Sichtbare Schönheit lässt uns die Schönheit Gottes erahnen

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Seht ihr das Licht! Das Sonnenlicht ist das von Gott kommende Gute. Gott verströmt sein Licht in die Welt und gibt den Dingen, so wie hier die Sonne es tut, Gestalt und Leben. Er ruft den Vereinzelten zur Einheit zurück. Deshalb wird das Licht von uns und allem Lebendigen so verehrt und geliebt.
Alle Schönheit der Welt kann immer nur ein Widerschein der göttlichen Schönheit sein. Gott ist ihr Urheber, er hat diese ihrem Wesen nach gute Welt geschaffen.
Sichtbare Schönheit lässt uns die Schönheit Gottes erahnen. Jeder schöne Gegenstand macht den Betrachter scheinend, erkennend für eine höhere Wirklichkeit für die Wahrheit des gutheitlichen Wirkens Gottes. Sichtbare Schönheit macht es offenbar, zeigt das Göttliche, macht das Unsichtbare sichtbar.

Raimundus Lullus (1232-1316)

Eine leidenschaftliche Liebesaffäre

Wikimedia/gemeinfrei

Gott will sich selber durch den Menschen erkennen. Er hat den Menschen geschaffen, ist Menschheit geworden, um mit ihr (das heißt auch, mit sich selbst) eine leidenschaftliche Liebesaffäre zu beginnen. Er will werben und umworben werden, durchdringen und durchdrungen werden, getrennt sein und eins werden, Streit und Versöhnung will Er, erkennen und erkannt werden, lieben und geliebt werden. Er will sich hingeben, sich ganz in Liebe verströmen und mit derselben Leidenschaft begehrt werden, wie Er den Menschen begehrt.

Katja Wolff, Der kabbalistische Baum, München 1989

Eine leidenschaftliche Liebesaffäre

Gott will sich selber durch den Menschen erkennen.
Er hat den Menschen geschaffen,
ist Menschheit geworden,
um mit ihr (das heißt auch, mit sich selbst)
eine leidenschaftliche Liebesaffäre zu beginnen.
Er will werben und umworben werden,
durchdringen und durchdrungen werden,
getrennt sein und eins werden,
Streit und Versöhnung will Er,
erkennen und erkannt werden,
lieben und geliebt werden.
Er will sich hingeben,
sich ganz in Liebe verströmen
und mit derselben Leidenschaft begehrt werden,
wie er den Menschen begehrt.

Katja Wolff, Der kabbalistische Baum

Worte sind Gefäße

Die Voraussetzungen für den Seinsmodus sind Unabhängigkeit, Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Sein wesentlichstes Merkmal ist die Aktivität, nicht im Sinne von Geschäftigkeit, sondern im Sinne innerer Aktivität, dem produktiven Gebrauch menschlicher Fähigkeiten, Sein heißt, seinen Anlagen, seinen Talenten, dem Reichtum menschlicher Gaben Ausdruck zu verleihen, mit denen jeder – wenn auch in verschiedenem Maß – ausgestattet ist.
Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu geben.
Keines dieser Erlebnisse ist jedoch vollständig in Worten wiederzugeben. Worte sind Gefäße, die wir mit Erlebnissen füllen, doch diese quellen über das Gefäß hinaus. Worte weisen auf Erleben hin, sie sind nicht mit diesem identisch.

Erich Fromm (1900 – 1930)

Krishnas Flöte

Die Flöte der Unendlichkeit
spielt fort und fort,
und ihr Ton heisst Liebe:

Wenn Liebe alle Grenzen überspringt,
erreicht sie die Wahrheit.

Wie weit sich der Duft verbreitet!
Er verströmt ununterbrochen,
nichts hindert ihn.

Die Gestalt dieser Melodie ist
hell wie eine Million Sonnen;
unvergleichlich tönt die Vina*,
die Vina der Musik der Wahrheit.

(Kabir 1440-1510)

 

* ein Lauteninstrumente aus der klassischen indischen Musik

Voraussetzungen für den Seinsmodus

Die Voraussetzungen für den Seinsmodus sind Unabhängigkeit, Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Sein wesentlichstes Merkmal ist die Aktivität, nicht im Sinne von Geschäftigkeit, sondern im Sinne innerer Aktivität, dem produktiven Gebrauch menschlicher Fähigkeiten, Sein heißt, seinen Anlagen, seinen Talenten, dem Reichtum menschlicher Gaben Ausdruck zu verleihen, mit denen jeder – wenn auch in verschiedenem Maß – ausgestattet ist.
Es bedeutet, sich selbst zu erneuern, zu wachsen, sich zu verströmen, zu lieben, das Gefängnis des eigenen isolierten Ichs zu transzendieren, sich zu interessieren, zu geben.
Keines dieser Erlebnisse ist jedoch vollständig in Worten wiederzugeben. Worte sind Gefäße, die wir mit Erlebnissen füllen, doch diese quellen über das Gefäß hinaus. Worte weisen auf Erleben hin, sie sind nicht mit diesem identisch.

Erich Fromm (1900 – 1930)