Jakob Böhme: Höre du blinder Mensch – Hörstück von Ronald Steckel

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Höre du blinder Mensch (6/6) – Hörstück von Roland Steckel

Der 1575 in der sächsischen Stadt Görlitz geborene Jakob Böhme war ein einfacher Schuster, bevor er nach einer Reihe von Erleuchtungserlebnissen zu schreiben begann. Im Laufe der Jahre entwarf er eine mehrtausendseitige Kosmologie, Theosophie und Anthropologie, die ihm Schreibverbot und eine Anklage wegen Ketzerei einbrachte. Das Hörstück ist eine suggestive, akustische Seance mit Texten aus Böhmes Hauptwerk „Morgenröte im Aufgang“.

Mit Max Hopp

Hörstück aus der Reihe: Das innere Licht – Texte zur Mystik

https://www.rbb-online.de/rbbkultur/podcasts/das-innere-licht-podcast.html

Hier ist das Hörstück zu hören oder herunterzuladen:

 

Hier ist der Text des Hörstückes zu lesen oder nachzulesen:

Klicke, um auf Steckel_H%C3%B6re%20du%20blinder%20Mensch.pdf zuzugreifen

 

Mehr zu Böhmes „Morgenröte im Aufgang“ hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2020/07/15/morgenroete-im-aufgang-jakob-boehme-und-film/

Jacob Böhme (besser) verstehen

Cover des Jacob Böhme Lexikon

Heiko Krämer
JACOB BÖHME LEXIKON
EIN KLEINER BEITRAG JACOB BÖHME BESSER ZU VERSTEHEN

Verlag Magische Blätter, Ronnenberg, 2020
485 Seiten, 28,– Euro
ISBN-Nr. 978-3-948594-01-5

Der Görlitzer Mystiker und Visionär Jacob Böhme (1575–1624) ist die unbekannteste, geheimnisvollste und zugleich untergründig einflussreichste Gestalt der deutschen Geistesgeschichte. Sein mehrtausendseitiges Werk, ohne das die deutsche Romantik und die deutsche idealistische Philosophie undenkbar wären, ist die Ausformulierung eines radikalen Christentums und der Entwurf einer reichen, bis heute in ihrer Tiefe nicht ausgeloteten Kosmologie, Anthropologie und Naturphilosophie.

Durch die eigenwillige Sprache und den Stil der Werke Böhmes, vor allem aber durch den Gebrauch von Wörtern, die heute nicht mehr im deutschen Sprachraum anzutreffen sind oder in anderer Bedeutung verwendet werden, erweist sich der Zugang zu Böhme für die Mehrzahl seiner Leser als schwierig.

Fünf Jahre vor Jacob Böhmes 400-jährigen Todestag hat Heiko Krämer nun das JACOB BÖHME LEXIKON vorgelegt, das mit etwa 3.000 Begriffen auf  485 Seiten eine wertvolle Brücke bietet, anhand eines einzigen Buches all jene Begriffe erklärt zu finden, die dem Leser Schwierigkeiten bereiten könnten, ohne dabei seine Böhme-Lektüre durch stundenlanges Suchen unterbrechen zu müssen. Ergänzt wird der Band im Anhang durch umfangreiche Literaturhinweise sowie ausführliche Hinweise auf die herangezogenen Texte.

In einer Rezension heißt es unter anderem:

„… Mit dieser Arbeit ist Heiko Krämer zweifellos, sowohl für das Individuum und zugleich auf unser ganzes gesamtes kulturelles Vorankommen bezogen, ein bedeutender Meilenstein gelungen: Er bietet dem Leser einen funktionierenden Schlüssel zu der Wundergestalt Jacob Böhme an, der direkt mit der „Quelle“ verbunden war und unserer Welt durch sein zeitloses Werk und die Art, wie er sein Leben führte, ein immerwährendes eindrucksvolles Zeugnis davon hinterlassen hat, was ein Mensch geistig zu erlangen fähig ist, wenn er sich tatsächlich ernsthaft, mit Leib und Seele, auf den Weg zu Gott begibt.“

Ronald Steckel und Klaus Weingarten (Regisseure des Films Morgenröte im Aufgang –Hommage à Jacob Böhme | nootheater & Organisation zur Umwandlung des Kinos / filmedition suhrkamp 2015)

Hier kann das Buch bestellt werden: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr zu Jacob Böhme, dem Jacob-Böhme-Bund und den „Magischen Blättern“ auch hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Das Leben tritt von selbst hervor – Zu Arbeiten von Hauke Johanna Gerdes

Die Prozesse, die Hauke Johanna Gerdes in ihren Arbeiten anregt, haben alchemistischen Charakter. Gleichzeitig sind es stochastische Ereignisse und Ergebnisse, die aus einer  inneren Bewusstseinsschicht zwar behutsam gelenkt, aber niemals erzwungen werden könnten. Die Kunst ist dabei für sie der Zugang zu ihrer inneren Welt, man könnte es auch als eine lange Reise oder als ein stetes Spiel der Empfindung bezeichnen, welches der Görlitzer Seher Jacob Böhme in folgende Worte fasste:

 „ …durch welches die verborgene Weisheit in ihrer Kraft erkannt und verstanden wird, der verborgene Gott mit den sichtbaren Dingen offnbar wird, zum Spiel der Göttlichen Kraft, daß das Unsichtbare mit dem Sichtbaren spiele, und sich darinnen in Empindlichkeit und Findlichkeit seiner selber einführe.

 Gleichwie sich das Gemüte mit dem Leib und durch den Leib in Sinne und Gedanken einführet, dadurch es wirket und sich empfindlich macht; also auch die unsichtbare Welt durch die sichtbare und mit der sichtbaren: und ist uns nicht ein solches zu denken, als könnte man die verborgene Göttliche Welt nicht ergründen, was sie sei, und was ihre Wirkung und Wesen sei; dann an dem sichtbaren Wesen der Creation sehen wir eine Figur der innern geistlichen Wirkung der Kraft-Welt.“

Jacob Böhme: Mysterium Magnum, Vorrede, 1-8 Gesamtausgabe „Alle Göttliche Schriften Jacob Böhmens“, Amsterdam, 1730.

Klaus Weingarten zu den Arbeiten von Hauke Johanna Gerdes

Mehr hier: http://www.haukejohannagerdes.de/

Und hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2020/05/09/stille-und-oeffnung/

 

Der vollständige Artikel von Klaus Weingarten zu den Arbeiten von Hauke Johanna Gerdes kann hier nachgelesen werden:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Symbol für künstlerisches Streben

„Da jegliche Künstübung ihren tiefsten, tragenden Grund in einer Lebensauffassung, einer Weltanschauung findet, und da die hier vereinigten Künstler ihrer Mehrzahl nach einer Naturmystik nahestanden, die in Jakob Böhme ihren hohen klassischen Vertreter hat, da überdies Görlitz die Stätte des Lebens und Wirkens dieses erst neuerdings wieder in seiner tiefen Bedeutung erkannten Seelenkünders war, so wählte man den Namen dieses großen Görlitzers als Symbol für das hier vorliegende künstlerische Streben.“

Neuer Görlitzer Anzeiger vom 5. Juni 1921

 

Jetzt erschienen in den neuen „Magischen Blättern“, April 2020, Heft 3, S. 138 – 139

https://verlagmagischeblaetter.eu

 

Beziehungen zwischen Kunst und Mystik

(JACOB BÖHME – MORGENRÖTE IM AUFGANG, 1612, KAPITEL 22, 52-65)

Der 1920 in Görlitz gegründete Jakob-Böhme-Bund war eine Künstlerkooperation, die bewusst mystischem Erleben Ausdruck verleihen wollte, unabhängig von expressionistischen oder anderen zeitgenössischen Kunstbewegungen. Ziel des Bundes war es, die Beziehungen zwischen Kunst und Mystik zu finden und den lebendigen Geist des Visionärs und Metaphysikers Jacob Böhme (1575-1624) in die Zeit der 20er Jahre wirken zu lassen, um die Grundlagen einer Kunst zu schaffen, die Joseph Anton Schneiderfranken / Bô Yin Râ übergreifend als „Sakralkunst“ bezeichnet.

2020, hundert Jahre später, wird der neue Jacob Böhme Bund für die Dauer von vier Jahren neu gegründet.

Das Plakat zu 100 Jahre Jakob-Böhme-Bund  kann zum Preis von  5,00 € hier bestellt werden: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

Mehr zu Böhme-Bund, Jacob Böhme und Bô Yin Râ hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Magische Blätter: Jacob-Böhme-Bund / Organisation zur Umwandlung des Kinos

In einer künstlerischen Aktion der Organisation zur Umwandlung des Kinos soll ab dem Frühjahr 2020, hundert Jahre nach der Entstehung der Monatsschrift MAGISCHE BLÄTTER, der redaktionelle, organisatorische und finanzielle Rahmen für eine Wiederauferstehung der MAGISCHEN BLÄTTER geschaffen werden – als Grundlage für ein Gesamtkunstwerk. Diese Aktion ist ein Aspekt der Arbeit des neuen, 2020 begründeten Jacob-Böhme-Bundes.

1920 gründete Joseph Schneiderfranken gemeinsam mit dem Maler Fritz Neumann-Hegenberg in Görlitz den „Jakob-Böhme-Bund“ als eine Vereinigung bildender Künstler – mit der erklärten Intention, sich dem hohen Geist des Görlitzer Visionärs Jacob Böhme künstlerisch und menschlich zu verbinden. Durch diesen Impuls entstand im gleichen Jahr der Verlag Magische Blätter, der von dem Verleger Richard Hummel in Leipzig ins Leben gerufen wurde. Bô Yin Râ widmet in seinem Lehrwerk HORTUS CONCLUSUS der Person und der außergewöhnlichen Bewusstseinslage des schlesischen Sehers in dem Buch WEGWEISER ein eigenes Kapitel.

Die über zwei Jahrzehnte in Deutschland vom Verlag veröffentlichte Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung MAGISCHE BLÄTTER war das Forum eines intensiven geistigen Austausches zu Jacob Böhme, der deutschen Mystik und der sakralen Kunst, mit dem Ziel, in der Gegenwart auf künstlerischen Wegen geistige Erkenntnisse zu vermitteln.

Die erste Ausgabe der MAGISCHEN BLÄTTER (1920 bis 1927) erschien im Februar 1920, genau vor 100 Jahren, und wurde später mit dem Titel „Die Säule der Magischen Blätter“ (1927 bis 1941) unter Beibehaltung der Jahrgangszählung weitergeführt. Die letzte Ausgabe erschien im Februar 1941. Bereits damals war die periodische Schrift Magische Blätter ein verlagstechnisches Himmelfahrtskommando. 70 Jahre nach dem Tod von Bô Yin Râ ist nun das Urheberrecht an die Allgemeinheit übergegangen – der erstmalige Zeitpunkt überhaupt, an dem die Bedingungen für einen rechtlich legitimierten Austausch gegeben sind.

Wir wollen Prozesse abbilden, die aus den Impulsen der Werke von Bô Yin Râ und Böhme in die Gegenwart hineinwirken und sich auch in die Zukunft auswirken werden. Dabei wollen wir eine Brücke zu den kommenden Generationen bauen. Die Monatsschrift darf eine Entwicklungszeit durchlaufen, wobei wir zu Beginn mehr auf den Wiedererkennungswert der MAGISCHEN BLÄTTER setzen, uns also an das Originallayout anlehnen werden. An den Veränderungsprozessen sollen die Leser*innen aktiv teilnehmen.

Jeweils drei Ausgaben werden zu einer Quartalsausgabe zusammengefasst und als Buch veröffentlicht.

Die Gesamtidee ist, alle 100 Jahre den Böhme-Bund für die Dauer von vier Jahren auferstehen zu lassen. Dabei soll MAGISCHE BLÄTTER als Publikationsorgan unterstützend dienlich sein.

Verlag und Schriftleitung der Magischen Blätter 

Mehr hier:  https://verlagmagischeblaetter.eu/

 

Im Hunger der Seelen anfangen

Gedenktafel am Böhme-Haus im heute polnischen Zgorcelec (Görlitz) Foto: © wak

Denn nicht durch unsere scharfe Vernunft und Forschen erlangen wir den wahren Grund göttlicher Erkenntnis. Die Forschung muss von innen im Hunger der Seelen anfangen. Denn das Vernunftforschen gehet nur bis in sein Astrum der äußern Welt, daraus die Vernunft urständet. Aber die Seele forschet in ihrem Astro, als in der innern geistlichen Welt, daraus die sichtbare Welt entstanden oder ausgeflossen ist, darinnen sie mit ihrem Grunde stehet.

Jakob Böhme (1575 – 1624)

Jakob Böhmes Morgenröte

Gedenktafel und Information am Jakob-Böhme-Haus in Zgorzelec     Fotos: © wak

In diesem Haus lebte der Schuhmacher und Philosoph, Theologe und Mystiker. Sein erstes großes Werk „Aurora  oder Morgenröte im Aufgang“ aus dem Jahr 1612 ist hier online zu lesen: http://12koerbe.de/lapsitexillis/aurora.htm

 

15. Mai: Welturaufführung „Morgenröte im Aufgang – Hommage à Jacob Böhme“

„Der Görlitzer Mystiker und Visionär Jacob Böhme (1575 – 1624) ist die unbekannteste, geheimnisvollste und zugleich auf untergründige Weise einflussreichste Gestalt der deutschen Geistesgeschichte.“ So heißt es in der Einladung zur Welturaufführung des Films „Morgenröte im Aufgang“.
Das mehrtausendseitige philosophische Werk von Jacob Böhme, ohne das die deutsche Romantik und die deutsche idealistische Philosophie wohl undenkbar wären, ist die Ausformulierung eines radikalen Christentums. Und auch der Entwurf einer reichen und bis heute in ihrer Tiefe nicht ausgeloteten Anthropologie, Kosmologie und Naturphilosophie.

 

morgenroeteimaufgang

Der Film „Morgenröte im Aufgang – Hommage à Jacob Böhme“ bringt diesen bedeutenden Mann einem heutigen Publikum nahe und beleuchtet damit wesentliche Fragen unserer Zeit.
Der Film ist kein biographischer Dokumentarfilm mit Zeitkolorit, sondern ein
filmisch gestaltetes Poem, in dem Jacob Böhme, von dem Schauspieler Klaus Weingarten ikonographisch als „Der schreibende Mann“ verkörpert, in seinen eigenen Worten zu uns spricht. Die Stimme, die aus dem Off zu hören ist, gibt ihm der Schauspieler Max Hopp.

Eingefangen sind seine Worte in eindrucksvollen, meditatiiven Bildern, die zusammen mit den Texten zum Vordenken anregen.

Alle Texte des Films gehen zurück auf den Wortlaut der 1730 veröffentlichten Gesamtausgabe der Schriften Jacob Böhmes. Entstanden sind sie zwischen 1612 und 1624.

Die Welturaufführung der MORGENRÖTE IM AUFGANG
findet am 15. Mai 2015 im Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz statt.

Der Film ist eine Koproduktion des Berliner nootheaters und der Organisation zur Umwandlung des Kinos, Hannover – in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Jacob Böhme Institut und der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz. Der Film wurde durch die Fondazione BÔ YIN RÂ gefördert

Im Selbst-Verständnis des nootheaters heißt es:

Das lateinische Wort noo ist von dem griechischen Wort Nous – „Geist“ abgeleitet.
Der Begriff der Noo-Sphäre bei Teilhard de Chardin steht für die „Bewusstseins-
Sphäre“ des Planeten und bezeichnet: „die Sphäre des Geistes, die sich innerhalb der
Biosphäre über und durch die ganze Erde erstreckt und auf weitere Vereinigung in
Freiheit und Liebe drängt“.

Siehe auch hier:

http://www.organisationzurumwandlungdeskinos.de/

http://www.nootheater.de/

 

Das Ganze als Hörspiel am 24.5.16:05 Uhr:

Morgenröte im Aufgang – hommage à Jacob Böhme
Original-Soundtrack des Films von Ronald Steckel, Max Hopp, Klaus Weingarten und Jan Korthäuer

http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/hoerspiel/morgenroete100.html