Das Leben schützen und fördern

Foto: © wak

 

Mystik und Spiritualität stehen in Verbindung miteinander…

… Spiritualität ist eine Haltung,
die das Leben in ihren Mittelpunkt nimmt
und es gegen alle Mechanismen
des Todes, der Einschränkung oder der Lähmung
schützt und fördert.

Leonardo Boff (*1938)

Stille und Öffnung

Screenshot der Homepage http://www.haukejohannagerdes.de/

… Die Bewusstseinsschicht, die Hauke Johanna Gerdes in uns ansprechen will, liegt im geistigen Raum, ihre Bilder verlangen, dass wir bereit sind, uns mit unseren Empfindungen zu öffnen. Ihre künstlerischen Arbeiten fordern ein vorübergehendes „Leersein“, einen Zustand der Stille und damit einer Öffnung, wie etwa bei einer Meditation. Denn es geht um eine Wahrnehmung, die in die Transformation eines Bereiches des Erfassbaren reicht, der recht flüchtig ist und sich den Augen gerne entzieht. So kann es für den Betrachter manchmal etwas Zeit brauchen, bis die Arbeiten sich der Empfindung aufschließen und sich in der Betrachtung verwandeln. Dann aber tritt plötzlich, wie aus heiterem Himmel, seelisch tief Erlebtes zutage. Die Gesamtheit eines Moments kann wahrnehmbar werden. Das Unbekannte kann den Blick, sowie das Bewusstsein weiten und zu einem großen Glück werden.

Klaus Weingarten in seinem Text „Das Leben tritt von selbst hervor“ über Hauke Johanna Gerdes. Der ganze Text kann hier nachgelesen werden: http://www.haukejohannagerdes.de/text_neu.html

Mehr Arbeiten von ihr sind hier zu sehen: http://www.haukejohannagerdes.de/

Gott muß fühlbar werden / Sufi-Mystik und Doing Nothing am 27. Oktober – Herzliche Einladung

Foto: © wak

Das ganze Bildwerk der Sufiliteratur der großen persischen Dichter, wie Rumi, Hafiz und Jami, behandelt das Verhältnis zwischen dem Menschen als dem Liebenden und Gott als dem Geliebten. Wer diese Dichtungen liest und begreift und die Liebe so in sich entwickelt hat, der sieht, was diese Mystiker geschildert haben und auf welchen Ton ihre Herzen gestimmt waren.
Er ist nicht leicht, die Liebe zu Gott in seinem Herzen und pflegen und zu fördern; denn man kann ihn nicht lieben, ohne den Gegenstand seiner Liebe zu sehen oder zu erkennen.
Gott muß fühlbar werden, damit man ihn lieben kann. Aber wer es dahin gebracht hat, Gott zu lieben, der hat in Wahrheit die Wanderung auf dem geistigen Pfad angetreten.

Inayat Khan in: Das innere Leben. Zürich / Genf 1943, S. 20

Mehr zu Sufi-Mystik, Sufi-Dichtung und Doing Nothing hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/09/26/sufi-mystik-des-islam-und-doing-nothing-herzliche-einladung-zum-mystik-sonntag-am-27-oktober/

Nimm alles von mir was mich hindert zu dir…

 

Foto: © wak

 

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen Dir!

Nikolaus von Flüe (1417 – 1487)

 

Mehr zur Bruder Klaus-Kapelle hier: http://www.feldkapelle.de/

Mehr zu Bruder Klaus hier: http://www.bruderklaus.eu/

Die Erfahrung des Urgrundes

Jede Religion umfasst auch eine mystische Schule, die auf spirituelle Erfahrungen ausgerichtet ist – so die christliche Mystik, der Sufismus im Islam, die Kabbala im Judentum, und das Zen im Buddhismus. Sie fördern alle seit je her eine Erfahrung des Urgrundes – in unserer Kultur das „Göttliche“ genannt.

Dieter Wartenweiler /Ku-Shin (*1945)

(Am 2. Juni 2018 wird Wartenweiler von Niklaus Brantschen Roshi „Inka Shomei“ (Siegel der Bestätigung) empfangen und damit zum Zen-Meister ernannt.)

Westlicher und Östlicher Weg

Ich lobe den Tanz!

tanzFoto: © wak

 

Ich lobe den Tanz!
denn er befreit den Menschen
von der Schwere der Dinge
bindet den Vereinzelten
an die Gemeinschaft.

Ich lobe den Tanz
der alles fordert und fördert:
Gesundheit und klaren Geist
und eine beschwingte Seele.

Tanz ist Verwandlung
des Raumes, der Zeit, des Menschen
der dauernd in Gefahr ist
zu zerfallen ganz Hirn
Wille oder Gefühl zu werden.

Der Tanz dagegen fordert
den ganzen Menschen
der in seiner Mitte verankert ist
der nicht besessen ist
von der Begehrlichkeit
nach Menschen und Dingen
und von der Dämonie
der Verlassenheit im eigenen Ich.

Der Tanz fordert
den befreiten, den schwingenden
Menschen
im Gleichgewicht aller Kräfte.

Ich lobe den Tanz!
O Mensch lerne tanzen,
sonst wissen die Engel
im Himmel mit dir
nichts anzufangen!

Autor unbekannt. Fälschlich Augustinus von Hippo (354-430) zugeschrieben