ist wie das Obere. Zu erlangen ist: das Wunder der Einheit. Alles ist geformt von der Betrachtung der Einheit, und alles kommt – durch Angleichung – aus der Einheit. Ihre Eltern sind Sonne und Mond, der Wind hat sie geboren, die Erde sie genährt. Jedes Wunder ist von ihr, und ihre Macht ist vollkommen. Wirf sie auf die Erde, und Erde wird von Feuer sich trennen. Das Ungreifbare getrennt vom Greifbaren. Durch Weisheit erhebt sie sich langsam von der Erde in den Himmel. Dann steigt sie zur Erde nieder, verbindend das Obere und das Untere. So werdet ihr die Erleuchtung der ganzen Welt haben, und keine Dunkelheit wird mehr sein. Dies ist die Macht aller Stärke: das Ungreifbare fügt sich ihr, das Feste durchdringt sie. Auf diese Weise wurde die Welt erschaffen. Die Zukunft wird herrliche Entwicklungen bringen, und dies ist der Weg. Ich bin Hermes, der dreifältige Weise; ich wurde so genannt, weil ich die drei Elemente aller Weisheit bewahre. Und so endet die Offenbarung des Werkes der Sonne.

Die Lehren, die Hermes Trismegistos zugeschriebn werden, hat Idries Shah so übersetzt in: Die Sufis. Die Botschaft der Derwische, Weisheit der Magier. Ein Kompendium der Sufi-Geschichte und -Lehre

 

Allen Krankheiten und Leiden ein Ende setzen

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Als nun, Manjushri, dieser Meister des Heilens, dieser Tathagata im Lapislazuli-Glanz, Erleuchtung erreichte, war er aufgrund der Kraft seiner grundlegenden Gelübde fähig, alle Geschöpfe zu sehen und über sie zu wachen. Einige dieser Geschöpfe litten an Krankheiten, sie waren ausgezehrt, hatten hohes Fieber, Gelbsucht usw. Andere waren den verderblichen Giften von Dämonen ausgeliefert; noch andere würden ein kurzes Leben haben oder befanden sich an der Schwelle des vorzeitigen Todes. Als er dies sah, hatte er den Wunsch, all diesen Krankheiten und Leiden ein Ende zu setzen und den Wünschen der Geschöpfe zur Erfüllung zu verhelfen. Zu dieser Zeit ging der Erhabene in den Samadhi ein, „der die Leiden aller Wesen vertreibt“. Als er in diesem Samadhi weilte, ging ein strahlendes Licht von der Urna zwischen seinen Augenbrauen aus, und aus ihrer Mitte ertönte der Klang der großen Dharani:

Namo bhagavate bhaisajyaguru-vaidurya prabha-rajaya tathagataya arhate samyak-sambuddhaya tadyatha. Om bhaisajye bhaisajye bhaisajya-samudgate svaha.

Als der Klang dieser Dharani inmitten des strahlenden Lichts verklungen war, hörte man ein lautes Dröhnen, die Erde erbebte, und ein großer Lichtschein wurde sichtbar. Alle Wesen waren von ihren Leiden und Krankheiten frei und gelangten zu Frieden und Glück.

Der vollständige Text des Medizin-Buddha-Sutra findet sich hier: http://www.phathue.de/buddhismus/dharma/medizin-buddha-sutra/