… wie der Klang der Seele

Foto: © wak

Im Geist und im Willen zeigt sich die Vernunft wie der Klang der Seele. Sie vollendet Gottes- oder Menschenwerk. Der Klang hebt nämlich das Wort in die Höhe, wie der Wind den Adler aufhebt, um fliegen zu können. Ebenso entsendet auch die Seele im Gehör und Intellekt des Menschen den Ton der Vernunft, so daß seine Kräfte Einsicht erlangen und jedes Werk zur Vollendung geführt wird. Der Leib aber ist das Gezelt und die Hilfe für alle Seelenkräfte.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Werbeanzeigen

Krishnas Flöte

Die Flöte der Unendlichkeit
spielt fort und fort,
und ihr Ton heisst Liebe:

Wenn Liebe alle Grenzen überspringt,
erreicht sie die Wahrheit.

Wie weit sich der Duft verbreitet!
Er verströmt ununterbrochen,
nichts hindert ihn.

Die Gestalt dieser Melodie ist
hell wie eine Million Sonnen;
unvergleichlich tönt die Vina*,
die Vina der Musik der Wahrheit.

(Kabir 1440-1510)

 

* ein Lauteninstrumente aus der klassischen indischen Musik

Ohne Ende

Die Flöte des Unendlichen
wird ohne Ende gespielt
und ihr Ton ist Liebe.
Wenn Liebe aller Grenzen entsagt,
erreicht sie die Wahrheit.
Wie weithin der Duft sich breitet!

Er hat kein Ende,
nichts steht ihm im Weg.
Die Gestalt dieser Melodie
ist leuchtend
wie eine Million Sonnen.
Unvergleichlich ertönt die Vina* –
die Vina der Töne der Wahrheit.

Kabir (1440 – 1518)

*Lauteninstrumente der klassischen indischen Musik

Dreißig Speichen umgeben eine Nabe…

Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.

Darum: Was ist, dient zum Besitz.
Was nicht ist, dient zum Werk.

Laotse ( 6. Jh. v.u.Z.)