Buchtipp X – Das Meer weist keinen Fluss zurück (Abt Muho)

Abt Muho (Olaf Nölke)

Das Meer weist keinen Fluss zurück
Ein Weg zu Liebe und Gelassenheit

Berlin Verlag, 2018, 240 Seiten, 18,- €
ISBN 978-3-8270-1380-4

Von einem gelungen scheinenden Spagat zwischen christlicher Herkunft und buddhistischem Amt berichtet Olaf Nölke, der inzwischen Abt Muho, verheiratet und Vater von drei Kindern ist. Unter dem Titel „Das Meer weist keinen Fluss zurück“ beschreibt er einen „Weg zu Liebe und Gelassenheit“. Die Hinweise von Abt Muho beziehen sich ausführlich auf Dogen, der im zwölften Jahrhundert die Soto-Schule begründete, zu der die Abtei Antaiji in Japangehört. „Der Text behandelt vier Arten praktizierter Liebe: das Geben; die Worte der Liebe; die selbstlose Hilfe und die Harmonie.“ – Anhand von Beispielen aus dem Alltag will Abt Muho einerseits auf die Aktualität hinweisen und andererseit die Relevanz für westliche Leser aufzeigen.

Verbunden sind die Ausführungen mit einem Appell: „Als Buddhist mit christlichen Wurzeln teile ich die Hoffnung, dass es der Menschheit eines Tages gelingen möge, trotz aller Differenzen brüderlich zusammenzuleben.“ Für mich etwas weit ausholend zieht Muho Beispiele des Alltags heran, um seine Sicht darzustellen. Andere mögen dies vielleicht mehr. Spannender für mich sind jene Passagen, wo er neben Dogen auch Gedanken von Buddha Shakyamuni aus dem Dhammapada heranzieht. Gedanken daraus setzt Muho z.B. in Verbindung zur Bergpredigt.

Im gleichen Verlag war übrigens von ihm bereits das Buch „Ein Regentropfen kehrt ins Meer zurück. Warum wir uns vor dem Tod nicht fürchten müssen“ erschienen.

© w.a.k.

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Immer schon da

Foto: © wak

Das, was man christliche Religion nennt,
war bei den Menschen des Altertums vorhanden
und immer schon da
vom Anfang des Menschengeschlechts
bis zum leibhaftigen Erscheinen Christi.

Augustinus (354 – 430) in „De Vera Religione“, 10

Der Hasen und der Löffel drei…

Illustration aus dem u.a. Textdokument aus Paderborn

 

Der Hasen und der Löffel drei,
und doch hat jeder Hase zwei.

Aus Asien und China über Rom soll das Motiv der drei Hasen nach Europa gekommen sein, im spätgotischen Kreuzgang des Doms von Paderborn dann in das „Drei-Hasen-Fenster“. Das Symbol für die Dreieinigkeit Gottes (Vater, Sohn, Heiliger Geist / Trinität) ist ihm wohl erst später zugesprochen worden im Zusammenhang einer christlichen Zahlenmystik. Die ursprüngliche Bedeutung soll unklar sein.

Ausführlicher beschrieben findet sich etwas zur Geschichte hier:

https://www.paderborn.de/freizeit/download/Hasengeschichte.pdf

Im ehemaligen Zisterzienserkloster Haina findet sich das Motiv auf der sogenannten „Hasenglocke“…

Die Erfahrung des Urgrundes

Jede Religion umfasst auch eine mystische Schule, die auf spirituelle Erfahrungen ausgerichtet ist – so die christliche Mystik, der Sufismus im Islam, die Kabbala im Judentum, und das Zen im Buddhismus. Sie fördern alle seit je her eine Erfahrung des Urgrundes – in unserer Kultur das „Göttliche“ genannt.

Dieter Wartenweiler /Ku-Shin (*1945)

(Am 2. Juni 2018 wird Wartenweiler von Niklaus Brantschen Roshi „Inka Shomei“ (Siegel der Bestätigung) empfangen und damit zum Zen-Meister ernannt.)

Reite dein Pferd entlang der Schneide des Schwertes

 

Foto: © wak

Reite dein Pferd entlang der Schneide des Schwertes.
Verbirg dich inmitten der Flammen.
Der Obstbaum wird im Feuer Blüten treiben.
Die Sonne geht am Abend auf.

Aus dem Zen

Von Thomas Merton zitiert in: „Weisheit der Stille – Die Geistigkeit des Zen und ihre Bedeutung für die moderne christliche Welt“

Westlicher und Östlicher Weg