Der Abdruck des Herzens schwebt im Raum

Foto: © wak

Die durch das Geistfeuer gebildeten Gestalten
sind nur leere Farben und Formen.
Das Licht des Wesens
strahlt zurück auf das Ursprüngliche, Wahre.
Der Abdruck des Herzens
schwebt im Raum, rein scheint das Mondlicht.
Der Lebenskahn ist am Ufer angelangt,
hell strahlt der Sonnenschein.

Liu Hua Yang: Das Buch von Bewusstsein und Leben

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Unbegrenzt und vollkommen

Der Geist ist Bewusstsein,
das sich Beschränkungen
auferlegt hat.

Ursprünglich
bist du
unbegrenzt und vollkommen.

Später
schränkst du dich ein
und wirst der Geist.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Leer, allgegenwärtig, still und rein

Unser ursprüngliches Buddha-Wesen ist, vom Standpunkt der höchsten Wahrheit, ohne das geringste Teilchen von Gegenständlichkeit. Es ist leer, allgegenwärtig, still und rein. Es ist herrliche und geheimnisvoll friedvolle Freude – nichts anderes. Dringe tief in es ein, indem du selbst dazu erwachst.

Huang Po (um 850)

Anleitung zur Liebe

Alle Religionen sind ursprünglich
Offenbarungen der Liebe.

In jeder Religion
zeigt die Liebe
ein anderes Gesicht,
eine andere Facette ihres Wesens;

jede wahre religiöse Lehre
ist eine Anleitung zur Liebe.

Safi Nidiaye (*1951)

Ohne Anfang und Ende

Der Geist der Furchtsamkeit sollte in die Wiege liebevoller Zuwendung gelegt und mit der strahlenden unergründlichen Milch ewiger Zweifelsfreiheit gesäugt werden.

Im Kühlen Schatten der Furchtlosigkeit fächle ihm Luft zu
mit dem Fächer von Freude und Glück.

Wenn er etwas älter wird, dann führ ihn auf den Spielplatz,
der aus sich selbst heraus existiert,
zeig ihm dort die unterschiedlichsten Phänomene.

Wenn er noch älter wird, führe ihn auf den Platz,
an dem die Bogenschützen-Krieger üben,
damit er ursprüngliches Vertrauen entwickeln kann.

Wird er noch älter, so lass ihn – um sein ursprüngliches Selbst-Wesen zu erwecken,
die Gesellschaft der Menschen sehen,
die Schönheit und Würde besitzt.

Dann kann der furchtsame Geist sich zum Geist des Kriegers wandeln,
und dieses ewig jugendliche Vertrauen
kann sich ohne Anfang und Ende in den Raum weitern.

An diesem Punkt sieht er die Große Östliche Sonne.

Chögyam Trungpa (1939 – 1987)