Die sichtbare Präsenz Gottes

 

Simone Weil im Jahr 1921 / Bild: wikimedia, gemeinfrei

Gott ist abwesend in der Welt,
außer durch die Existenz derer,
die seine Liebe leben.

Sie müssen in der Welt sein
mit ihrer Barmherzigkeit.

Ihre Barmherzigkeit
ist die sichtbare Präsenz Gottes.

Lassen wir es an Barmherzigkeit fehlen,
trennen wir grausam eine Kreatur und Gott.

Simone Weil (1909 – 1943)

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Ich bin in Dir und Du in mir

Gedenktafel für die drei großen Mystikerinnen von Helfta  Foto: © wak

 

Ich bin in dir
und du in mir.

Wir könnten uns
nicht näher sein.

In eins sind wir geflossen,
gegossen wie in eine Form.
Nichts kann uns trennen.

Gertrud von Helfta (1256-1302)

Westlicher und Östlicher Weg

Entdeckungsreise zum eigenen Selbst

Was nützt es uns,
zum Mond reisen zu können,
wenn es uns nicht gelingt,
den Abgrund zu überwinden,
der uns von uns selbst trennt?

Dies ist die wichtigste
aller Entdeckungsreisen;
ohne sie
sind alle anderen
nicht nur nutzlos,
sondern zerstörerisch.

Thomas Merton (1915 – 1968)

Der Tropfen und das Weltmeer

Der Tropfen hat ob seiner Trennung vom Weltmeer geklagt,
Drauf hat lächelnd das Weltmeer zum Tropfen gesagt:
Wir sind Eins in der Gottheit, in Wahrheit untrennbar,
Was zu trennen uns scheint, ist ein Punkt kaum erkennbar.

Omar Chayyam (1048 – 1131)

Du bist es schon

Du bist bereits frei! Alles, was dich an der Erkenntnis dieser Freiheit hindert, ist dein Festhalten an irgendeinem Gedanken, wer du bist. Dieser Gedanke hindert dich aber nicht daran, wahrhaftig zu sein, wer du bist. Du BIST es schon. Dieser Gedanke trennt dich einzig von der Erkenntnis deines wahren Wesens.

Gangaji (*1942)