Erbe der ganzen Welt

Niemals wirst du dich der Welt recht erfreuen, ehe nicht die See selbst in deinen Adern fließt, dich der Himmel umhüllt und die Sterne dich krönen. Und betrachte dich als den einzigen Erben der ganzen Welt – und mehr als das, denn Menschen sind in ihr, von denen jeder einzelne einziger Erbe ist, genau wie du.

Thomas Traherne (1636 – 1674) in seinen „Centuries of Meditations“ London 1950, S. 19.

Albert Hofmann (1906 – 2008), der Entdecker des LSD, hat dieses Zitat in etwas anderer Übersetzung seinem Text „Über den Besitz“ vorangestellt, der in seinem Buch „Einsichten – Ausblicke“ erschienen ist. Jetzt aktuell nachzulesen in: Magische Blätter. Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung.CI. Jahrgang, Mai 2020, Heft 4

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Im Angesicht des Schweigens begreifen

Foto: © wak

Schweigen spricht immer. Es ist ein ewiger Fluss von Mitteilung, der durch das Sprechen unterbrochen wird. Die Worte, die ich jetzt ausspreche, überdecken diese schweigende Sprache. Da fließt zum Beispiel Strom durch einen Draht; trifft er auf einen Widerstand, glüht er auf in einer Glühbirne oder bewegt er sich in einem Ventilator. Im Draht aber bleibt er bloße elektrische Energie. Genauso ist Schweigen der ewige Fluss der Sprache, der durch Worte unterbrochen wird. Was man durch jahrelanges Gerede nicht erfasst, kann im Schweigen oder im Angesicht des Schweigens sofort begriffen werden.

Ramana Maharshi (1879-1950)

Zwiegespräch zwischen Wunsch und Wirklichkeit

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Das Gebet entspringt jener Schwelle, an der Seele und Leben ineinanderfließen; es ist das Zwiegespräch zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Dies beschränkt sich keineswegs auf die Gelegenheiten, da wir Gebete in Worte fassen. Das Gebet ist ein tieferer und Dialog, der sich in uns vollzieht. In diesem Sinne ist das innere Leben jedes Menschen ein fortwährendes Gebet, das mit der ersten Regung im Mutterleib einsetzt und mit dem letzten Atemzug endet, bevor wir in die unsichtbare Welt zurückkehren.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit. München 1999, S. 239 – 240

Einrichtung mit dem Telefon / Doing Nothing, Rilke und Mystik / 24. November 2019 – Herzliche Einladung

Mehr zu Doing Nothing, Rilke und Lyrik am 24. November:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/11/15/wir-muessen-unser-dasein-annehmen-doing-nothing-rilke-lyrik-und-mystik-24-november-ganz-herzliche-einladung/

Gedanken loslassen

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In der Meditation können wir beobachten, wie fließend, unbeständig, sich dauernd verwandelnd Denken ist. Je näher wir dem inneren Erleben der Wandelbarkeit der Gedanken kommen und einsehen, wie unbefriedigend sie sind, desto leichter ist es, sie loszulassen.

Ayya Khema (1923 – 1997)

Davon ist nichts zu sprechen

Fotographik: © wak

 

Als ich in dem Grunde, in dem Boden in dem Fluss und in der Quelle der Gottheit stand, da fragte mich niemand, wohin ich wollte oder was ich täte: Da war niemand, der mich fragte. Als ich floss, da sprachen alle Kreaturen Gott. Fragte man mich: Bruder Eckhart, wann gingt Ihr aus dem Hause? Da war ich drinnen. So sprechen alle Kreaturen von Gott. Und warum sprechen sie nichts von der Gottheit? Alles, was in der Gottheit ist, ist eins, und davon ist nichts zu sprechen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt „Von unsagbaren Dingen“. Erschienen in: Meister Eckharts mystische Schriften Aus dem Mittelhochdeutschen in unsere Sprache übertragen von Gustav Landauer Berlin 1903

Großes Erbarmen

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Für den Weisen ist jenseits aller Gegensätze alles eins mit dem Absoluten. Wer das verwirklicht hat, der hat nicht mehr unterscheidendes Bewusstsein, sondern höchste Erkenntnis, in der er nicht mehr die Kreaturen schaut, sondern nur noch den Buddha, der in jedem Wesen ist; er schaut nicht mehr die Dinge, sondern nur noch die höchste Wahrheit. Aus seinem Herzen fließt das Große Erbarmen.

Milarepa (1052-1135)

Alles was in der Gottheit ist ist eins

 

Als ich in dem Grunde, in dem Boden in dem Fluss und in der Quelle der Gottheit stand, da fragte mich niemand, wohin ich wollte oder was ich täte: Da war niemand, der mich fragte. Als ich floss, da sprachen alle Kreaturen Gott. Fragte man mich: Bruder Eckhart, wann gingt Ihr aus dem Hause? Da war ich drinnen. So sprechen alle Kreaturen von Gott. Und warum sprechen sie nichts von der Gottheit? Alles, was in der Gottheit ist, ist eins, und davon ist nichts zu sprechen.

Meister Eckhart (1260 – 1328) in seiner Predigt „Von unsagbaren Dingen“. Erschienen in: Meister Eckharts mystische Schriften Aus dem Mittelhochdeutschen in unsere Sprache übertragen von Gustav Landauer Berlin 1903