Zwei Augen hat die Seele…

Foto: © wak

Zwei Augen hat die Seele:
eins schauet in die Zeit.
Das andre richtet sich
hin in die Ewigkeit.

Angelus Silesius (1624 – 1677)

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Johann Wolfgang von Goethe: Gingko Biloba

gingkobilobaBildquelle: wikimedia – gemeinfrei

Die Reinschrift von Goethes „Gingko biloba“ befindet sich im Düsseldorfer Literaturmuseum Schloss Jägerhof – nicht in Weimar, wie erwartet werden könnte…

 

Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) im Jahr 1815.
Das Gedicht erschien im „Buch Suleika“ des „West-Östlichen Divan“

Von ganzem Herzen

Es gibt nur
zwei Arten von Menschen,
die man vernünftig nennen kann:
die, die Gott von ganzem Herzen lieben,
weil sie ihn kennen,
und die, die ihn von ganzem Herzen suchen,
weil sie ihn nicht kennen.

Blaise Pascal (1623 – 1662)

Nach Licht streben

Der Sinn erzeugt die Eins.
Die Eins erzeugt die Zwei.
Die Zwei erzeugt die Drei.
Die Drei erzeugt alle Dinge.

Alle Dinge haben im Rücken das Dunkle
und streben nach dem Licht,
und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)

Von Wissen und Weisheit

Es gibt
zwei miteinander verbündete
Kräfte im Menschen:
das Wissen und die Weisheit.

Wissen ist gerade so viel von der Wahrheit,
wie der Intellekt
durch sein Herumtasten
in einem verzerrten Medium
zu sehen vermag.

Weisheit ist das,
was das Auge der göttlichen Schau
im Geist sieht.

Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Streben nach Licht

Der Sinn erzeugt die Eins.
Die Eins erzeugt die Zwei.
Die Zwei erzeugt die Drei.
Die Drei erzeugt alle Dinge.

Alle Dinge haben im Rücken das Dunkle
und streben nach dem Licht,
und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)