Bin ich es? „Abendmahl – Finde Judas“

Einladungskarte zur Ausstellungseröffnung

Installation eines Tryptichons während der Ausstellungseröffnung    Foto: © wak

„Bin ich es?“ So fragten Jünger Jesus beim Abendmahl. „Bin ich es?“ und wieder. „Abendmahl – Finde Judas“ hat der Kölner Fotograf Michael Müller-Münker seine 13 Triptychen genannt, die in Köln-Dünnwald an drei verschiedenen Orten gezeigt werden.

Handschuhe, die scheinbar achtlos auf den Boden geworfen wurden, Stühle in ganz verschiedenen Formen und Formationen, Gabeln im Dreck, Einkaufswagen, wie im Niemandsland abgestellt, Bäume, die in den Himmel ragen – um nur ganz wenige Beispiele der ausdrucksstarken Triptychen zu nennen. Am Ende des Weges ist dann jener zu sehen, der in der Mitte einen Spiegel platziert hat…

Mit „Abendmahl – Finde Judas“ lädt Michael Müller-Münker ein, sich Zeit zu nehmen, hinter dem Alltäglichen das zu sehen, das hinter allem zu entdecken ist.

Bis zum 10. Dezember ist die Ausstellung hier zu sehen:

Café mittendrin, Berliner Straße 944, 51069 Köln
(Mo – Fr. 9 – 18 Uhr)
Tersteegenkirche, Amselstraße 22, 51069 Köln
St. Hermann-Joseph, Von-Diergardt-Straße 40, 51069 Köln
(jeweils vor und nach den Gottesdiensten/Messen)

 

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Der Himmel geht auf über „Kölner Lichter“

Mit dem Kanon „Der Himmel geht über allen auf“ von Wilhelm Willms, vertont von Peter Janssens für das Musical „Ave Eva“, beginnen die Lieder der diesjährigen „Kölner Lichter“:

 

 

Mobil oder zum Ausdruck gibt es alle Lieder hier:

http://www.koelner-lichter.de/bilder/Liedtexte%20mobil.pdf

http://www.koelner-lichter.de/bilder/Liedtexte%20druck.pdf

 

Heinrich Böll als kritischer Katholik

Ein weites Feld, könnte man sagen, wenn es um das Verhältnis von Heinrich Böll zur katholischen Kirche geht. Zwischenzeitlich bezeichnete er sich als LiKaKi, als Linkskatholischer Kirchgänger. Aber gespannt war diese Beziehung wohl immer.

Ein Ausdruck davon war der Beitrag den Heinrich Böll, der dieses Jahr 100 geworden wäre, für die Festschrift des Jesuiten Karl Rahner geschrieben hatte. Im August 1973 schickte er den Text an die Herausgeber, doch in der Festschrift erschien der Artikel nicht. Nachgefragt antwortete mir Heinrich Böll mit diesem Brief:

boell080575

Der Beitrag erschien dann später doch noch in der Zeitschrift Publik Forum 4(1975), Nr. 12, S. 3 – 5.

Wie verletzt sich Böll durch Teile der Katholischen Kirche fühlte, macht m.E. der Absatz deutlich, in dem er schreibt:

„… weil ich keine Lust habe, Anlass oder Einstig irgendeines ‚Skandals‘ in einem Milieu zu sein, dessen Presse, die widerwärtigste ist, die ich kenne…“

 

 

 

Barlachs Schwebender Engel

Foto: © wak

Ernst Barlach schuf im Jahr 1927 die bronzene Skulptur, die als „Schwebender Engel“, „Güstrower Ehrenmal“ oder „Der Schwebende“ bekannt geworden ist. Das Gesicht soll ein Porträt von Käthe Kollwitz sein. Die Originalplastik wurde 1937 aus dem Güstrower Dom entfernt und später eingeschmolzen, weil sie als so genannte „entartete Kunst“ galt. Heute existieren noch drei Nachgüsse.

Das Foto zeigt den Engel von Barlach in der Kölner Antoniterkirche. Darunter sind in der Platte die Daten des ersten Weltkrieges und die Zeit des sogenannten „Dritten Reiches“ zu sehen, so dass der Schwebende hier zu einem Friedensengel wurde. Im Hintergrund ist in der Nische mit dem Text „Vater vergib“ das Nagelkreuz von Coventry zu sehen, ein anderes Friedenssymbol.

Barlach selbst schrieb zu der Skulptur: „Für mich hat während des Krieges die Zeit stillgestanden. Sie war in nichts anderes Irdisches einfügbar. Sie schwebte. Von diesem Gefühl wollte ich in dieser im Leeren schwebenden Schicksalsgestalt etwas wiedergeben.“