Als sprächest Du zu Dir selber

Welches Glück,
welche Geborgenheit,
welche Seligkeit,
wenn jemand Dir zuhört,
zu dem Du zu sprechen wagen darfst,
als sprächest Du zu Dir selbst.

Aelred von Rievaulx (1110 – 1167)

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Gram der nicht spricht…

Gib Worte deinem Schmerz:
Gram, der nicht spricht,
Presst das beladene Herz,
bis dass es bricht.

William Shakespeare (1564 – 1616) in: The Tragedy of Macbeth

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Es wird anders wenn man es ausspricht

Es wird immer gleich
ein wenig anders
wenn man es ausspricht.

Hermann Hesse (1877 – 1962)

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Kurze Notizen zum Kölner KirchenBild – Drei Kleriker und das „Opus Dei“

„Opus Dei“ im Blickpunkt…

 

„Dort ist wirklich Fäulnis, und zurzeit scheint es, dass der mystische Leib Christi ein verwesender Leichnam wäre, der übel riecht“. Worte eines Priesters aus dem 20. Jahrhundert. Worte von Josemaria Escriva de Balaguer (1902 – 1975) in „Cronica“, einem lange geheim gehalten internen Informationsblatt des „Opus Dei“, dessen Gründer Escriva de Balaguer war. Blickt jemand in diesen Tagen nach Köln, so könnte er meinen, dass diese Worte auf die Situation des dortigen Erzbistums und einige seiner Führungskräfte gemünzt seien.

Das ist nicht erstaunlich aber erschreckend. Und es lohnt ein genauerer Blick: denn mindestens drei der Akteure kommen – mehr oder weniger offen – aus dem direkten Umfeld des „Opus Dei“.

Zu Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki schreibt die Frankfurte Allgemeine Zeitung: „Der Theologe promovierte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz über die Seelsorge. Die Universität gehört zur konservativen Laienorganisation Opus Dei.“ (02.07.2011) Andererseits betont Woelki „Ich bin immer Diözesanpriester gewesen und gehöre weder dem Opus Dei noch einer anderen kirchlichen Gemeinschaft an.“ (Der Tagesspiegel vom 4. Juli 2011).

(Zu kritischen Fragen um seine Promotion gibt es bei Christian Modehn interessante Hinweise: https://religionsphilosophischer-salon.de/1862_mit-erzbischof-woelki-ins-getto_religionskritik) . Lassen wir das hier erst mal so stehen.

Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof (* 1967): Er ist Domkapitular und Weihbischof im Erzbistum Köln. Gestern von seinen Aufgaben entbunden. „Schwaderlapps und Woelkis Werdegänge ähneln einander in einem wichtigen Punkt: Beide waren Meisners Privatsekretäre und gehörten damit früh zu den engsten Mitarbeitern des Kardinals. Beide haben auch Verbindungen zum umstrittenen ‚Opus Dei‘. Woelki promovierte an dessen Universität in Rom, Schwaderlapp hat stets betont, dem Opus Dei sehr nahe zu stehen. Im Gegensatz zu Eltern und Geschwistern sei er allerdings kein Mitglied. So Joachim Frank im Kölner Stadtanzeiger (https://www.ksta.de/dominik-schwaderlapp-neues-amt-fuer-meisners-alter-ego-10547462?cb=1616158954130). Lassen wir auch das hier erst mal so stehen.

Markus Hofmann, Generalvikar: Über ihn schreibt Lothar Schröder in der „Rheinischen Post“ am 23. März 2018: „…noch beachtlicher aber ist die Neubesetzung mit Markus Hofmann (50), einem Priester, der der erzkonservativen Bewegung von Opus Dei nahesteht. Denn der gebürtiger Kölner Priester ist auch Mitglied der sogenannten Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz – eine Vereinigung von Klerikern, die nach eigener Aussage ‚mit der Prälatur Opus Dei innerlich verbunden ist‘“. In seinem offiziellen Lebenslauf auf der Homepage des Erzbistum ist der Hinweis darauf nicht zu finden: https://www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/generalvikar/

 

Dass der jetzt ebenfalls abberufene Weihbischof Ansgar Puff zum Neokatechumenalen Weg gehört, das sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Siehe dazu (Raoul Löbbert / Christiane Florin in der „Zeit“ vom 4. Mai 2014 https://www.zeit.de/gesellschaft/2014-05/interview-ansgar-puff-neokatechumenaler-weg?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

 

Können wir das hier erst mal so stehen lassen? Ich fürchte nein. Denn die drei konkreten Personalien aus dem direkten und indirekten Umfeld des Opus Dei lassen ein Kirchenbild erkennen, dass seine Quelle unter anderem in der „Integralismus-Debatte“ hat. „Im Innenraum der Kirche müsste aber doch für die Gläubigen überall lichte Durchsichtigkeit herrschen,“ hatte Hans Urs von Balthasar (des Progressismus nicht verdächtig) in seinem Artikel „Integralismus“ in Wort und Wahrheit 18 (1963), S. 737-744 vor vielen Jahren betont und eingefordert, in dem er auch schrieb:“ Die stärkste integralistische Machtballung in der Kirche… ist heute ohne Zweifel das Opus Dei…“

Und ein anderer Begriff ist hier zu nennen:  „Elite“. „Das Wort ‚Elite‘ kommt im Schrifttum des Opus Dei seltener vor als beispielsweise in den Dokumenten der deutschen Industriegewerkschaften. Aber es ist klar, dass der Anspruch darauf, Elite zu bilden, durch die strenge Auslese, die Selbstverleugnung, die sorgfältige Ausbildung, die Rücksicht auf die Individualität und den planvollen Einsatz der Kräfte von Opus Dei sehr weitgehend erfüllt wird.“ Auch der Autor dieser Zeilen wird nicht als progressiver Heißsporn durchgehen – es war Otto B. Roegele in seinem Beitrag „Das Opus Dei – Legende und Wirklichkeit einer umstrittenen Gemeinschaft“, der in der Zeitschrift Hochland erschienen ist 54(1961/1962), S. 439

Was für eine Konstellation. Ein superreiches Erzbistum, drei führende dortige Kleriker im Umfeld des Opus Dei. Gedanken kommen da schon auf. „Der Priester, wer er auch sei, ist immer ein zweiter Christus.“ So Escriva de Balaguer im „Camino“ – „Der Weg“, Nummer 66. Das sagt viel aus über ein Priesterbild, das ein sehr eigenes Kirchenbild schafft. Sicher keines für eine katholische Kirche im 21. Jahrhundert. Eher für eine römische, mehr noch für eine kölner – sehr eigener Art.

Werner A. Krebber

Literatur von mir zum „Opus Dei“:

Werner Krebber: Notizen zur säkularen Spiritualität des Opus Dei. In: Anton Zottl (Hg.) Welt-Frömmigkeit. Grundlagen – Traditionen – Zeugnisse. Eichstätt/Wien 1985, S. 167 – 181

Werner Krebber: Opus Dei – ein Mythos wird gehegt. In: Frankfurter Hefte 37 (1982), Heft 6, Seite 10 ff.

„Ihr Zuhören entlastet, entschärft und stärkt“

Screenshot der Homepage https://zuhoerer-ruhr.com/

 

„Obwohl ich es ja vom letzten Mal schon kannte, war ich wieder positiv  beeindruckt: Es ist so erleichternd und klärend, einen Raum für das  Erzählen der eigenen Geschichte, Gedanken und Gefühle zu haben.

Es hilft  mir sehr, dass Sie das Zuhören als professionelle Dienstleistung  anbieten – so sind die Rollen klar verteilt und ich fühle mich freier.  Gegenüber einer zuhörenden Person, die ganz offen und ohne eigene ‚Agenda‘ ist, lichtet sich durch das Formulieren und Aussprechen mein innerer Nebel. Ich darf weinen und lachen und schweigen, und bin dabei nicht allein.

Ihr Zuhören entlastet, entschärft und stärkt. Danke!“

Aus der Mail-Rückmeldung nach einem Zuhörer-Telefonat

Hier geht es zu meinem Angebot: https://zuhoerer-ruhr.com/

Joseph Beuys: Magie | Mystik | Mythos

Eine subjektive Annäherung in fünf Teilen

– work in progress –

Joseph Beuys annähern will ich mich in einer kleinen Serie von fünf Teilen bis zum 12. Mai 2021, seinem 100. Geburtstag.  Kern meiner subjektiven Annäherungen werden vor allem drei Bereiche sein, die für mich sein Menschsein wie sein künstlerisches Gesamtwerk prägen: Magie, Mystik und Mythos. Seine und meine niederrheinische Herkunft werden die Brücke sein, vielleicht anders als gewohnt auf den Ausnahmekünstler zuzugehen. Auch wenn meine Anmerkungen absolut unvollständig und lückenhaft sind. Bald hier also mehr.  ~ Werner A. Krebber

 

I. Wer war Joseph Beuys – Ein Überblick / Januar 2021

II. Magie / Februar 2021

III. Mystik / März 2021

IV. Mythos / April 2021

V. Wer war Joseph Beuys – Rückblick und Ausblick / Mai 2021

 

 

Zuhörer in Corona-Zeiten ~ Werner A. Krebber

 

Wo finde ich nur einen Menschen,
der die Wörter zu vergessen weiß,
so dass ich einige Worte
mit ihm wechseln könnte.
Zuangzi / China

 

Sind manche Phasen ohnehin schon so, dass es einen Zuhörer braucht, ist das in einer Zeit, wie sie durch die Corona-Situation entstanden ist, um so drängender:

Menschen brauchen Zuhörende…

… die ihnen ein empathisches, vertrauensvolles und unabhängiges Gegenüber sind;

… die ihnen achtsam und konzentriert ihre volle Aufmerksamkeit schenken;

… die interessiert ihren Gedanken ohne Urteil und Bewertung folgen;

… bei denen ein geistiger Raum entsteht, in dem ihre Gedanken und Planungen in Ruhe beim Sprechen entwickelt werden können;

… die ihnen nicht Argumente, eigene Meinungen oder Ratschläge aufdrängen…

Ich bin für Sie da, bin Ihr Zuhörer – nehmen Sie Kontakt mit mir auf…

https://zuhoerer-ruhr.com/zuhoerer@email.de