Unteilbar, unbeweglich, unveränderlich

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Vollkommene Reinheit muß durch die unteilbare Einheit vom Methode und Weisheit erzielt werden, die in der … Silbe hung – sie bedeutet Unteilbarkeit – symbolisiert wird. Im Sutra-System bezieht sich die Unteilbarkeit vom Methode und Weisheit auf Weisheit, die durch Methode, und Methode, die durch Weisheit beeinflußt ist. Im Mantra- oder Tantra-Fahrzeug bezieht sie sich auf ein Bewußtsein, in welchem die volle Form von Weisheit und Methode als einer unteilbaren Wesenheit gegeben ist. Im System der Wurzelsilben für die fünf Sieger-Buddhas ist hung die Wurzelsilbe des Aksobhya – des Unbeweglichen, Unveränderlichen, der durch nichts gestört werden kann

Tenzin Gyatso (* 1935)

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Tayata Om Bekandze… – Medizinbuddha-Mantra

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Tayata
Om Bekandze Bekandze
Maha Bekandze
Radza Samudgate Soha

Dies ist ein sehr wichtiges Mantra. Man sagt, es gebe acht Medizinbuddhas, doch dieses Mantra ist das wichtigste von ihnen. Seine Bedeutung ist folgende: TAYATA, wie auch OM, bedeutet das Potenzial des Universums. BAIKAZEYA ist die natürliche Medizin. MAHA ist groß, daher MAHA BAIKAZEYA – große natürliche Medizin. RAZA ist der König, der Herrscher dieser großen natürlichen Medizin. SAMUN GATE SOHA bedeutet: Bitte übertrage mir alle diese großen Kräfte.

In: Rangdro Tobkyi Dorje: Tibetisches Mantraheilen. Die Heilkraft tibetischer Yogis. Darmstadt 2006, S. 73

In einer Übersetzung heißt es:

Mögen all die vielen Lebewesen,
die krank sind,
schnell von ihrer Krankheit erlöst sein.
Und mögen all die Krankheiten dieser Wesen
Niemals wieder auftreten.

Worte, die heilen können – Bibliotherapie aus buddhistischem Geist

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Buddhistische Sutren, Mantren, Koans und Zen-Geschichten – inwiefern können Worte heilende Begleiter und Helfer sein auf dem weglosen Weg und damit auch auf dem Weg, sich selbst zu heilen? Nachfolgend ein unorthodoxer Blick auf jene “Arsenale der Seelenmedizin”, auf die heute die Bibliotherapie zurückgreift. Auch über das gesprochene oder geschriebene Wort können wir uns selbst erkennen, gestalten und entfalten. Und es können sich uns ungeahnte Lösungen unserer Lebensprobleme auftun

Der Name „Bibliotherapie“ ist aus den griechischen Worten für Buch (biblion) und Heilung (therapeia) zusammengesetzt. Der Begriff wird dem Pfarrer Samuel McChord Crothers zugeschrieben, der ihn 1916 in einem Artikel über diese therapeutische Methode verwendete. Heute ist sie im Bereich der Gestalttherapie angesiedelt. Was Bibliotherapie meint, hat eigentlich bereits eine lange Tradition. Schon Griechen und Römer betrachteten ihre Bibliotheken als „Arsenale der Seelenmedizin“, und Aristoteles sagte in seiner Poetik, dass die Tragödie einen kathartischen – also geistig-seelisch reinigenden – Effekt auf das Publikum hat. Im Kairoer Al-Mansur Hospital empfahl man schon 1272 Lesungen des Korans als Teil der allgemeinmedizinischen Behandlung. Und 1810 wurde die heilende Wirkung des Lesens von Benjamin Rush auch für psychisch Kranke empfohlen.

Innere Beteiligung

Die Bibliotherapie geht von vier Annahmen aus, die den Menschen und seine Persönlichkeit betreffen:

  • der Mensch ist seinem Wesen nach schöpferisch;
  • sein Leben vollzieht sich aus dem Dialog heraus;
  • gestalteter sprachlicher Ausdruck ist eine Grundeigenschaft des menschlichen Wesens und Teil seiner Entwicklung;
  • das emotionale Leben ist zentral für seine Gesundheit.

Warum Bibliotherapie wirkt, hat bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts L. Rosenblatt so zusammengefasst: „Über die Bücher kann der Leser seine eigene Natur erforschen, er kann in sich selbst Gedanken- und Gefühlskräfte entdecken, er kann klarere Perspektiven erlangen, Ziele und einen Sinn für Richtung entwickeln, die äußere Welt ergründen, andere Persönlichkeitsstrukturen und andere Lebenswege erforschen. Befreit von den Fesseln von Zeit und Raum, kann er die ganze Breite der sozialen und zeitlichen Alternativen durchstreifen, die andere imaginiert und geschaffen haben.“

Als konkrete Einsatzmöglichkeiten der Bibliotherapie werden heute unter anderem Lebenshilfe, Unterstützung der Individuation, Bewältigung von Ängsten aller Art, Selbsterkenntnis sowie die Überwindung von Krisen genannt.

Vor allem die innere Beteiligung des Lesers ist für Bibliotherapie von großer Bedeutung. Das zeigt beispielsweise Clemens Kuby, dessen Film und Buch „Unterwegs in die nächste Dimension“ der Frage nachgeht, auf welchem Prüfstand die Wirkkraft von Spiritualität sichtbar wird. Seine Antwort darauf ist: Heilen. Und er gibt eine einleuchtende Erklärung dafür, die sich auf die Erkenntnisse von Gehirnforschung und Neurophysiologie stützt: „Die wichtigste Eigenschaft des Gehirns ist es, die eigene Wirklichkeit zu erschaffen. Dafür nimmt es über 90 Prozent der Informationen aus dem eigenen Fundus und nicht über die Sinnesorgane von außen auf. Also muss das, was für wahr gehalten wird, bei jedem etwas anderes sein. Das Gehirn weist den an sich bedeutungsfreien neuronalen Prozessen die Bedeutung erst zu.“ Und damit geht es für den Menschen auch darum, jene Prozesse auszulösen, die zur (Selbst)-Heilung führen können.

 Als Buddha krank war…

Buddha spricht bereits in seiner ersten Predigt in Benares von der „heiligen Wahrheit vom Leiden“, das es zu überwinden gilt, vom Leiden, das durch Geburt, Krankheit, Alter, Gram, Trennung entstanden ist. Der Mensch kann aber, wenn er das Leiden erkennt, durch das Beschreiten des achtfachen Pfades (rechte Ansicht, rechter Entschluss, rechte Rede, rechtes Verhalten, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Meditation) davon befreit werden.

Schon eine frühe Geschichte buddhistischer Tradition berichtet von einer Heilung. Als Buddha einmal krank war, bekam er Besuch. Er bat seinen Besucher, dass er ihm die sieben Erleuchtungsglieder rezitiert:

  • Achtsamkeit
  • Untersuchung der Dinge,
  • Streben,
  • Freude,
  • Ruhe,
  • meditative Versenkung,
  • Gleichmut.

Nachdem er gut zugehört hatte und nicht nur die Rezitation seines Gastes, sondern auch die Lehre lobte, geschah es – da „… war der Erhabene von dieser Krankheit genesen.“ Soweit die Überlieferung.

Von der Magie des Wortes

Mit großer Wertschätzung spricht Lama Anagarika Govinda von der „Magie des Wortes und der Macht der Sprache“. Gerade die irrationale Eigenschaft der Worte ist es, „die unsere tiefsten Gefühle erregt, unser innerstes Wesen erhebt und es mitschwingen lässt mit anderen.“ In dem „Augenblick, wo wir eine Erscheinung in ihrer ganzen Tiefe und Fülle sehen und verstehen, verliert sie ihre Furchtbarkeit. Die Kräfte der Tiefe – wie alle Kräfte der Natur – sind von sich aus weder zerstörerisch noch aufbauend: Wir selber sind es, die sie zu dem einen oder anderen machen bzw. ihnen diese Bewertung unterschieben. Wichtig ist, was wir sehend erkennen, d.h. nicht intellektuell konstruieren, sondern ganzheitlich erfahren und erleben.“

Als ein Vermittler der heilenden Kraft von Worten wird Manjusri – „der von lieblicher Schönheit“ – gesehen. Er wird als Bodhisattva der Weisheit verehrt. Dem Heilssucher, so heißt es, hilft er dadurch, dass er ihm das Verständnis der buddhistischen Schriften verleiht und die Gedächtniskraft, sie im Wortlaut auswendig zu behalten. Mit dem Flammenschwert, einem seiner beiden Attribute, zerstört Manjusri die Unwissenheit und bringt so Licht in die Finsternis. Mit dem Buch, seinem zweiten Attribut, schafft er Geistesaktivität und ermöglicht neuen Anfang. Manjusri lobt im Bhaisajya-guru-Sutra den Buddha mit der Anrufung:

„O Herr, Meister des Heilens, Buddha im Lapislazuli-Glanz.“

Er weckt damit nicht nur die göttlichen Heilkräfte des Buddha, sondern auch dessen schützende Fähigkeiten. Doch was hat es genauer auf sich mit Koans, Zen-Geschichten, Mantren und Sutren?

Koans – Anstöße zur Erkenntnis

Wörtlich bedeutet Ko-an Urkunde oder gesetzliche Verordnung. Im übertragenen Sinn ist damit aber gemeint: „Ort, an dem die Wahrheit ist.“ Heute wird mit Koan vor allem die Anekdote eines Meisters, eine Feststellung oder Frage gemeint. Koans sind ein Mittel, den „Geist für die Wahrheit des Zen“ zu eröffnen. Die Meditation über ein Koan führt dazu, den Intellekt zu überschreiten und die nichtduale Natur der Wirklichkeit zu erfahren. Koans werden dem Zen-Schüler vom Lehrer gegeben, um ihn zur Erkenntnis zu bringen und ihm zu helfen, sein Verständnis zu vertiefen. Das immer wieder neue Fragen des Schülers löst jenen inneren Zweifel aus, der dazu führt, Hergekommenes und Überholtes nicht mehr gelten zu lassen und damit die Öffnung für grundlegend neue Erfahrungen zu ermöglichen, die als Erleuchtung bezeichnet wird. Nachfolgend eines der ältesten Koans, der Dialog zwischen dem sechsten Patriarchen und dem Mönch Ming: Der Patriarch antwortete auf die Frage des Mönchs Ming, was Zen sei: „Wenn dein Geist nicht im Zwiespalt von Gut und Böse weilt, was ist dann dein ursprüngliches Antlitz, bevor du geboren warst?“ Mit dieser Frage wird der Mönch aufgefordert, seinem inneren Selbst zu begegnen. Ein anderes Koan berichtet von Meister Hakuin: Hakuin klatschte in die Hände. Nachdem er sich schweigend erhoben hatte, fragte er „Hörst du die Stimme der einen Hand?“ In der Praxis wird heute ein Stamm von rund 500 Koans verwandt, die für die innere Schulung als besonders geeignet angesehen werden. Insgesamt gibt es eine Sammung von etwa 1.700 klassischen Koans.

Selbstentdeckung durch Zen-Geschichten

Auch Zen-Geschichten gehören zum literarischen Repertoire, das im Rahmen von Bibliotherapie genutzt werden kann. Denn Zen-Geschichten sind Geschichten über Selbstentdeckungen, die dem Ziel dienen, das Bewusstsein zu öffnen. Nimmt man sie ernst, kommt man zum Zen ohne Umwege. Denn Zen zeigt sich „im täglichen Leben, als Bewusstsein in Aktion“, wie Paul Reps schreibt. „Die eigentliche Absicht der Zen-Geschichten besteht nicht darin, Ereignisse der Vergangenheit zu dokumentieren, sondern eine aktuelle Wirkung auf den Leser auszuüben. Das ist ihre historische Dimension“, sagt Thomas Cleary, der ebenfalls eine Sammlung von Zen-Geschichten veröffentlicht hat. Ein charakteristisches Beispiel ist wohl diese Geschichte: Ein junger Mann suchte einen Zen-Meister auf. „Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe?“ „Vielleicht zehn Jahre“, entgegnete der Meister. „Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann?“, fragte der Schüler. „In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern“, erwiderte der Meister. „Ich nehme aber wirklich jede Härte auf mich. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen“, beteuerte der junge Mann. „Dann“, erwiderte der Meister, „kann es bis zu vierzig Jahre dauern.“

Mantren – Türöffner zur Wirklichkeit

Aus der Sanskrit-Wurzel „man“ für denken und der Silbe „tra“, was Mittel, oder Werkzeug, oder bewirkende Kraft bedeutet, setzt sich das Wort Mantra zusammen. Richard B. Applegate bezeichnet Mantren als „Werkzeug für den Geist“. Durch das rezitieren von Mantren „erweckt der Gläubige die in ihren Schwingungen enthaltenen magischen heilswirksamen Kräfte in seinem eigenen Bewusstsein“, sagt das „Lexikon des Buddhismus“. Mantren werden als “die lautliche Realisation von Gottheiten angesehen und durch die Wandlung heilswidriger Verdunkelungen sollen sie der Harmonisierung von Körper und Geist dienen.“ In der Rangfolge gleich nach der Meditation ist „die Wiederholung des Mantras wahrscheinlich die wirksamste aller spirituellen Techniken, die als Teil der gesamten Bemühungen um ein geistiges Leben eingesetzt werden. Die Meditation setzt beständige Anstrengungen und Willenskraft voraus. Das Mantra erfordert nichts dergleichen“, betont Eknath Easwaran. Denn er weiß: „Auf dem Weg des Mantras wird der ganze Mensch berührt und nicht nur der Verstand. Das Verstehen, das ein Mantra auslösen kann, ist viel umfassender als intellektuelles Begreifen. Alle Frequenzen, die Ihren Organismus, Ihre Gefühlswelt und Ihr Bewusstsein ausmachen – vom physischen Körper über den Emotionalkörper bis hin zum Höheren Selbst – werden im Idealfall durch das Mantra angeregt und ins Gleichgewicht gebracht.“ Inhaltliche Schwierigkeiten mit der allzu komplex erscheinenden Struktur von Sanskrit-Texten muss man seiner Meinung nach nicht haben. „Das Rezitieren von Sanskrit-Mantras zeigt auch dann seine positiven Effekte, wenn wir den Inhalt und die Symbolik der Wörter nicht bis ins Detail deuten und mit dem Verstand erfassen können.“

Das wohl älteste und am weitesten verbreitete Mantra ist das aus Tibet stammende: „Om mani padme hum“ beziehungsweise „Om mani peme hung“, das „Juwel im Lotos“ heißt. Dieses Mantra, das die Kraft des Mitgefühls (Bodhisattva Avalokiteshvara / Chenresi) verkörpert, ist ein Ausdruck für die Liebe zu allen Lebewesen und drückt den Wunsch nach Befreiung und Erlösung aus, dem Wohl aller zu dienen.

Ein anderes bedeutendes Mantra ist das „Om ah hum“, mit dem die drei Ebenen der Wirklichkeit dargestellt werden. die universelle Wirklichkeit, die ideale und die individuelle. Nach Lama Anagarika Govinda entsprechen sie dem Scheitel-, dem Kehlkopf- und dem Herz-Chakra. Andere Deutungen sehen im „Om“ den Buddha des grenzenlosen Lichts und des Erbarmens (Amithaba), bei „ah“ den Bodhisattva des Mitgefühls Avalokiteshvara und mit „hum“ Padmasambhava, der den tibetischen Buddhismus begründete und wie ein Buddha verehrt wird.

„Om ah hum“ will dabei helfen, Polarisierungen zu überwinden und das Unbegrenzte im Begrenzten zu sehen, das Heilige im Alltäglichen.

Sutren – Lehrer der Aufmerksamkeit

Die Rezitation der Sutren hat ebenfalls eine aktive, dynamische Dimension. Die inhaltliche Bedeutung der Sutren hat bei der Rezitation keine allzu wesentliche Funktion. Es ist dagegen vor allem die Schulung von Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen, die der Rezitierende lernt. Das Ergebnis ist frappierend. Denn beim Rezitieren wird die tiefe innere Verbindung erkannt, die innere und äußere Welt eins werden lässt.

Als Beispiel hier ein Ausschnitt aus dem Herz-Sutra:

“Wenn unser wahres Selbst sich furchtlos prüft und Achtsamkeit übt, entdeckt es, dass unsere Überzeugungen, Charaktermängel und Krankheiten leer und ohne wirkliche Existenz sind… Alles ist gut. Deshalb solltest du die Wahrheit über die Gesundung des wahren Selbst kennen, die Wahrheit, die lehrt, dass niemals eine Wahrheit zu finden war, die Wahrheit, die lehrt, dass niemals eine Wahrheit zu verlieren war, die transzendente und weltliche Wahrheit, die Wahrheit, die allein bestätigt, gegen die alles andere Leugnung ist. Die Wahrheit, die du so lange vor dir selbst verborgen hast und die du jetzt eingestehen kannst: Wahres Selbst! Ich kenne dich jetzt!”

Das sind Sätze, die es nicht nur ermöglichen, enormen Druck wegzunehmen, sondern die auch Genesung, Gesundung möglich werden lassen.

Worte – die Wahrheitsleitern

Ekai warnte schon früh: „Worte können nicht alles beschreiben. Des Herzens Botschaft lässt sich nicht in Worte fassen. Wer Worte wörtlich nimmt, ist verloren. Wer mit Worten zu erklären versucht, kann keine Einsicht ins Leben gewinnen.“ Und er warnt damit davor, Worte zu Bewusstseinsfallen werden zu lassen. Zu achten ist also darauf, nicht die Worte an sich, sondern die Worte in ihrer Be-Deutung ernst zu nehmen. Gelingt dies, können aus einer Folge von Buchstaben aus dem Alphabet Worte der Transzendenz werden, Worte des Überschreitens der Grenzen unserer Erfahrungen und unseres diesseitigen Bewusst-Seins. Und heilende Worte werden so zu einer Leiter des wirklichen, weil spirituellen Lebens, zu einer Lebens-Leiter: „Man muss eine Leiter erschaffen“, sagt Osho. „Man geht höher oder tiefer, was letztendlich das Gleiche ist. Wenn du höher gehst, gehst du tiefer. Wenn du tiefer gehst, gehst du höher. Aber du beginnst, dich in einer ganz neuen Dimension zu bewegen.“

© Werner Anahata Krebber

Literatur:

Ash, Mel: Das Zen der Gesundung. Spirituelle und therapeutische Techniken auf dem Weg von Abhängigkeit zur Freiheit. München 1997;
Birnbaum, Raoul: Der Heilende Buddha. Eine Einführung in das psychosomatische Heilsystem des Buddhismus. Bern/München 1982;
Easwaran, Eknath: Mantram. Hilfe durch die Kraft des Wortes. Freiburg/Br 52000;
Krebber, Werner: Der Weg zum Selbst. Vom Weg in die Zukunft auf den Spuren der Mystik. In: connection special 68 “Der neue Mensch”, Niedertaufkirchen 2003;
Krebber, Werner: Worte die das Herz öffnen. Vorboten und Wegweiser zur Heilung. In: connection special 72 “Aufbruch in den Religionen”, Niedertaufkirchen 2004;
Oehme, Anja: Möglichkeiten und Grenzen bibliotherapeutischer Arbeit für den Literaturunterricht unter Berücksichtigung von Prävention bzw. Abbau von Verhaltensstörungen. Online: http://www.foepaed.net/index.php/volltexte2/67-bibliotherapie;
Lipsett, Peter R.: Wege zur Transzendenzerfahrung. Münsterschwarzach 1992;
Petzolt, Hilarion; Orth, Ilse (Hg.) Poesie und Therapie. Über die Heilkraft der Sprache. Paderborn 1985;
Reps, Paul: Ohne Worte – ohne Schweigen. 101 Zen-Geschichten und andere Zen-Texte aus vier Jahrtausenden. Bern/München/Wien 1976;
Schumann, Hans Wolfgang: Handbuch Buddhismus. Die Zentralen Lehren: Ursprung und Gegenwart. Kreuzlingen/München 2000

Das Selbst ist das Herz selber

Von der „Stätte der Lebenskraft“ erzählt Ramana Maharshi einem seiner Schüler. Gelesen hat Ramana davon in der lange verschollenen „Quintessenz der achtgliedrigen Wissenschaft“. Dieses Ayurveda-Kompendium sieht das Herz als „Stätte des Bewusstseins, des sich selber gewahr seins.“ Und Maharshi ist davon überzeugt: „Das Selbst ist das Herz selber. Das Selbst ist die Stätte und Mitte selber. Es ist immerdar seiner selbst inne als ‚Herz’.“ Was aber hat es mit dem Herzen für uns auf sich? Zwei Traditionen werden daraufhin genauer befragt: das buddhistische Herz-Sutra und das ostkirchliche Herzensgebet. Und befragt wird damit auch, wie Leben, wie das Selbst, verherzt werden kann.

 

herzbuddhajesusFoto: privat

„Wir leben in einer Kultur, die blind für das spirituelle Leben ist. Sie ist spirituell ignorant, moralisch verwirrt, psychisch gestört und süchtig nach Gewalt, Unterhaltung und Konsum.“ Wayne Teasdale, Vorstandsmitglied des Parlaments der Weltreligionen, weist auf ein kollektives System hin, das in weiten Teilen Herz-los geworden ist. Es gilt daher, sich zu erinnern…

Das Herz ist der Sitz des Lebens
In der Geschichte der unterschiedlichen Versuche von Seins-Erklärungen wird das Herz seit langem als der Sitz der Seele gesehen. Es wird als Sitz des Lebens bezeichnet, aber auch als der Ort des Denk- und Gedächtnisvermögens. „Die Nabelschnur des Seienden im Nichtseienden fanden die Dichter heraus, in ihrem Herz forschend“, heißt es in der altindischen Rigveda. Vedische Tradition sieht die geistige Kraft in das Herz des Menschen gesenkt. Nur ein kurzer Weg ist es zur Tradition der Upanishaden mit ihrer engen Verbindung von Herz und Geist: „Durch das Herz erkennt man die Wahrheit.“ Und hier ist bereits die Brücke zum Buddhismus geschlagen, wenn dort die fünf Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) „das Herz zum Hort haben“. Im Herzen, so heißt es, kann der Meditierende der anderen Personen Herzen schauen und erkennen, wenn er das Gemüt auf die Erkenntnis der Herzen richtet. Worum geht es nun aber beim Herz-Sutra genau? Lassen wir uns zunächst einmal auf seinen Text ein, der ein Herz-Stück buddhistischer Tradition beschreibt, in dem wir das Wort „Herz“ selbst gar nicht finden werden:

Bodhisattva Avalokiteshvara, in der Übung der tiefen transzendenten Weisheit erkannte, dass alle fünf Skandas  leer sind und überwand so alles Leiden. Shariputra , Form ist nichts anderes als Leere, Leere nichts anderes als Form. Form ist wirklich Leere, Leere wirklich Form. Das gleiche gilt für Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und unterscheidendes Denken. Shariputra, die Formen aller Dinge sind leer, sie entstehen nicht und vergehen nicht, sie sind nicht rein und nicht unrein, nehmen nicht zu und nicht ab. Daher ist in der Leere keine Form, weder Empfindung, Wahrnehmung, Wollen oder unterscheidendes Denken, weder Auge, Ohr, Nase, Zunge oder Körper, weder Farbe, Ton, Duft oder Geschmack, weder Berührbares noch Vorstellung, weder ein Bereich der Sinnesorgane noch ein Bereich des Daseins, weder Unwissenheit noch ein Ende von Unwissenheit. Und so gibt es weder Alter noch Tod, noch ein Ende von Alter und Tod, weder Leiden noch Entstehen von Leiden, kein Anhäufen, Vernichten, keinen Weg, weder Erkennen noch Erreichen, weil es nichts zu erreichen gibt. Ein Bodhisattva lebt aus dieser Weisheit ohne Hindernis im Geist, ohne Hindernis und daher ohne Furcht. Jenseits aller Illusionen ist endlich Nirvana. Alle Buddhas der Vergangenheit leben aus dieser transzendenten Weisheit, erreichen die höchste Erleuchtung vollkommen und unübertroffen. Wisse daher, dass die transzendente Weisheit das große heilige Mantra ist, das große strahlende Mantra, das unübertroffene Mantra, das alle Leiden nimmt. Das ist wahr und ohne Fehl. Das ist das Mantra, verkündet in der transzendenten Weisheit. Es lautet:

GATE GATE PARAGATE PARASAMGATE BODHI SWAHA.

Täglich, so wird berichtet, rezitieren Zen-Mönche dieses „Gate, gate, paragate, paramsagate bodhi swaha“, das für sie bedeutet:

„Gegangen, gegangen, über alles hinaus, über alles ganz und gar hinausgegangen“.

Oder wie es in einer anderen Übersetzung heißt:

„Gegangen, gegangen, den ganzen Weg hinübergegangen, alle hinübergegangen zum anderen Ufer, Erleuchtung, Lobpreis.“

Und was heißt das für uns ganz konkret? Im Herz-Schlag des Gewahr-Seins findet der Mensch jenen Ort, der sein Selbst wirklich ausmacht. Für den amerikanischen Zen-Meister Bernard Glassman beschreitet das Herz-Sutra jenen Weg, die Wirklichkeit über die Vielfalt der Realität, den Reichtum an Phänomenen und Unterscheidungen zu beschreiben. Und er verdeutlicht dies an dem Beispiel des „Zauberer von Oz“, in dem die Protagonistin Dorothy auf den gelben Ziegelsteinweg geschickt wird. „Diesen gelben Ziegelsteinweg gibt es jedoch nicht! Wir sind bereits auf ihm. Wo immer wir sind, befindet sich der gelbe Ziegelsteinweg. Auf diesem Weg gibt es kein Innen und kein Außen. Alles ist dieser Weg; wir alle sind auf dem Weg. Wohin? Er führt nirgendwo hin! Er ist der Herzschlag des Lebens in alle Richtungen.“ Und deshalb sagt er auch: „Wenn wir annehmen, wir praktizierten, um den Weg zu realisieren, begreifen wir nicht, worum es geht, denn dann gehen wir davon aus, dass wir durch Praxis etwas erreichen werden…. Nach der gleichen Logik denken wir, dass wir am Leben bleiben, weil wir atmen, als ob das Atmen unser Lebendig sein verursachen würde. Nein, beides findet gleichzeitig statt. Beides steht in keinem linearen Verhältnis, Ursache und Wirkung sind eins.“

In entscheidender Weise kommt es also für denjenigen, der das Herz-Sutra und das Mantra „Gate, gate…“ rezitiert darauf an, sich immer wieder neu zu vergegenwärtigen. Denn der Schlag des Herzens macht deutlich, wie lebendig wir sind. Und wie sieht es in der westlichen Tradition aus?

Franz-Xaver Jans-Scheidegger, der Theologe, Psychologe und Psychotherapeut im Haus „Via Cordis“ in Flüeli-Ranft weiß von den verschiedenen Wegen kontemplativer Spiritualität. Er schlägt eine Brücke von der östlichen zur westlichen Tradition, wenn er auf die Parallelen zum Herzensgebet hinweist. „Diese Art der Versenkungs-Meditation finden wir neben dem Mantra-Yoga auch im nama-japa (Murmeln des Gottesnamens) der Hindus, im dhikr der Sufis oder im Amida-Zen-Buddhismus. In der Verbindung von Wort (Laut, Klang), Rhythmus (Atem, Herzschlag) und Haltung tritt der Mensch bewusst in Resonanz mit den harmonikalen Strukturen der Schöpfungsordnung. Es findet dabei ein gegenseitiges Empfangen und Weiterschenken statt; und zwar im Herzen. Das Herz ist die eigentliche Person-Mitte des Menschen. In ihr fühlt er sich geeint und rückgebunden in das Mysterium des göttlichen Lebens.“

„Herz“ als Synonym für „Seele“
Bereits in der Theologie des Neuen Testamentes wird deutlich, dass es im Kontakt des Menschen zu Gott nicht um die Formulierung von Worten geht, die lediglich reine Lippen-Bekenntnisse bleiben. Im Herzen wird wirkliche Liebe sichtbar, wenn Paulus zum Beispiel im ersten Brief an die junge Gemeinde in Ephesus schreibt: „Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid…“ (1. Epheser 18).
Das Zentrum des Menschen, das Herz, hat in der jüdischen wie christlichen Tradition einen hohen Rang. Beim Herzensgebet geht es daher um das Wahrnehmen jener göttlichen Wirklichkeit in der Wesensmitte des Menschen, jener Wirklichkeit, die im Raum des Herzens verinnerlicht wird. Die Ursprünge dieses spirituellen Weges liegen für Christen im Neuen Testament, und zwar vor allem in jenen Stoßgebeten, die Menschen an Jesus richten, wenn es zum Beispiel heißt: „Herr, Sohn Davids, hab Erbarmen mit uns“ (Matthäus 20,31) oder „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns“ (Lukas 17,13). Es sind aber auch so knappe Sätze wie „Mein Jesus, Barmherzigkeit!” oder „Jesus Christus, erbarme Dich meiner!“, die diesem Gebet Ausdruck verleihen.

Wie aber sieht die konkrete Praxis solcher Stoßgebete aus? Der spirituelle Autor Peter Dyckhoff nennt vor allem jene Punkte, die den inneren Prozess des kosmisch ausgerichteten Gebetes beschreiben:

•    sich sammeln,
•    Schließen der Augen;
•    Öffnen der “Augen der Seele”,
•    Loslassen von allen irdischen Abhängigkeiten,
•    Aufgeben aller konkreten Vorstellungen,
•    jegliche Anspannung abgeben,
•    Gedankenaktivität einstellen,
•    keine Worte machen,
•    die Führung des Geistes Gott überlassen,
•    Zustand tiefer Ruhe – alle Relationen sind aufgehoben,
•    die Seele trennt sich von ihrem belastenden Teil,
•    Vergeistigung der Seele,
•    die Seele erkennt das Bild Gottes,
•    Dasein vor Gott.

Ein Prozess, dessen Tiefe nicht ohne Folgen bleibt für den Übenden. Denn er wird immer mehr zu sich finden können. Der Theologe Emmanuel Jungclaussen mahnt jedoch auch: „Bei aller praktischen Übung ist jedoch zu bedenken, dass die Bitte um das Erbarmen des Herrn der Weg einer bedingungslosen Hingabe ist; denn nur Er weiß wirklich, wessen ich bedarf, um Ihm ganz zu gehören. Dieses Erbarmen kann daher unter Umständen einen äußerst schmerzlichen Läuterungsprozess mit sich bringen. ‚Herr Jesus Christus – erbarme Dich meiner’, das bedeutet: ‚Nimm mich, wie ich bin, und mach mich so, wie Du mich haben willst.’” Nicht gegeneinander auszuspielen, sondern als zwei verschiedene Weisen des Weges zum Selbst-Gewahrsein sind Herz-Sutra und Herzensgebet zu sehen. Zwei Wege, deren Kern die Einung, die „unio mystica“ des Menschen ist. Nicht von ungefähr werden in der Psychologie diese Wege als gleichrangig angesehen.

Wege zur Einheit
Auf Zen-Meditation wie auf das Herzensgebet weist der Psychologe Maximilian Rieländer von der Sektion Gesundheitspsychologie des Bundesverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen hin. „In einem gestuften Übungsprozess kann man lernen, sich simultan auf mehrere Elemente meditativ zu konzentrieren, so wie sich z.B. ein Musiker auf ein mehrstimmiges Lied konzentriert. In einer Meditation ist das Üben einer kombinierten Körper-Geist-Konzentration sinnvoll, d.h. einer simultanen Konzentration auf ein körperliches Erleben wie Haltung, Atmung, Herzbewegungen, -schläge, sowie auf einen durch ein Wort oder einen Satz ausgedrückten geistigen Inhalt. Meditation kann sich positiv auf den persönlichen Lebensstil auswirken, wenn sie regelmäßig geübt wird, möglichst täglich mit einer Dauer von etwa 20 – 30 Minuten.“ Doch darum allein, so weiß der Psychologe, kann es sicher nicht gehen. So weist dann auch ein Merkblatt der Psychologischen Fachgruppe Entspannungsverfahren darauf hin: „Meditation dient nicht so sehr der Entspannung, sondern vielmehr dem allgemeinen Ziel der Vervollkommnung der Person; Begriffe wie ‚Erleuchtung‘ oder ‚Erlösung‘ und ‚Nirvana‘ machen auf diese religiöse, spirituelle und / oder transzendente Ausrichtung der Übungswege aufmerksam, und sie weisen somit über das Denken im Diesseits hinaus“.

Analytische Klugheit und erfahrbare Empathie
Der Weg des Herz-Sutras und der Weg des Herzensgebetes sind Herausforderungen an uns. Beide verlangen analytische Klugheit ebenso, wie sie zu erfahrbarer Empathie führen. Damit sind sie Wege, die uns immer wieder mahnen, uns zu erinnern. Und die uns ermöglichen, das offene Herz der Mystik in uns lebendiger werden zu lassen. Ganz so, wie es Bruder Wayne Teasdale vom Parlament der Weltreligionen formuliert hat – in tiefer Kenntnis davon, das Leben zu verherzen: „Das mystische Herz spiegelt in seiner Reife die wesentlichen Elemente und Gaben und die Genialität aller Traditionen der spirituellen Weisheit wider: eine verwirklichte moralische Kapazität, Solidarität mit allen lebenden Wesen, absolute Gewaltlosigkeit, Demut, spirituelle Praxis, reife Selbsterkenntnis, eine einfache Lebensweise, selbstloses Dienen und mitfühlendes Handeln und die prophetische Stimme. Diese Elemente werden weiter verfeinert durch eine Reihe von Fähigkeiten, die auf der inneren Reise erworben werden: Offenheit, Präsenz, Zuhören, Sein, Sehen, Spontaneität und Freude.“

Literatur
Glasman, Bernard: Das Herz der Vollendung. Unterweisungen eines westlichen Zen-Meisters. Theseus-Verlag. o.O. 2003;
Dyckhoff, Peter: Einfach beten. Don Bosco-Verlag. München 2001;
Jungclaussen, Emmanuel (Hg.): Das Jesusgebet – Anleitung zur Anrufung des Namens Jesus von einem Mönch der Ostkirche. Friedrich Pustet-Verlag. Regensburg 61994;
Krebber, Werner: Worte, die das Herz öffnen. Vorboten und Wegweiser zur Heilung. In: Connection special 72 „Aufbruch in den Religionen”, Niedertaufkirchen 2004;
Krebber, Werner: Worte, die heilen können. Bibliotherapien aus buddhistischem Geist. In: Connection special 70 „Buddhismus und Psychotherapie“, Niedertaufkirchen 2004;
Rieländer, Maximilian: Meditation, Herzensmeditation, Herzensgebet – Zur Einführung und Einübung. Seeheim 1993 (Selbstverlag);
Teasdale, Wayne: Das mystische Herz. Spirituelle Brücken bauen. Aurum im J. Kamphausen-Verlag. Bielefeld 2004;
Zimmer, Heinrich: Der Weg zum Selbst. Lehre und Leben des Shri Ramana Maharshi.
Hugendubel-Verlag. Kreuzlingen/München 2001 (Diederichs Gelbe Reihe)

© Werner Anahata Krebber

Mantren: universale Prinzipien

Das Wort “Mantra” bedeutet “ausgedacht”, erdacht vom Geist; und der Rishi* ist der Seher dieser Gedanken. Sie sind weder der Besitz bestimmter Personen noch der exklusive Besitz irgendeines Mannes oder irgendeiner Frau, wie bedeutend er oder sie auch sein mögen; nicht einmal der exklusive Besitz der größten Geistpersönlichkeiten – der Buddhas oder Christuswesen -, die die Welt hervorgebracht hat.

om

Mantras sind ebenso der Besitz der Allerniedrigsten wie sie der Besitz eines Buddha sind, ebenso der Besitz des kleinsten Wurmes, der über die Erde kriecht, wie jener des Christus, denn sie sind universale Prinzipien. Sie wurden nie erschaffen. Diese Prinzipien haben immer existiert; und sie werden weiter existieren. Sie sind nicht-erschaffen – ungeschaffen durch irgendwelche Gesetze, die uns die Naturwissenschaft heute lehrt. Sie bleiben verdeckt und werden entdeckt, existieren jedoch durch alle Ewigkeit in der Natur.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Ein Mantra für Flüchtlinge und ihre Helfer

In ihrem aktuellen Newsletter stellt Pyar ein neues Mantra zur Verfügung. Sie schreibt:

Im September, als wir ja alle sehr berührt waren von den Strömen an Gästen aus dem Morgenland die durch München zogen, und von der Welle an Hilfsbereitschaft, die die Herzen der Menschen erweckte, kam eine Frau aus unserer Sangha, eine Yogini, zu mir. Sie hatte dieses Mantra geträumt und ihr war im Traum gesagt worden es sei ein Mantra für alle Flüchtlinge. Die Worte waren ganz klar: „Om Namoh Guru Dev. Adi Adi Adi.“


Die Melodie war erst nicht ganz klar, aber Purna gelang es ganz wunderbar die Melodie, die diese Frau geträumt hatte, nachzuempfinden, und so ist dieses Mantra entstanden. Dieses Mantra spricht erstaunlicherweise in zwei Sprachen: Sanskrit und Hebräisch. Der erste Teil, „Om Namo Guru Dev“ bedeutet „ich grüße den göttlichen Guru in dir und in mir“, „adi“ ist hebräisch und heißt Diamant. Adam z.B. kommt auch von diesem Wort. Der Mensch – ein Diamant. Wir

Menschen sind kostbar, alle. Wir sind kein Problem, sondern Potenzial – 8 Milliarden Diamanten! Das ist die richtige Haltung zu uns selbst und zu allen anderen.

adimantra

Hier der Link zum Mantra und einer ausführlicheren Erläuterung:

https://www.youtube.com/watch?v=53I6PwsvVMM&feature=youtu.be

 

Nach dem Link zum Mantra fügt Pyar hinzu:

Das ist mein Weihnachtsgeschenk an euch alle und ich bin sicher, dieses Mantra kann sehr segensreich wirken – je mehr Menschen es kennen und mögen und singen umso besser!

 

Was sagt das Wort Mantra?

Was sagt das Wort Mantra? Die Silbe man heißt Verstand. Auch Denken und Fühlen. Alles, was den Menschen ausmacht. In man steckt das englische man und das deutsche Mensch, auch das kleingeschriebene deutsche man. Tram ist die helfende und beschirmende Kraft, die “Fittiche” des Psalmisten: “ER breitet seine Fittiche über dir. Seine Wahrheit ist dein Schirm und Schild.” Das ist tram. Ein Man-tram breitet Fittiche über Verstand, Denken und Fühlen.

Joachim-Ernst Berendt (1922 – 2000) Nada Brahma als Mantra. In: Wilfried Huchzermeyer (Hrsg): Das Geheimnis der Mantra-Kraft. Karlsruhe 2000, S. 11