Berge sind Berge, Flüsse sind Flüsse

Foto  © wak

Bevor ich für dreißig Jahre Zen studiert hatte, sah ich Berge als Berge und Flüsse als Flüsse.
Als ich ein besseres Verständnis entwickelt hatte, kam ich an den Punkt, wo ich sah, dass Berge nicht Berge sind und Flüsse nicht Flüsse.
Aber jetzt, wo ich in der Ruhe beheimatet bin, sage ich: Berge sind wirklich Berge und Flüsse wirklich Flüsse.

Hsing-ssu / Seigen Gyoshi (660 – 740)

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Pilger sein

pilgerseinFoto: © wak

Ist es möglich, dass manche Orte an sich heilig sind, gleich, was sie Menschen bedeuten mögen? Manche Kulturen gehen davon aus. Pilgerorte sind oft Plätze von besonderer Naturschönheit. Dabei spielt vermutlich weniger die Bewunderung für ein Meisterwerk der Schöpferkraft eine Rolle als die menschliche Neigung, in bestimmten geographischen Merkmalen bestimmte Symbole zu sehen. Manche Orte, besonders Berge, Höhlen, Flüsse und Quellen, sind von alters her als Wohnstätten von Göttern betrachtet worden oder als Orte, an denen sich die Welt der Götter und die der Menschen treffen. …Der heilige Ort ist ein Teil der Sehnsucht“.

Jennifer Westwood (1940 – 2008)

Siehe auch hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/04/08/pilgern-als-seins-weise/

Dss Foto zeigt einen Blick in die Pilgerkapelle St. Bartholomäus in Bochum-Sevinghausen

Mehr dazu hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pilgerkapelle_St._Bartholom%C3%A4us_(Sevinghausen)

Schrei der Weltseele

Wir leben in einer Zeit der Umweltzerstörung, in der sich unsere materialistische Kultur auf unser Ökosystem verheerend ausgewirkt hat. Unsere Flüsse sind vergiftet, die Regenwälder abgeholzt und niedergebrannt, weite Landstriche aufgrund unserer unersättlichen Gier nach Öl, Gas und Mineralien in Ödland verwandelt. Wir haben die Erde verschmutzt, geschändet und geplündert, so dass sie sich jetzt in einem gefährlichen Zustand des Ungleichgewichts befindet, den wir Klimawandel nennen. Wenn wir es wagen hinzuhören, ist es die Schöpfung selbst, die jetzt nach uns ruft und uns Zeichen ihres Ungleichgewichts schickt. Wir können diese Zeichen in den zunehmenden Überschwemmungen und Dürren erkennen, in den Böden fühlen, die durch Pestizide vergiftet wurden, und jene, deren Herzen offen sind, hören vielleicht den Schrei der Weltseele, des spirituellen Wesens unserer Mutter, der Erde. Es ist ein Schrei der Not und Verzweiflung darüber, dass die Menschheit, die dazu bestimmt war, die Hüterin des Planeten zu sein, ihre Verantwortung vergessen hat und die Erde stattdessen in einem globalen Ausmaß entheiligt und zerstört.

Llewellyn Vaughan-Lee (* 1953) in dem Text „Für die Erde beten“

 

Den ganzen Text kann man hier lesen:

http://www.goldensufi.org/g_fur_die_erde_beten.html

Der Segen der neun Kräfte

Dein sei die Kraft der grossen Flüsse.
Dein sei die Kraft des weiten Ozeans.
Dein sei die Kraft der tiefen Quellen.
Dein sei die Kraft des sanften Regens.
Dein sei die Kraft des glühenden Feuers.
Dein sei die Kraft des leuchtenden Blitzes.
Dein sei die Kraft des harten Felsens.
Dein sei die Kraft der fruchtbaren Erde.
Dein sei die Kraft der höchsten Liebe.

Einem keltischen Segensspruch nachempfunden

Du bist alles geworden

Kümmere dich nicht um die Welt. Glaube nicht, dass du Frieden in diese Welt bringen musst. Es gibt eine größere Kraft, die den Weg kennt, die für die Welt und das ganze Universum sorgt. Und die braucht keine Hilfe von dir. Die einzige Art, wie du der Welt helfen kannst, ist durch dein Aufwachen, deine Erleuchtung.
Wie hilfst du der Welt durch deine Erleuchtung? Wenn du erleuchtet bist, bist du nicht mehr der Körper. Du bist Allumfassendes Bewusstsein, Absolute Realität. Du bist Grenzenloser Raum. Du bist die Bäume, die Berge, die Flüsse, die Tiere, die Insekten, die Vögel. Du bist alles geworden. Du bist das Selbst. Das unvergängliche, unveränderliche Selbst.

Wenn du das nicht sehen kannst, handelst du wie ein abhängiger Agent. Du denkst, du kannst diese Welt zu einer Besseren machen. Du kämpfst für deine Rechte. Du versuchst die Meinungen der Leute zu beeinflussen, protestierst gegen dies und das. Ich gestehe ein, dass solche Dinge in dieser Welt notwendig sind, aber das ist alles Maya. Maya ist eine herrliche Illusion. Es lässt dich glauben, dass du etwas tun kannst, um die Dinge in der Welt zu verändern. Aber ich kann dir versichern, nichts wird sich je verändern. Es wird sich für eine Weile scheinbar ändern. Dinge werden für eine Weile scheinbar besser sein und scheinbar schlechter. Es wird Katastrophen geben, Zerstörungen. Alle möglichen Dinge werden passieren. Das ist die Natur dieser Welt. Es hat absolut nichts mit dir zu tun. Und doch, gleichzeitig bist du die Welt.

Ich widerspreche mir ständig selbst, das ist die Lehre. Totaler Widerspruch. Aber die letztendliche Wirklichkeit ist: Lasse alles gehen. Erkenne dich selbst als allumfassend, und du wirst totale Glückseligkeit sein, totale Freiheit.

Robert Adams (1928-1997)