Ungenannter Gott der Stummen des Himmels


In Wahrheit wissen wir von Tao ebenso wenig wie von logos, womit Tao gern wiedergegeben wird; wenn das Wort ursprünglich Weg bedeutet hat, so mag das ein Wandertitel für moralische Bücher gewesen sein, den wir im Orient wie im Abendlande oft finden. Was Lao-Tse und Tschuang-Tse dann in das Wort hineinlegten, war die uralte und immer noch lebendige Sehnsucht der Mystik, das Unaussprechliche mit einem Worte auszusprechen. Das Wort sagt nichts, durchaus nichts, was nicht die chinesischen Mystiker aus ihrer (genialischen oder überkommenen) Seelensituation hineingelegt, hineingeheimnißt haben. Das Wort ist nicht nur für das Abendland unübersetzbar, es ist auch für China positiv nicht definierbar, höchstens negativ zu umschreiben: es ist nach Buber (S. 105) das Unerkennbare, im Werden die Ungeschiedenheit, die Ungeschiedenheit auch im Sein, in den Dingen. Wer sich im Abendlande zum Taoismus bekennt, der bekennt sich zu einem suggestiv neuen Namen für den ungenannten Gott der Stummen des Himmels. Und nachdem ich eben zwischen Tao und unserem Gottesbegriff unterschieden habe, möchte ich jetzt hinzufügen, daß wir dennoch Tao religiös, fast theologisch wiedergeben könnten, wenn wir uns von der Sprache befreien und sagen wollten: »Das Gott«. Was wieder noch unpersönlicher mir klänge als etwa: »das Göttliche«.

Stichwort Tao in: Fritz Mauthner. Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache. Erste Ausgabe: München 1910. Hier nach der zweiten, vermehrten Auflage, Leipzig 1923

Marienthaler An- und Einsichten

© aller Fotos:  wak

Nur ein paar Beispiele der eindrucksvollen Grabsteine rund um das Kloster Marienthal bei Hamminkeln. Der kunstbegeisterte Pfarrer Augustinus Winkelmann hatte durch Kontakte zu vielen Künstlern nicht nur für Arbeiten in der Klosteranlage sondern auch auf dem Friedhof gesorgt. Auffallend das theologische Programm der Steine, geprägt durch Winkelmann, der u.a von Romano Guardini beeindruckt war. Denn die Steine enthalten zwar Hinweise auf die Familien und Namen, jedoch keine Lebensdaten. Dahinter steckt der Gedanke, dass die kurze Spanne des irdischen Lebens weit geringer ist als die des ewigen. – w.a.k.

Meister Eckhart goes Actionbound…

>>Eckhart von Hochheim, bekannt als Meister Eckhart (* um 1260 in Thüringen; † 1328) war Theologe und Philosoph des christlichen Mittelalters. Seine Schriften hatten großen Einfluss auf die Mystik im deutschen Sprachraum und darüber hinaus. Heute gilt er als einer der größten und einflussreichsten theologischen und philosophischen Denker überhaupt. Für viele Menschen sind seine Schriften bis heute von großer Bedeutung für ihre persönliche Frömmigkeit und Lebensführung. Um mehr über die Person Meister Eckharts, seine Gedanken und seine Zeit zu erfahren, folgt dem Bound in und um das Predigerkloster herum! – In Kooperation mit der Evangelischen Akademie Thüringen. Die Jugendbildung der Evangelischen Akademie Thüringen findet im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wird im Rahmen des KJP vom BMFSFJ gefördert.<<
Die Nachricht kam heute von Pfarrer Kaffke – und ich habe erstmal nachlesen müssen, was ein Actionbound ist…