Gelobt seist du mit allen deinen Geschöpfen

Foto: © wak

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Aus dem „Sonnengesang“ des  Franz von Assisi (* 1181 oder 1182 – 1226)

Der vollständige Text des Sonnengesangs ist hier nachzulesen:
https://www.franziskanerbrueder.de/de/spiritualitaet/sonnengesang/sonnengesang/

Weil Du in mir die Mitte bist

Foto: © wak

Ich finde Dich, wo ich, o Höchster, hin mich wende,
am Anfang find ich Dich und finde Dich am Ende.

Dem Anfang geb ich nach, in Dir verliert er sich,
dem Abschluss späh ich nach, aus Dir gebiert er sich.

Du bist der Anfang, der sich aus sich selbst vollendet,
das Ende, das zurück sich in den Anfang wendet.

Und in der Mitte bist Du selber das, was ist:
Und ich bin ich, weil Du in mir die Mitte bist.

Friedrich Rückert (1788- 1866)

In der Höhle des Herzens

Offenbar und doch verborgen
regt es sich in der Höhle des Herzens,
genannt „der höchste Ort“,
in Ihm hat alles seinen Bestand,
was sich bewegt und atmet und die Augen öffnet.

Erkenne Ihn als Sein und Nichsein,
als den Gegenstand der Sehnsucht:
Er, das höchte aller Wesen,
jenseits allem Erkennen.

Aus den Upanishaden

Alles schwingt

Zwischen den Polen des Bewussten und des Unbewussten hat der Geist eine Schaukel errichtet.
Daran hängen alle Wesen, alle Welten, und diese Schaukel hört nie zu schwingen auf. Dort sind Wesen ohne Zahl, dort sind Sonne und Mond in ihrem Lauf – Millionen von Zeitaltern gehen vorüber und die Schaukel hört nicht auf zu schwingen.
Alles schwingt: Himmel, Erde und das Wasser. Und auch der Höchste, indem er Form annimmt.

Kabir (1440-1518)

Mit den Augen der Weisheit

Der Fluss und seine Wellen sind ein Wogen. Wo ist der Unterschied zwischen dem Fluss und seinen Wellen? Wenn die Welle sich erhebt, ist sie doch Wasser. Und wenn sie wieder zurücksinkt, ist sie dasselbe Wasser. Sagt mir, ihr Leute, wo ist der Unterschied?
Weil wir von der Welle sprechen, sollten wir sie da nicht mehr für Wasser halten? Im Höchsten Brahman* werden die Welten aufgesagt so wie die Perlen einer einzigen Gebetskette. Betrachtet diese Kette also mit den Augen der Weisheit.

Kabir (1440-1518)

* Die Transzendenz, die absolute Wahrheit, die spirituelle Natur.

Mit den Augen der Weisheit betrachten

Der Fluss und seine Wellen sind ein Wogen. Wo ist der Unterschied zwischen dem Fluss und seinen Wellen?

Wenn die Welle sich erhebt, ist sie doch Wasser. Und wenn sie wieder zurücksinkt, ist sie dasselbe Wasser. Sagt mir, ihr Leute, wo ist der Unterschied?

Weil wir von der Welle sprechen, sollten wir sie da nicht mehr für Wasser halten? Im Höchsten Brahman* werden die Welten aufgesagt so wie die Perlen einer einzigen Gebetskette. Betrachtet diese Kette also mit den Augen der Weisheit.

Kabir (1440-1518)

* Die Transzendenz, die absolute Wahrheit, die spirituelle Natur.

Lob der Sonne

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Aus dem „Sonnengesang“ des Franz von Assisi

 

Den ganzen Text gibt es hier:

http://www.franziskaner.de/Sonnengesang.23.0.html

 

Gib Hoffnung völlig auf

Gib Hoffnung völlig auf: das ist der höchste Zustand.
Was gibt es zu hoffen?
Sprenge die Fesseln der Hoffnung,
stelle dich auf dein Selbst und sei zufrieden.
Bedaure nicht, was du tust.
Gibt alles auf für Gott, aber ohne Heuchelei.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Der höchste Zustand

Gib Hoffnung völlig auf: das ist der höchste Zustand.
Was gibt es zu hoffen?

Sprenge die Fesseln der Hoffnung,
stelle dich auf dein Selbst und sei zufrieden.

Bedaure nicht, was du tust.
Gib alles auf für Gott, aber ohne Heuchelei.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)