Mensch werde wesentlich…

Dies ist der 2.500. Beitrag auf „Mystik aktuell“

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Schöpferische Urkraft von Himmel und Erde

Kaiser Shun fragte Ch’eng :
„Kann man sich das Tao zu eigen machen?“
„Nicht einmal Euren Leib habt Ihr zu eigen – wie könntet Ihr Euch das Tao zu eigen machen!“
„Wenn ich meinen Leib nicht zu eigen habe , wessen Eigentum ist er dann?“, fragte Shun.
„Eine Gestalt ist er, die Euch Himmel und Erde liehen. Euer Leben ist nicht Euer eigen – ein Einklang ist es, den Euch Himmel und Erde liehen. Eure angeborene Natur und Euer Schicksal sind nicht Euer eigen – Zufallsbedingtheiten sind es, von Himmel und Erde geliehen. Eure Söhne und Enkel sind nicht Euer eigen – abgeworfene Häute sind es, von Himmel und Erde geliehen.
Drum geht man am besten, ohne zu wissen, wohin;
bleibt zu Haus, ohne zu wissen was man behütet;
isst, ohne zu wissen, was man schmeckt.
Alles auf der Welt ist das Werk der schöpferischen Urkraft von Himmel und Erde.
Wie sollte man sich da irgend etwas zu eigen machen können?“

Chuang-tzu; (um 365 – 290 v.u.Z.)

Der Urgrund des Alls

Der Urgrund des Alls, über alles hinaus, was Schöpfung heißt, kann nicht Stoff sein, nicht Geist, nicht Wesen, nicht Leben, nicht Bewusstsein; nicht Körper, Figur, Form, Bild, Idee, Qualität oder Quantität oder Masse;

er kann nicht an einem Orte mehr sein als an einem anderen, kann also nicht konturenhaft gesehen oder überhaupt durch abgrenzende Sinne oder Gedanken erfasst werden; also kann Er auch weder Sinne erregen noch durch Sinne erregt werden, kann überhaupt nicht gestört werden, entzieht sich jeder Ordnung oder Unordnung und schon gar jedem Verstricktsein in materielle Unterscheidungen.

Kein Zufall und keine Beziehung und kein Misslingen kann Ihn je betreffen oder gar Seine Allmacht beschränken, ebenso wenig wie ein Mangel an Licht – und keine Veränderung oder Wandlung oder Entwertung, keine Vernichtung, keine Teilung, keine Entbehrung, kein Abströmen oder was sonst noch dem geschaffenen Bereich der Sinne angehört, hat je bei Ihm Statt.

Dionysius Areopagita (um 500)