Johann Wolfgang von Goethe: Gingko Biloba

gingkobilobaBildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

 

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“

Von Wissen und Weisheit

Es gibt
zwei miteinander verbündete
Kräfte im Menschen:
das Wissen und die Weisheit.

Wissen ist gerade so viel von der Wahrheit,
wie der Intellekt
durch sein Herumtasten
in einem verzerrten Medium
zu sehen vermag.

Weisheit ist das,
was das Auge der göttlichen Schau
im Geist sieht.

Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Streben nach Licht

Der Sinn erzeugt die Eins.
Die Eins erzeugt die Zwei.
Die Zwei erzeugt die Drei.
Die Drei erzeugt alle Dinge.

Alle Dinge haben im Rücken das Dunkle
und streben nach dem Licht,
und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)

Zwei Arten Menschen

Es gibt nur zwei Arten von Menschen in der Welt:

diejenigen, die versuchen, ihre innere Leere voll zu stopfen,
und diejenigen sehr seltenen wertvollen Wesen,
die versuchen, die innere Leere zu sehen.

Diejenigen, die versuchen, sie voll zu stopfen,
bleiben leer und frustriert.
Sie sammeln immer weiter Müll,
ihr ganzes Leben ist sinnlos und unfruchtbar.

Nur die anderen, die sehr wertvollen Menschen,
die versuchen, in ihre innere Leere zu blicken,
ohne jedes Verlangen, sie voll zu stopfen,
werden Meditierende.

Osho (1931-1990)

Helfen, wenn du kannst

Jeder denkt, seine Methode sei die beste. Gut, aber vielleicht ist sie nur gut für dich. Nahrung, die für einen unverdaulich ist, kann einem anderen gut bekommen. Weil sie gut für dich ist, darfst du daraus nicht schließen, dass deine Methode jedermanns Methode ist und dass Peters Mantel auch Hans und Marie paßt. Alle ungebildeten, kulturlosen, gedankenlosen Männer und Frauen wurden in solch einen engen Mantel gesteckt. … Welches Recht hast du zu sagen, dass die Methode eines Menschen falsch sei? Sie mag falsch sein für dich. Diese Methode mag dich erniedrigen, aber den anderen nicht. Deshalb sagt Krishna: Wenn du Erkenntnis besitzt und einen schwachen Menschen siehst, verdamme ihn nicht. Begib dich auf seine Ebene und hilf ihm, wenn du kannst. Er muss wachsen.
Wir beginnen eine Religion, stellen eine Reihe von Dogmen auf, begehen Verrat am Ziel der Menschheit und tun, als wären wir alle gleich. Nicht zwei Menschen denken gleich oder haben den gleichen Körper… Nicht zwei Menschen haben die gleiche Religion …

Swami Vivekananda (1863 – 1902)

Eins und doppelt

Dieses Baum’s Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwey, die sich erlesen,
Dasz man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwiedern,
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dasz ich Eins und doppelt bin?

Im „West-oestlichen Divan“ veröffentlichte Johann Wolfgang von Goethe dieses Gedicht „Gingo Biloba“, das er 1815 schrieb .