Im Herzen der Glaubenden sieben Burgen

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Du sollst wissen, dass Gott – erhaben sei er – im Herzen des Glaubenden sieben Burgen mit Wehranlagen und Ringmauern geschaffen hat. Er wies den Glaubenden an, sich innerhalb dieser Burgen aufzuhalten, während er Satan erlaubte, außerhalb zu bleiben, von wo aus er es wie der Hund angeht und anbellt. Die erste umringte Burg ist aus Korund, und das ist die mystische Erkenntnis Gottes – erhaben sei er –; und um sie herum liegt eine Burg aus Gold, was der Glaube an Gott ist – erhaben sei er –; und um sie herum liegt eine Burg aus Silber, was die Reinheit der Absicht beim Reden und Tun ist; und um sie herum liegt eine Burg aus Eisen, was die Übereinstimmung mit dem göttlichen Ratschluss ist; und um sie herum liegt eine Burg aus Bronze, was die Ausführung der Vorschriften Gottes ist – erhaben sei er –; und um sie herum liegt eine Burg aus Alaunstein, was die Erfüllung der positiven und negativen Gebote Gottes ist; und um sie herum liegt eine Burg aus Ton, was die Erziehung der sensitiven Seele bei allem Tun ist.

 Abu al-Hussain alNuri, Persischer Sufi-Mystiker (+907/908)

Aus der Einleitung der von Ulrich Dobhan OCD und Elisabeth Peeters OCD herausgegebenen Werkausgabe von Teresa von Ávila, hier den „Wohnungen der Inneren Burg“

 

Seligkeit und Frieden

Macht niemanden verantwortlich! Kommen schlechte Zeiten, dann wisst, dass Gott mit euch spielt, und seid froh darüber. Auf Glück folgt Leid. Je höher entwickelt die Seele, um so schneller folgen sie aufeinander. Was wir wollen, ist weder Glück noch Leid. Beide lassen uns unser wahre Wesen vergessen. Beide sind Ketten, eine aus Eisen, die andere aus Gold. Hinter beiden ist der Atman*, der weder Glück noch Leid kennt. Dies sind Zustände, und Zustände verändern sich dauernd. Doch das Wesen der Seele ist Seligkeit und Frieden – unwandelbar. Wir brauchen sie nicht zu erlangen, wir besitzen sie.

* (Der Teil des Menschen, der unsterblich und ewig ist.)

Swami Vivekananda (1863 – 1902)