Buchtipp VII – Zukunft: Mystik! (Roland R. Ropers)

 

Roland R. Ropers

Zukunft: Mystik!
Wegweiser zur religiösen Urquelle

Mit Beiträgen von Helga Simon-Wagenbach, Christiane May-Ropers, Christina Kessler und Dorothea J. May

Topos Premium / 224 Seiten, 20 €
ISBN: 978-3-8367-0046-7
Kevelaer 2018

„Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein keimt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot.“ (Albert Einstein)

Mit diesem und anderen Zitaten und eindrücklichen ausführlichen Hinweisen haben die Autorinnen und Autoren einen „Wegweiser zur religiösen Urquelle“ vorgelegt. Die fünf Autorinnen und der Autor beschreiben aus langjäriger Erfahrung konkrete Wege und Übungen, um in das innere Universum zu gelangen, die Urheimat jedes Menschen.

Rückkehr zum inneren Universum
Roland R. Ropers

Zukunft beginnt jetzt – Mystik ist der Weg
Helga Simon-Wagenbach

Der Klang unseres Körpers
Christiane May-Ropers

Mystik in den Alltag bringen
Entmystifizierte Mystik
Christina Kessler

In einem Meer von Liebe
Dorothea J. May

In seinem Buchhinweis schreibt der Verlag: „Ein faszinierender spiritueller Kompass für den täglichen Lebensweg.“ Ja, ich denke, das stimmt.

 

Die Autoren:
Roland R. Ropers, geb. 1945, Religionsphilosoph, Buchautor, spiritueller Sprachforscher und Weisheitslehrer (www.Watchful-Wisdom-Walking.de)

Helga Simon-Wagenbach, geb. 1936, erfahrene Yoga- und Zen-Lehrerin, Buchautorin, intensive Seminare für integrale Spiritualität (www.Helga-Simon-Wagenbach.de)

Christiane May-Ropers, geb. 1952, Dr. med., Fachärztin für physikalische und rehabilitative Medizin und Naturheilverfahren in leitenden Funktionen, Buchautorin, langjährige spirituelle Praxis und Erfahrung, weltweite Kurstätigkeit (www.May-Ropers.de)

Christina Kessler, geb. 1955, Dr. phil., weltweit aktive Kulturanthropologin und Humanismusforscherin, Buchautorin, erfahrene Weisheitslehrerin, intensive Seminartätigkeit (www.Christinakessler.com)

Dorothea J. May, geb. 1955, ehem. Schauspielerin, langjährige spirituelle Praxis bei bedeutenden Meistern, Buchautorin, systemische Coaching- und Sensitivitäts-Seminare (www.maybalance.eu)

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Kosmische Religion

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Buddhismus hat Eigenschaften, die wir für die Zukunft von einer kosmischen Religion erwarten würden: Er transzendiert einen persönlichen Gott, vermeidet Dogmas und Theologien, beinhaltet den natürlichen Geist und beruht auf einem religiösen Sinn, der nach der Erfahrung aller Dinge strebt, natürlich und spirituell, als bedeutsame Einheit.

Albert Einstein (1879 – 1955)

In unserer eigenen Gegenwart verweilen

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Spiritualität ist die Kunst der Wandlung. Wir dürfen uns nicht zur Veränderung zwingen, indem wir unser Leben in eine vorgefestigte Schablone hämmern. Ja, wir brauchen uns überhaupt nicht der Idee eines vorbestimmten Programms oder Lebensplans unterwerfen. Wir sollten uns vielmehr in der ungewohnten Kunst üben, auf den inneren Rhythmus unserer Tage und unseres Lebens zu achten. Diese Achtsamkeit schenkt uns ein neues Bewusstsein unserer eigenen menschlichen und göttlichen Gegenwart. …

Es ist weitaus kreativer, nach dem Ideal der Achtsamkeit als nach dem Diktat des Willens zu arbeiten. Allzu häufig versuchen die Menschen, ihr Leben dadurch zu verändern, dass sie es mit einem eisernen Willen in die erwünschte Form hämmern. Der Intellekt identifiziert das Ziel des jeweiligen Programms, und der Wille zwingt das Leben in die entsprechende Richtung und Gestalt. Diese Methode, an die Heiligkeit des eigenen Daseins heranzutreten, ist nicht nur brutal, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes oberflächlich. Sie zerrt uns aus unserem eigentlichen Selbst heraus, und die Folge ist oft genug, dass wir jahrelang in der Wildnis unserer mechanischen „spirituellen Programme“ umherirren. Es ist möglich, dass wir hier an einem seelischen Hungertod sterben, den wir selbst verursacht haben.

Sobald wir dagegen anfangen, mit einem anderen Rhythmus zu arbeiten, gelangen wir schnell und mühelos heim zu unserem Selbst. Unsere Seele kennt die geographischen Gegebenheiten unseres Schicksals ganz genau. Nur sie besitzt die Landkarte unserer Zukunft, un deshalb können wir dieser indirekten, abgewandten Seite unserer selbst unbesorgt vertrauen. Wenn wir ihr vertrauen, wird sie uns genau an unser vorbestimmtes Ziel führen – aber wichtiger noch: sie wird uns einen sanften, zwanglosen Rhythmus für unsere spirituelle Reise lehren. Es gibt keine allgemeingültigen Regeln für diese „Seinskunst“. Doch die Signatur dieser einzigartigen Wanderung ist tief in jede individuelle Seele eingeschrieben. Wenn wir auf unser Selbst achten und danach streben, in unserer eigenen Gegenwart zu verweilen, werden wir genau den richtigen Rhythmus für unser Leben finden.

John O´Donohue (1956 – 2008) in Anam Cara (Das Buch der keltischen Weisheit)

http://www.johnodonohue.com/

Was ist also die Zeit?

Foto: © wak

 

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?

Augustinus von Hippo (354 – 430)

Die Gegenwart ist im Hier und Jetzt zu finden

Foto: © wak

Denke nicht an die Vergangenheit, denn sie ist vorüber. So wird die Vergangenheit abgeschnitten, und man ist frei davon.

Die Zukunft ist noch nicht eingetroffen. Richte nicht deine Erwartungen und Hoffnungen darauf. So wird die Zukunft abgeschnitten und man ist frei davon.

Die Gegenwart ist im Hier und Jetzt zu finden. Achte nur darauf, frei von Vorstellungen zu sein und den Geist von Zuneigung und Abneigung leer zu halten. Durch das Freisein von Vorstellungen wird die Gegenwart abgeschnitten, und man ist frei davon.

Hui Hai (720-814)

Schweigen: ein Stern, der die Bahn wandelt

Skulptur Martin Bubers in Heppenheim  Foto: © wak

 

Das Schweigen ist unser schützendes Symbolon gegen die Götter und Engel des Getriebes: unsere Hut wider seine Irrgänge, unsere Reinigung wider seine Unreinheit. Wir schweigen das Erlebnis, und es ist ein Stern, der die Bahn wandelt. Wir reden es, und es ist hingeworfen unter die Tritte des Marktes. Wir sind dem Herrn stille, da macht er Wohnung bei uns; wir sagen Herr, Herr, da haben wir ihn verloren. Aber so gerade ist es mit uns: wir müssen reden. Und unsere Rede wölbt einen Himmel  über uns und die Andern einen Himmel: Dichtung, Liebe, Zukunft. Aber eines ist nicht unter diesem Himmel; das Eine, das not tut.

Martin Buber (1878 – 1965) in seinem Text „Ekstase und Bekenntnis“