Tanz: Brücke zwischen Himmel und Erde

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Die Magie des heiligen oder sakralen Tanzes baut eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Wenn man sie sich in einem Flammenkreis vorstellt, versinnbildlicht sie das Dasein, das, wenn aufgehoben, im Leben mündet.
So führt zum Beispiel der Tanz der Derwische in kreisartiger Bewegung von der Peripherie zum Zentrum, also zum Wesen des spirituellen Daseins, in einem Wort: zur Brücke.
Der Tanz überträgt auf seine Weise die geheimnisvollen Werte der Religionen, weshalb man behauptete, er sei göttlichen Ursprungs. Er ist die Sprache des Unbewussten und drückt Werte aus die sich im tiefsten Grunde des Wesens verbergen.
Durch den Tanz offenbart sich die Poesie des Rhythmus, denn die Poesie ist eine Gabe des Lebens. Kriegerisch, kraftvoll, erotisch, mystisch versucht der Tanz auszudrücken, dass Energien auf allen Ebenen des Universums schwingen. Er übermittelt eine Boschaft, die erhebt, weil sie Botschaft der Harmonie ist.

Frédéric Lionel (1908 – 1999)

 

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Mit den Engeln emporschweben

Wenn ich gestorben bin,
werde ich
mit den Engeln emporschweben,
und wenn ich bei den Engeln sterbe,
was ich dann sein werde,
kannst du dir nicht vorstellen.

Dschelaluddin Rumi / Mevlana (1207-1273)

Die absolute Wahrheit erkennen

Wir brauchen das Vertrauen,
dass die Vergangenheit vorbei ist,
dass die Zukunft ganz anders ist,
als wir sie uns vorstellen,
aber dass die Gegenwart uns offen steht.

Wenn wir in der Gegenwart
nichts unternehmen,
verlieren wir sie.

Wir erleben alle tagtäglich,
Minute für Minute,
die absolute Wahrheit.
Aber wir erkennen sie nicht.
Wir sind ständig dabei, sie zu erleben.

Ayya Khema (1923 – 1997)

Der Urgrund ist Einer

Ich habe alle Religionsbräuche geübt: den Hinduismus, den Islam, das Christentum, und ich bin auch die Wege der verschiedenen Sekten des Hinduismus gegangen, und ich habe gefunden, dass es derselbe Gott ist, zu dem sie alle streben, wenn auch auf verschiedenen Wegen …
Ihr müsst diese verschiedenen Wege gehen und einmal jede Glaubensform wirklich durchproben. Ich sehe überall Menschen, die sich im Namen der Religion streiten: Hindus, Muslime, Brahmos, Vishnuiten usw. Sie bedenken aber nicht, dass Der, der Krishna genannt wird, ebenso auch Shiva heißt, und ebenso gut kann er Urkraft, Jesus oder Allah genannt werden und ebenso gut der eine Rama mit seinen tausend Namen. Ein Teich mit vielen Badetreppen. Auf einer schöpfen die Hindus das Wasser in Krügen und nennen es Jal; auf einer anderen schöpfen die Muslime das Wasser in ledernen Schläuchen und nennen es Pani; auf einer dritten die Christen und nennen es Wasser. Können wir uns denn vorstellen, dass dieses Wasser nicht Jal ist, sondern Pani oder Wasser? Das wäre doch lächerlich!
Der Urgrund ist Einer unter verschiedenen Namen, und ein jeder sucht nach demselben Urgrund; nur Klima, Naturanlage und Benennung schaffen die Unterschiede.

Ramakrishna (1836 – 1886)

In der Hülle des Selbst eingekerkert

Das Leben des Samens in der Frucht ist ein ganz anderes als das Leben des wachsenden Baumes. So muss auch unser Leben, das an allen Seiten auf die Umgebung unseres Selbst und auf das eng begrenzte Gebiet unserer Sinne beschränkt ist, so grundverschieden sein von dem Leben einer befreiten Seele, dass es uns unmöglich ist, uns dies vorzustellen, solange wir in der Hülle des Selbst eingekerkert sind.

Rabindranath Tagore (1861–1941)

Das werde ich sein

Eins ums andere Mal wuchs ich wie Gras:
Ich starb der mineralischen Welt und wurde zur Pflanze;
und der Pflanzenwelt starb ich und wurde zum Tier;
ich starb als Tier und wurde Mensch.
Warum sollte ich das Verschwinden durch den Tod fürchten?
Was Du Dir nicht vorstellen kannst, das werde ich sein!

Hakim Sanai (1072 – 1131)