Metta-Meditation: Für andere und für sich

 

Die Metta-Meditation ist eine der ältesten Formen der buddhistischen Meditation. Ziel der Meditationsübungen ist das Erreichen einer liebevollen, wohlwollenden Haltung gegenüber der Welt und allen fühlenden Wesen. Der Begriff „Metta“ entstammt der mittelindischen Sprache Pali und bedeutet übersetzt in Etwa „Freundschaft“, „Allgüte“ oder „Freundlichkeit“. Gleichwohl ist damit auch die Liebe im buddhistischen Sinne gemeint.

Mit der Metta-Meditation geht die Vorstellung einher, dass jedem fühlenden Wesen, das heißt jedem Lebewesen der Erde und des Universums, mit Wohlwollen und Freundlichkeit begegnet werden soll. Ein Lebewesen, gleich ob Mensch oder Tier, aus dem eigenen Herzen zu vertreiben und es abzulehnen, führt ledglich zu Ärger, Wut, Verbitterung und Zorn. Dass es sich dabei um Gefühle handelt, die der Lebenszufriedenheit eines Menschen sicher nicht zuträglich sind, wird nicht bezweifelt werden. Jedes Lebewesen soll akzeptiert und innerlich angenommen werden. Mit der Metta-Meditation üben Sie genau diese wohlwollende Haltung ein. Zu Beginn wird Ihnen dies möglicherweise nicht leicht fallen, doch wenn Sie sich auf die Erfahrungen, welche Sie sicher im Laufe der Zeit machen werden, einlassen, steht Ihrem Vorhaben eines anderen Weltverständnisses nichts mehr entgegen. Der Glaube an die buddhistische Religion ist dafür natürlich nicht notwendig, doch eine offene Haltung gegenüber neuen Denkansätzen ist unerlässlich.

Ayya Khema (1923–1997), Kind jüdischer Eltern, entfloh 1938 dem Nationalsozialismus. Nach Jahren der Ausbildung begann sie 1975 Meditation und die Lehre des Buddha in der Tradition des Theravada zu vermitteln. Sie war in weiten Teilen der Welt eine gesuchte Meditationslehrerin. Ihre Interpretation der Lehre Buddhas ist durch Erfahrung geprägt.

Das Video ist auf dem Youtube-Kanal „Buddhas Lehre“ erschienen.

Jeder Tag ein heiliges Geschenk

Foto: © wak

Mögest du des Mysterium des Hierseins gewahr werden und eintreten in die stille Unermesslichkeit deiner eigenen Gegenwart.

Mögest du Glück und Freude finden im Tempel deiner Sinne.

Möge es dir, wenn neue Grenzen locken, nie an Ermutigung fehlen.

Mögest du dem Ruf deiner Gabe Gehör schenken und den Mut finden, ihrem Weg zu folgen.

Möge die Flamme des Zorns dich von jeglicher Falschheit befreien.

Möge Wärme des Herzens deine Gegenwart hell auflodern lassen, und möge dich die Angst niemals belangen.

Möge deine äußere Würde ein Spiegel sein der inneren Würde deiner Seele.

Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die keine Aufmerksamkeit heischen.

Mögest du Trost finden in der geheimen Symmetrie deiner Seele.

Mögest du jeden neuen Tag als ein heiliges Geschenk erleben, gewoben um das Herz des Wunders.

 

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit. München 1999, S.133

Weder Furcht noch Ungewissheit…

Foto: © wak

 

Wo Liebe ist und Weisheit,
da ist weder Furcht noch Ungewissheit;

wo Geduld und Demut,
weder Zorn noch Aufregung;

wo Armut und Freude,
nicht Habsucht und Geiz;

wo Ruhe und Besinnung,
nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi (ca. 1181/1182 – 1226)

Liebe und Mut, stärken und heilen

Foto: © wak

Wenn wir nun die Erzählung des krausen Beiwerks entkleiden, bleibt uns eine Gestalt übrgig, sehr menschlich, sehr ernst, leidenschaftlich, plötzlicher Zornesaufwallungen fähig; ein Mensch, der eine neue, einfache und tiefe Lehre predigt, nämlich die weltumfassende, liebende Vaterschaft Gottes und das künftige Königreich des Himmels auf Erden. Sicher war er ein Mann von starker suggestiver Persönlichkeit. Er zog Jünger an sich und erfüllte sie mit Liebe und Mut. Schwache und leidene Menschen wurden durch seine Gegenwart gestärkt und geheilt. Doch dürfte er selbst von zarter Konstitution gewesen sein…

H.G. Wells (1866 – 1946) im Vorwort des Buches „Über Gott und die Welt. Revolutionäre Texte aus dem Neuen Testament“. Zürich 1975, S. 12 – 13

Des Mysterium des Hierseins gewahr werden

Mögest du des Mysterium des Hierseins gewahr werden und eintreten in die stille Unermesslichkeit deiner eigenen Gegenwart.

Mögest du Glück und Freude finden im Tempel deiner Sinne.

Möge es dir, wenn neue Grenzen locken, nie an Ermutigung fehlen.

Mögest du dem Ruf deiner Gabe Gehör schenken und den Mut finden, ihrem Weg zu folgen.

Möge die Flamme des Zorns dich von jeglicher Falschheit befreien.

Möge Wärme des Herzens deine Gegenwart hell auflodern lassen, und möge dich die Angst niemals belangen.

Möge deine äußere Würde ein Spiegel sein der inneren Würde deiner Seele.

Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die keine Aufmerksamkeit heischen.

Mögest du Trost finden in der geheimen Symmetrie deiner Seele.

Mögest du jeden neuen Tag als ein heiliges Geschenk erleben, gewoben um das Herz des Wunders.

 

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit. München 1999, S.133

Liebe, Weisheit, Freude, Besinnung…

Wo Liebe ist und Weisheit,
da ist weder Furcht noch Ungewissheit;

wo Geduld und Demut,
weder Zorn noch Aufregung;

wo Armut und Freude,
nicht Habsucht und Geiz;

wo Ruhe und Besinnung,
nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi (ca. 1181/1182 – 1226)