Des Philippus Theophrastus Paracelsus Bildnis und Gebeine

Paracelsus-Grabmal auf dem Salzburger Friedhof St. Sebastian / Foto: (c) wak
Inschrift des Paracelsus-Grabmals auf dem Salzburger Friedhof St. Sebastian / Foto: (c) wak

Des Philippus Theophrastus Paracelsus, der durch die Alchemie einen so großen Ruhm in der Welt erworben hat, Bildnis und Gebeine. Bis sie wieder mit ihrer Haut umgeben sein werden…

Hier liegt begraben Philippus Theophrastus, der berühmte Doktor der Medizin, welcher auch die schrecklichsten Wunden, Lepra, Podagra und Wassersucht und andere unheilbar scheinende Krankheiten durch seine wunderbare Kunst heilte. Und es brachte ihm auch Ehre ein, dass er sein Hab und Gut unter den Armen verteilen ließ. Im Jahre 1541, am 24. September, vertauschte er das Leben mit dem Tode.

Friede den Lebenden, ewige Ruhe den Toten.

Übersetzung der lateinischen Grabinschrift

Gedanken in die Wolke des Vergessens bringen

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Mühsam ist,
die Gedanken an die unzähligen Dinge,
die Gott geschaffen,
zu begraben,
sie unter die „Wolke des Vergessens“ zu bringen.

Das ist die mühsame Arbeit,
die wir zu leisten haben,
damit Gott in uns wirken kann.

Aus der „Wolke des Nichtwissens“ (14. Jahrhundert)

In den Himmel gezogen werden

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Selig ist die Seele, die sich hinüberschwingt, um alle Dinge in der blossen Gottheit zu empfangen. Die Seele soll begraben werden im Angesichte Gottes, sie soll in den Himmel gezogen werden, wo die drei Personen in der Einheit ihrer Natur darin wohnen. Das ist die verborgene Gottheit, über die man nicht sprechen kann. Selig sind, die die Überfahrt machen: denen werden alle Dinge, die doch allen Kreaturen unbekannt sind, in der Wahrheit bekannt.

Meister Eckhart (1260 – 1328) Von der Überfahrt zur Gottheit. In: Meister Eckharts mystische Schriften. Übertragen von Gustav Landauer, Berlin, 2. Auflage 1920, S. 120 (Mitarbeiter dieser zweiten Ausgabe war Martin Buber)