Sólo Dios basta – Gott nur genügt

Handschrift der Teresa von Ávila

 

Nichts soll dich verstören,
nichts dich erschrecken,
alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Geduld
erlangt alles;

wer Gott hat,
dem fehlt nichts:
Gott nur genügt.

Teresa von Ávila (1515 – 1582)

Auf der Seite von Karmeliten findet sich nachfolgende, wichtige Unterscheidung zum „Sólo dios basta“:

Das „solo“ ist adverbial, nicht adjektivisch zu lesen. Es meint: erst Gott reicht aus, um wirklich Erfüllung zu schenken; hätte ich alles, was das Leben bieten kann, aber die Gemeinschaft mit Gott nicht – es wäre alles flach, leer, ungenügend, wie ein „Nichts“. Gerade die hier gemeinte Erkenntnis, dass erst Gott – also „Gott nur“ – dem Menschen entspricht, gibt allem Sinn und Wert, Tiefe und Größe: Die Liebe dieses Gottes und das Leben mit ihm ver­leihen den Dingen Schönheit, dem Nächsten Größe, der Freundschaft und Partnerschaft Tiefe und ewige Endlosigkeit …

https://www.karmelocd.de/geschichte-und-spiritualitaet/gott-nur-genuegt.html

Im Herzen der Glaubenden sieben Burgen

Foto: © wak

Du sollst wissen, dass Gott – erhaben sei er – im Herzen des Glaubenden sieben Burgen mit Wehranlagen und Ringmauern geschaffen hat. Er wies den Glaubenden an, sich innerhalb dieser Burgen aufzuhalten, während er Satan erlaubte, außerhalb zu bleiben, von wo aus er es wie der Hund angeht und anbellt. Die erste umringte Burg ist aus Korund, und das ist die mystische Erkenntnis Gottes – erhaben sei er –; und um sie herum liegt eine Burg aus Gold, was der Glaube an Gott ist – erhaben sei er –; und um sie herum liegt eine Burg aus Silber, was die Reinheit der Absicht beim Reden und Tun ist; und um sie herum liegt eine Burg aus Eisen, was die Übereinstimmung mit dem göttlichen Ratschluss ist; und um sie herum liegt eine Burg aus Bronze, was die Ausführung der Vorschriften Gottes ist – erhaben sei er –; und um sie herum liegt eine Burg aus Alaunstein, was die Erfüllung der positiven und negativen Gebote Gottes ist; und um sie herum liegt eine Burg aus Ton, was die Erziehung der sensitiven Seele bei allem Tun ist.

 Abu al-Hussain alNuri, Persischer Sufi-Mystiker (+907/908)

Aus der Einleitung der von Ulrich Dobhan OCD und Elisabeth Peeters OCD herausgegebenen Werkausgabe von Teresa von Ávila, hier den „Wohnungen der Inneren Burg“

 

Der Engel Existenz ist Botschaft / Doing Nothing, Engel und Mystik: 16. Februar 2020 beim Mystik-Sonntag Köln

Jene geflügelten Wesen, die wir heute Engel nennen, fehlen in keiner Kultur, keiner Religion der Welt. Schon im 3. Jahrtausend vor Christus finden sich in Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris Hinweise auf solch mächtige Flügelwesen. In den biblischen Traditionen von Christentum, Judentum und Islam sind Engel seit Jahrtausenden Grenzgänger und Vermittler zwischen Mensch und Transzendenz, sind sie Begleiter und Beschützer. Vor ein paar Jahren ergab eine Umfrage, dass inzwischen mehr Menschen an Engel glauben als an Gott. Dabei spielt ihre Existenz in Verkündigung und Praxis der Kirchen kaum noch eine Rolle. Oft begegnen Engel uns nur noch in esoterischem Zusammenhang oder als literarisches Thema.

Wenn in der Realität des Alltags Gewissheiten verloren gehen und sich Empörung oder Enttäuschung ausbreitet,  wird die Wirkmacht der Engel auf harte Proben gestellt. Vor allem, weil sich das Leben nicht wie gewünscht zu entwickeln scheint. Und doch öffnet sich auch immer wieder mal ein Horizont, tun sich neue Perspektiven auf, wenn wir im Kontakt mit „unserem“ Engel sind.

Was es mit Engeln und Mystik für uns selbst auf sich hat und wie wir die privaten Beschützer und Begleiter sehen,  wollen wir am 16. Februar 2020 gemeinsam erkunden.

Der Vormittag wird 10.00 h mit Doing Nothing beginnen; nach der Mittagspause wird es dann um „Engel und Mystik“ gehen.

Wer nur am Nachmittag teilnehmen möchte, ist eingeladen, ab 12.30 h zu kommen. Ende des Mystik-Sonntags wird 15.30 h sein.

 

Organisatorisches:

Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei

Werner A. Krebber: Fon / AB: 0209 / 20 56 95  am besten aber über Email: werner.krebber@web.de

Adresse der Veranstaltung: Rolandswerther Str 14  – 50937 Köln  – bei Kaluza/Westmeier klingeln

 

Zum Mystikkreis Köln:

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz, meist am ersten Sonntag des Monats. An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch.

(Eventuelle Terminverschiebungen werden auf den Webseiten von Rani und Werner und bei facebook mitgeteilt.)

 

Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch).

Kostenbeitrag nur für den Nachmittag: 10,– Euro.

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani und Werner

doingnothing.de ( Rani Kaluza)

mystikaktuell.wordpress.com (Werner A. Krebber)

 

Mehr auch hier: https://www.facebook.com/events/573976676485002/

Bitte schon mal den Termin vormerken:
Am 8. März 2020  ist nach dem Doing Nothing die spanische Mystikerin Teresa von Avila das Thema

Mitgefühl und emotionale Reife

Foto: © wak

 

Mitgefühl
ist der höchste und bedeutsamste Ausdruck
emotionaler Reife.

Auf seiner Suche
nach Erfüllung und Selbstverwirklichung
erfährt der Mensch
seine höchsten Höhen
und tiefsten Tiefen
durch Mitgefühl.

Arthur T. Jersild (1902–1994)

Wortannäherungen zu Hannah Buchholz: „Schlaflos“

Schlaflos_Cover

Blick in das Tonnengewölbe des Grabes von Galla Placidia in Ravenna

http://12koerbe.de/mosaiken/rav-01.htm

Wie ein Schutzmantel
ist das Tonnengewölbe
des Grabes von Galla Placidia in Ravenna
über dem Buch „Schlaflos“
und das blaue Halbleinen des Umschlags
ist  kein Mantel des Vergessens, kein Leichentuch.
„Schlaflos“ ist nicht Grab,
„Schlaflos“ ist Auferstehung…

Das Gedicht
ist ein gefährlicher Ort,

doch für heute ist es
meine Rettung.
(h.b.)

Ungewohnte, ungewöhnliche Zeilenfälle
ziehen sich durch den Band
mit den Gedichten von Hannah Buchholz,
die sich als Geschichte in Gedichten präsentiert.
Worte, die gesetzt sind in Zeilen,
die den Leser mitnehmen.
Sie lassen teilhaben an der Geschichte
der Lyrikerin

Aber was ist
die Geschichte hinter den Gedichten?

anwesend und abwesend
gemalt aber nicht abgebildet
angezogen und abgestoßen
im ständigen raschen Wechsel
Versuche zu verstehen
und die Erfahrung von Unverständnis

Doch das einsame Kind,
das kleine wie das große,
kann auch angenommen sein erfahren.

Denn es gibt Anker, es gibt Halt.
Menschen und Orte, die Heimat werden.
In der Natur, am See, mit dem Wind, dem Regen
der Musik.
Und Atemholen gibt es

Die umhüllende Dunkelheit der Nacht
wird zu einem Schutzschirm
mit kosmischer Dimension

Aus dem im Schmerz geborenen Wort
wird Erlösung, wird Erfüllung
Aus Leere wird Fülle
aus Dunkel wird Licht

Tiefe Ein- und Ausblicke,
in einer Sprache von seltener Dichte
und Klarheit in der Suche danach
Unklarheit und Verstörtheit und Irritationen
zu verstehen, zu bearbeiten, zu verarbeiten.
zu verwandeln, zu transformieren

Welche Kraft…

Werner Anahata Krebber , 11.01.2015 / 31.07.2015

Mehr zu „Schlaflos“ und anderen Büchern von Hannah Buchholz hier:

https://hannahbuchholz.wordpress.com/publikationen/

Die Erfüllung des Daseins

Es gibt etwas,
was man nur
an einem einzigen Ort der Welt finden kann.

Es ist ein großer Schatz;
man kann ihn
die Erfüllung des Daseins nennen.

Und der Ort,
an dem dieser Schatz zu finden ist,
ist der Ort, wo man steht.

Martin Buber (1878 – 1965)

Weg, der alle übertrifft

Es gibt einen Weg, der alle anderen übertrifft. Er scheint zunächst nicht so wirksam zu sein, wie die innige Verehrung Gottes mit Name und Form. Aber dennoch ist er der wirksamere. Es handelt sich schlicht und einfach um die Liebe, die du allen Wesen – ob gut oder schlecht – entgegenbringst. Ohne eine solche Liebe ist deine Gottesverehrung wenig wert. Von welchem Nutzen bist du für Gott, wenn du bei Ihm nur die Erfüllung deiner Wünsche suchst, ohne deine Pflicht gegenüber den Bedürftigen dieser Welt zu verrichten? Das kann dir doch nur als pure Selbstsucht angerechnet werden. In Gottes Gegenwart ist kein Platz für solch egoistische Menschen. Da gibt es nur selbstloses Tun. Bedenke deshalb, dass alle Wesen Sein sind und Er allen Wesen innewohnt und verehre Ihn dementsprechend. Nur durch solch hohe Verehrung bindest du GOTT.

ALLES IST EINS (Ellam Ondre)
Vaiyai R. Subramaniam

Mitgefühl

Mitgefühl
ist der höchste und bedeutsamste Ausdruck
emotionaler Reife.

Auf seiner Suche
nach Erfüllung und Selbstverwirklichung
erfährt der Mensch
seine höchsten Höhen
und tiefsten Tiefen
durch Mitgefühl.

Arthur T. Jersild (1902–1994)