Ans Meer gelangt…

Foto: © wak

 

Einmal
ans Meer gelangt,
sprichst du nicht mehr
von Nebenflüssen.

Hakim Sanai (1080 – 1131) in: Der ummauerte Garten der Wahrheit

Werbeanzeigen

Ein spirituelles Leben führen

Foto: © wak

Um ein spirituelles Leben führen zu können,
müssen wir den Mut aufbringen,
die Wüste der Einsamkeit zu betreten
und sie durch stetes Bemühen
in einen üppigen Garten
des Alleinseins zu verwandeln.

Henri J. M. Nouwen (1932 – 1996)

Gingko biloba: Dieses Baums Blatt, der von Osten meinem Garten anvertraut…

Bildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“

Mystikos – ein Versuch

Gottes Natur
sein Wesen
und seine Gottheit
hängt daran,
dass er in der Seele
wirken muss.
Meister Eckhart, Von unsagbaren Dingen

 Foto: © wak

mystikos:
verborgen und geheimnisvoll
und auch
undurchschaubar und unerklärbar.

Sich
und sein Selbst
verschließen.
Nicht nur die Augen.

myein ist mein ganzes Herz.

Hinein
in den Hortus Conclusus
in den verschlossenen Garten.
Leben lernen
aus der Quelle schöpfen
um den Brunnen überfliessen zu lassen.

Und dann:
Hinaus
mitten in diese Welt,
die sie braucht
die misericordia,
die Barmherzigkeit

die nicht gelingen kann
ohne zuvor
sich und sein Selbst
zu verschließen.

w.a.k.

 

Dieser Text ist zuerst hier erschienen: https://hannahbuchholz.wordpress.com/2015/01/08/mystikos-versuch-von-wak/

 

Üppiger Garten des Alleinseins

Um ein spirituelles Leben
führen zu können,
müssen wir den Mut aufbringen,
die Wüste der Einsamkeit zu betreten
und sie durch stetes Bemühen
in einen üppigen Garten des Alleinseins zu verwandeln.

Henri Jozef Machiel Nouwen (1932 – 1996)

Johann Wolfgang von Goethe: Gingko Biloba

gingkobilobaBildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

 

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“