Mein einzig wirkliches Erbe

Foto: © wak

 

1. Es ist der natürliche Verlauf, daß ich alt werde.
Es gibt keinen Weg, dem Altern zu entgehen.

2. Es ist der natürliche Verlauf, daß ich Krankheiten bekomme werde.
Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entgehen.

3. Es ist der natürliche Verlauf, daß ich sterben werde.
Es gibt keinen Weg, dem Tod zu entgehen.

4. Es ist der natürliche Verlauf, daß alles woran ich hänge,
und alle, die mir lieb sind, sich verändern.
Es gibt keinen Weg, dem Getrenntwerden von ihnen zu entgehen.

5. Meine Taten sind mein einzig wirkliches Erbe.
Den Folgen meiner Taten kann ich nicht entgehen.
Meine Taten sind der Boden, auf dem ich stehe.

Thich Nhat Hanh (*1926) in: Der Klang des Bodhibaums

Werbeanzeigen

Katharer im Kölner Mystikkreis (4. November)

Das Bild von Pedro Berruguete (um 1495) zeigt den heiligen Dominikus und die Katharer in Albi (1207): Katholische und katharische Schriften werden ins Feuer geworfen, doch nur letztere verbrennen (wikimedia, gemeinfrei)

 

Sonntag, den 4. November werden wir uns im Mystikkreis Köln ab 10.00 h mit den Katharern beschäftigen.

Wer die Katharer waren, die sich selbst nicht Katharer sondern „gute Menschen“ oder „wahre Christen“ nannten und warum sie um 1320 herum im päpstlichen Kreuzzug ausgerottet wurden, wird ein Thema sein, dem Werner A. Krebber sich annähern wird. Welche Bedeutung sie als Reformbewegung hatten, wie sie historisch einzuordnen sind, was von ihrem Erbe geblieben ist.

„Annähern“ auch deswegen, weil diese mehrere Hundert Jahre zurückliegende Geschichte und Ereignisse zum Teil nicht mehr sicher nachzuprüfen sind. Es sind nur noch weniger belegbare Fakten übrig, die aber deswegen nicht weniger interessant sind. Vieles ist in den Feuern der Inquisition verbrannt, das Erbe einer Bewegung, die auf einem speziellen Einweihungsweg (Geisttaufe) beruhte, Wissen, das schon damals nur wenigen Vertrauenswürdigen weitergegeben wurde.

Rani wird von dem erzählen, was der zweiwöchige Aufenthalt in der Region und ihre Meditationen in der Burgruine in ihr bewirkt haben. Sie wird über ihre inneren Prozesse aber auch Widerstände berichten, über die Segnungen und Einsichten, die ihr geschenkt wurden.

Originalton Rani: Die Frage, mit der ich dort hin gereist bin, lautete: Ist es möglich für mich als feinfühliger, spirituell erfahrener Mensch, mich den Geheimnissen von Montsegur innerlich, d.h. geistig zu nähern, und damit etwas über dieses spirituellen Erbe, das vor über 800 Jahren vernichtet worden ist, in heutige Erfahrung zu bringen ? Eine Antwort werdet ihr am 4. November hören.

Zudem besteht noch die Gelegenheit den Film „Der Seher“ von Lars Mühl zu sehen, welcher eine kontemporäre Einweihungsgeschichte zum Thema hat, die Geschichte eines Schülers und eines Lehrer, dem Seher, Calle de Montsegur, dessen Weisheit offenbar die z.T. direkt auf die Quellen der Katharer zurückgreift. Diese Film und das dazugehörende Buch haben Rani sehr beeindruckt und letztendlich den Anlass dazu gegeben die Reise zum Montsegur zu unternehmen.

Trailer zu dem Film: https://www.youtube.com/watch?v=2PitKSyw7QQ

 

Freundliche Grüße von

Rani Kaluza / Werner A. Krebber

Siehe auch hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/10/23/mystik-kreis-am-4-november-die-katharer-glaube-im-widerpruch/

 

Mystik-Kreis am 4. November: Die Katharer – Glaube im Widerspruch

Foto: privat

Liebe Freunde und Teilnehmer der Mystik-Gruppe, liebe Interessierte,

wir möchten Euch darüber informieren, dass wir unser Thema für den nächsten Sonntag aus aktuellem Anlass verändert haben.

Anstatt uns mit der „Dunklen Nacht der Seele“ von Johannes von Kreuz zu beschäftigen, wird Rani Kaluza über ihre kürzliche Reise ins Land der Katharer (Süd-Frankreich) berichten, genauer gesagt, von ihrem  Besuch auf dem Berg und der Hochburg Montsegur.

Wer die Katharer waren, die sich selbst nicht Katharer sondern „gute Menschen“ oder „wahre Christen“ nannten und warum sie um 1320 herum  im päpstlichen Kreuzzug ausgerottet wurden, wird ein Thema sein, dem Werner  A Krebber sich annähern wird. Welche Bedeutung sie als Reformbewegung hatten, wie sie historisch einzuordnen sind, was von ihrem Erbe geblieben ist.

„Annähern“ auch deswegen, weil diese mehrere Hundert Jahre zurückliegende Geschichte und Ereignisse zum Teil nicht mehr sicher nachzuprüfen sind. Es sind nur noch weniger belegbare Fakten übrig, die aber deswegen nicht weniger interessant sind. Vieles ist in den Feuern der Inquisition verbrannt, das Erbe einer Bewegung, die auf einem speziellen Einweihungsweg (Geisttaufe) beruhte, Wissen, das schon damals nur wenigen Vertrauenswürdigen weitergegeben wurde.

Rani wird von dem  erzählen, was der zweiwöchige Aufenthalt in der Region und ihre Meditationen in der Burgruine in ihr bewirkt haben. Sie wird über ihre inneren Prozesse aber auch Widerstände berichten, über die Segnungen und Einsichten, die ihr geschenkt wurden.

Originalton Rani: Die Frage, mit der ich dort hin gereist bin, lautete: Ist es möglich für mich als feinfühliger, spirituell erfahrener Mensch, mich den Geheimnissen von Montsegur innerlich, d.h. geistig zu nähern, und damit etwas über dieses spirituellen Erbe, das vor über 800 Jahren vernichtet worden ist, in heutige Erfahrung zu bringen ? Eine Antwort werdet ihr am 4. November hören.

Ab 15.00 h besteht zudem noch die Gelegenheit den Film „Der Seher“ von Lars Muhl zu sehen, welcher eine kontemporäre Einweihungsgeschichte zum Thema hat, die Geschichte eines Schülers und eines Lehrer, dem Seher, Calle de Montsegur, dessen Weisheit offenbar die z.T. direkt auf die Quellen der Katharer zurückgreift. Dieser Film und das dazugehörende Buch haben Rani sehr beeindruckt und letztendlich den Anlass dazu gegeben die Reise zum Montsegur zu unternehmen.

Trailer zu dem Film: https://www.youtube.com/watch?v=2PitKSyw7QQ

Freundliche Grüße

Rani Kaluza / Werner A. Krebber

 

P.S. Das Thema „Dunkle Nacht – Johannes vom Kreuz“ wird zu einem späteren Zeitpunkt aufgegriffen.

 

Sonntag 4. November, 10.00 h – 15.00 h bei Rani / danach optional der Film

 

Rani Kaluza / Rolandswerther Strasse 14 / 50937 Köln / Tel: 0221 2406997 /

Werner A. Krebber / Nansenstraße 4/1 / 45886 Gelsenkirchen / Tel: 0209 205695

 

 

 

Wir kennen Eckhart und kennen ihn nicht

heer_me_coverCover des 1956 erschienenen Taschenbuches

„Mit Meister Eckhart nennen wir einen großen Namen, aber der Name bedeutet eine große Frage. Wir kennen Eckhart und kennen ihn nicht.“ So zitiert  der linkskatholische Publizist Friedrich Heer den Kirchengeschichtler Albert Hauck. Um ihn kennenzulernen hat er vor gut 60 Jahren eine  Sammlung von Texten Eckharts publiziert:

Meister Eckhart
Predigten und Schriften

Ausgewählt und eingeleitet von Friedrich Heer
Fischer Bücherei Frankfurt/M – Hamburg, November 1956

 

Die Einleitung von Friedrich Heer gibt es online zu lesen:

I. Die dunkle Zeit
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=2

II. Der große Tröster
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=6

III. Der Seelsorger
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=9

IV. Im Rausch der Sprache
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=12

V. Die Predigt-Spekulation: der Eine und das Eine
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=15

VI. Der große Intellektualist
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=18

VII. Platoniker und Mönch: die Versuchung der Reinheit
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=21

VIII. „lch bin der Sohn“ – „Wir sind der Sohn“
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=25

IX. Eckharts Erbe und die Erben
http://www.ellopos.net/theology/eckhart-heer.asp?pg=27

 

Biographische Angaben zu Friedrich Heer finden sich u.a. hier:

http://www.friedrichheer.com/biographie.html

 

Die Predigten im Überblick:

me_predigten_I

me_predigten_IIInteressant sind auch seine Anmerkungen zur Auswahl der vorliegenden Texte (S. 222-223)

Sich der Welt recht erfreuen

Niemals
wirst du dich der Welt
recht erfreuen,
ehe nicht die See selbst
in deinen Adern fließt,
dich der Himmel umhüllt
und die Sterne dich krönen.

Und betrachte dich
als den einzigen Erben
der ganzen Welt –
und mehr als das,
denn Menschen sind in ihr,
von denen jeder einzelne
einziger Erbe ist, genau wie du.

Thomas Traherne (1636 – 1674) in seinen “Centuries of Meditations”

Einziger Erbe der ganzen Welt

Niemals
wirst du dich der Welt
recht erfreuen,
ehe nicht die See selbst
in deinen Adern fließt,
dich der Himmel umhüllt
und die Sterne dich krönen.

Und betrachte dich
als den einzigen Erben
der ganzen Welt –
und mehr als das,
denn Menschen sind in ihr,
von denen jeder einzelne
einziger Erbe ist, genau wie du.

Thomas Traherne (1636 – 1674)  in seinen “Centuries of Meditations”

Widows of India

WidowsofIndia

“Witwen” sind in Indien nicht nur Ehefrauen, die um ihren verstorbenen Mann trauern. Sie haben ihre ganze Existenzberechtigung, ihre Familie, ihr Hab und Gut, sowie ihr gesamtes soziales Leben, Achtung und Menschenwürde verloren.

Eine Witwe in Indien hatte in der Vergangenheit als “ideale Gattin” ihrem Mann in den Tod zu folgen, d.h. sie wurde bei lebendigem Leib mit seiner Leiche zusammen auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Sati). Obwohl diese Praxis seit ca. 200 Jahren verboten ist, ist nicht auszuschließen, dass sie nicht mehr geschieht, wobei der Ort, die Familie und die tote Witwe in früheren Zeiten, Bewunderung, Ehre und heilige Berühmtheit erlangten.

Die Witwen heute sind sozial tot und sexuell verfügbar für jeden Mann. Sie werden verantwortlich gemacht für den Tod ihres Gatten und gelten von nun an als “Unglücksbringerinnen”. Ihre Teilnahme an religiösen Feiern und familiären Festen ist nicht mehr erwünscht. Eine Witwe hat nur theoretisch Anspruch auf ein Erbe. Eine nochmalige Heirat ist unmöglich, auch wenn sie noch sehr jung ist. Wenn sie nicht selbst das Haus der Schwiegerfamilie verlässt, wird sie nicht selten mit den Worten: “Geh weg und stirb!” aus dem Haus gejagt.

Da die alten Witwen ebenso wie die jungen Frauen in ländlichen Gegenden nicht lesen und schreiben können und keinen Beruf erlernt haben, ist ihre Situation so aussichtslos, dass sie sich verstecken und ihren Selbstmord planen.

Die moderne indische Regierung hat das Problem wohl erkannt und eine kleine monatliche Pension für Witwen ermöglicht. Diese zu bekommen ist jedoch für die Witwen eine unerreichbare Herkulesaufgabe. Schon die Beschaffung der Formulare, Bescheinigungen und Nachweise ist für sie unmöglich. Außerdem verfügen sie über keine finanziellen Mittel, um die hohen Bestechungsgelder zu bezahlen.

In Südindien leben die alten Witwen auf den Straßen. Sie schlafen in den Ecken von alten Tempeln, in Gärten oder Hauseingängen und betteln. Man sagt, dass schon der Schatten einer Witwe, der auf dich fällt, dir Unglück bringt. So leben sie in Isolation und Elend auf den Straßen Indiens. Ihre Zahl wird auf 33 – 40 Millionen geschätzt.

Hier setzt die Arbeit von „Widows of India“ an.

Ziel des Vereins ist es, dass Witwen und alleinstehende Frauen in Indien geachtet und sie in ihrer Menschenwürde respektiert werden. Dazu wurde der Verein “Om Shanthi e.V.” gegründet. Witwen und verelendete, alleinstehende Frauen, werden darin unterstützt, Anträge für die staatliche Witwenpension auszufüllen und zu stellen. Der Verein bietet Trainingsprogramme an, damit die Frauen den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder bald selbst sichern können. Ergänzt wird das Angebot durch kostenlose medizinische Versorgung im Shanthimalai-Krankenhaus und Hilfe bei allen darüber hinaus gehenden Problemen.

Jeder Euro Spende kann helfen, dass diese wichtige Arbeit effektiv fortgesetzt werden kann:

Auf der Homepage des Projektes heißt es:

OM SHANTHI e.V. möchte Würde und Respekt für unsere indischen Schwestern schaffen. Wir möchten die Herzen öffnen und Bewusstsein ändern, um unsere eigenen günstigen Lebensbedingungen mit bedürftigen Frauen zu teilen. Auf diese Weise können wir ein glücklicheres Leben für uns alle erreichen.

Am 21.9.2013 wurde unser gemeinnütziger Verein “Om Shanthi e.V. – Hilfe für Witwen in Indien” gegründet. Er verfolgt ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke in Bezug auf Hilfeleistung und Schutz für geächtete Witwen und alleinstehende Frauen in Südindien. Wir sind berechtigt,  für Spenden Zuwendungsbestätigungen nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck auszustellen. (Nach dem uns zugegangenen Freistellungsbescheid des Finanzamts Bonn-Innenstadt, Steuer-Nr. 205/5767/2654VBZ70 vom 16.1.2014 nach Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes sind wir von der Körperschaftssteuer befreit.)

Spendenkonto für den Verein Om Shanthi e.V. ist ab November 2013:
Sparkasse Köln-Bonn
Kto.Nr.: 1931768152
BLZ: 37050198

IBAN: DE63 37050198 1931 7681 52
COLSDE33XXX

Wir garantieren, dass Ihre Spende direkt und ohne Abzüge den Frauen in Indien zugute kommt.“

 

Beachten Sie bitte auch den Kommentar der Gründerin von Om Shanthi e.V.

https://mystikaktuell.wordpress.com/2015/02/24/widows-of-india/#comments