Ein wirklicher Künstler erkennt das Packende

 

Die Wissenden, die Erkennenden, die vielseitig Gebildeten müssen die Initiative des Lehrens ergreifen. Und da, wie wir gesehen haben, das Reden mit den Künstlern nicht hilft und sie das Geschriebene nicht lesen, so muss man zur Anschauung greifen.

Mag einer noch so verrannt in eine Manier sein, sei das Plein-air oder Symbolismus oder Impressionismus oder Empirestil: ein wirklicher Künstler, und es giebt deren, Gott sei Dank, viele, erkennt doch sofort das Starke, das überzeugend Packende in einer Arbeit, und mag sie aus der Steinzeit datieren oder aus den sechziger Jahren, und durch das Hineinleuchten in das Dunkle einer zu grossen Einseitigkeit können manche Grillen aufgescheucht werden.

Hermann Obrist, Warum über die Kunst schreiben?

Zuerst erschienen in: Dekorative Kunst, Zeitschrift für angewandte Kunst III. Jahrgang No 5,
Verlagsanstalt F. Bruckmann AG München Februar 1900

Der vollständige Text erschien hier:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

Bestellt werden können die Magischen Blätter hier: kontakt@verlagmagischeblaetter.eu

 

Im Dienst der Unsterblichkeit

Der wirkliche Künstler
steht immer im Dienst
der Unsterblichkeit:
er versucht,
diese Welt und die in ihr lebenden Menschen
unsterblich zu machen.

Andrej Tarkowskij in: Die versiegelte Zeit. Gedanken zur Kunst, zur Ästhetik und Poetik des Films.

Der vollständige Artikel Kunst, Künstler und Betrachter. Analogien im Kunstbild des Malers Bo Yin Ra und des Filmkünstlers Andrej Tarkowskij von der Organisation zur Umwandlung des Kinos ist hier nachzulesen:

MAGISCHE BLÄTTER
CI. JAHRGANG HERBST 2020
3. Quartalsausgabe August, September, Oktober, gebunden
ISBN.Nr. 978 -3-948594-03-9

HEFT 7 | August 2020 | TITELTHEMA: KUNST

https://verlagmagischeblaetter.eu/monatsschrift/magische-blaetter

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Bô Yin Râ über Gustav Meyrink

Man wird dem Gesamtwerk des dahingegangenen Dichters nur dann gerecht, wenn man die in seinen Romanen und Erzählungen stofflich mitverwendeten Lehren nur auf die Gestalten bezieht, denen er diese Lehren in den Mund legt. Er selbst aber wollte sich niemals etwa als Lehrer okkulter oder mystischer Anschauungen, sondern als freier Künstler beurteilt sehen, dem jede Stoffbenützung erlaubt ist, durch die er in künstlerischer Gestaltung sein Werk bereichern kann.

Aus „Im Spiegel“ von Bô Yin Râ Erschienen in: Magische Blätter, XIV. Jahrgang, S. 44 – 47, Richard Hummel Verlag, Leipzig, 1933

 Jetzt aktuell nachzulesen in: Magische Blätter. Monatsschrift für geistige Lebensgestaltung.CI. Jahrgang, Mai 2020, Heft 4, S. 36

Mehr hier: https://verlagmagischeblaetter.eu/

Symbol für künstlerisches Streben

„Da jegliche Künstübung ihren tiefsten, tragenden Grund in einer Lebensauffassung, einer Weltanschauung findet, und da die hier vereinigten Künstler ihrer Mehrzahl nach einer Naturmystik nahestanden, die in Jakob Böhme ihren hohen klassischen Vertreter hat, da überdies Görlitz die Stätte des Lebens und Wirkens dieses erst neuerdings wieder in seiner tiefen Bedeutung erkannten Seelenkünders war, so wählte man den Namen dieses großen Görlitzers als Symbol für das hier vorliegende künstlerische Streben.“

Neuer Görlitzer Anzeiger vom 5. Juni 1921

 

Jetzt erschienen in den neuen „Magischen Blättern“, April 2020, Heft 3, S. 138 – 139

https://verlagmagischeblaetter.eu

 

In einer heiligen Sphäre

Kurt Weinhold: Jona im Walfisch Foto: © wak

Mit seinem Bild ‚Jona‘ überträgt Kurt Weinhold (1896 – 1965) seine Erfahrung als Künstler aus der Zeit des Nationalsozialismus aber auch die Nachkriegszeit auf eine symbolische Ebene. Der Prophet, der in diesem Fall für den Künstler selbst steht, übt seine Kunst, Gebet und Gesang, nach der Erkenntnis des Geistigen unbeirrt aus. Seine Situation stellt die Gegenwelt zu der ihn umgebenden Gefahrenwelt dar, im Dialog mit dem Geistigen, dem Materiellen entzogen, befindet er sich in einer heiligen Sphäre… “

Dr. Hans Günter Golinski vom Kunstmuseum Bochum hat dies u.a. zu dem o.a. Bild geschrieben, das derzeit in der Evangelischen St. Georg-Kirche in Hattingen zu sehen ist.

„Stein des guten Glücks“ – Goethe und das Morgenland

Foto: © wak (Abgedruckt wurde das Foto jetzt in der Publikation über den italienischen Künstler Piero Manzoni. Piero Manzoni. Nuovi studi. Carlo Cambo Editore, Milano, S. 49)

Zuerst veröffentlicht hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2011/01/14/goethe-und-das-morgenland/

Der „Stein des guten Glücks“ steht in Goethes Gartenhaus im Weimarer Ilmpark, wo Goethe ihn im April 1777 hat errichten lassen.

Der unten stehende Würfel soll das Statische, das Gefestigte, das Unveränderliche, das Ruhende darstellen.
Die Kugel darüber soll für das Dynamische stehen, das Bewegliche, das Wandelbare, das Schicksalhafte.

Der „Stein des guten Glücks“ gilt übrigens als eines der ersten nichtfigürlichen Denkmäler in
Deutschland.

Irgendwie ist er ein sichtbares Symbol für die derzeitige Goethe-und-Islam-Debatte, in der ihm die einen Islamophobie, die anderen Islamophilie vorhalten. Wo sie den frühen gegen den späten Goethe ausspielen.

Vielleicht reichte aber schon ein Blick in den „West-östlichen Diwan“?

Mehr hier:

http://www.gutenberg.org/ebooks/2319

 

 

Meister Eckhart – künstlerisch umgesetzt

Auf eine Ausstellung des Erfurter Raben-Ateliers macht die Evangelische Predigergemeinde aufmerksam:

raben

 

In der Pressemitteilung heißt es:

„Gute Worte, Gedanken und geistlichen Beistand brachte Meister Eckhart um 1300 den Erfurter Beginen und erhielt dafür Brot und Wein. Bei Brot und Wein versuchte die Künstlergruppe des Raben-Ateliers Erfurt dem Leben und Wirken dieses bedeutenden Erfurters nachzuspüren. Nicht nur die Beginen im Mittelalter, sondern auch die Mitglieder dieser Gruppe kamen aus dem Staunen nicht heraus.

„.. das Leben ist offen für viele Sehweisen“ (Meister Eckhart). Mit seinen modernen Ge­danken, die aus dem Mittelalter stammen, brachte er die Teilnehmer des Raben-Ateliers auf den Gedanken, sich künstlerisch zu seiner Person, seinem Leben und seinen Gedanken zu äußern: für sich „weiter zu denken“, diese mit dem Pinsel und dem Stift festzuhalten. Dabei folgten die neun Teilnehmer mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen den Worten von Meister Eckhart und ließen sich von ihnen und dem Menschen, der sie äußerte, faszinieren.

Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sind in einer Ausstellung in der Hauptbibliothek am Domplatz vom 4. Mai bis 31. Oktober 2015 zu sehen.“

 

Wieviel Blau?

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Odysseas Elytis (1911 – 1996) war ein griechischer Dichter, Literaturnobelpreisträger und Künstler. Den Aufsteller mit diesem Text fand ich an der Gastkirche in Recklinghausen

Zum Sehen geboren…

„Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt“. So heißt es bei Lynkeus dem Türmer in Goethes Faust II. An diese Zeilen im Lied des Türmers musste ich denken, als ich den Erker sah, den der Erlanger Maler Herbert Martius vor einigen Jahren in seiner Wohnung ausgemalt hat.

Der „Turm des Ikarus“ bedarf keiner Erläuterung. Ihn sehen zu können ist jetzt aktuell in einem 360 Grad Panorama möglich:

http://www.martius-werkschau.de/pano/

Auf der Seite www.martius-werkschau.de wird außerdem auf Leben und Werk von Herbert Martius (1924 – 2009) wie auf das dichterische Schaffen seiner Frau Irmgard-Martius-Busch hingewiesen.