Nur auf der anderen Seite des Weges

Henry Scott Holland    Bildquelle: wikimedia / gemeinfrei

Der Tod ist nichts,
ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.

Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.

Gebraucht keine andere Redeweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben.

Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgendeine besondere Betonung,
ohne die Spur eines Schattens.

Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Weshalb soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

Henry Scott Holland (1847 – 1918)

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Die Welt kennen

Du kannst die Welt kennen,
ohne je dein Zimmer zu verlassen.
Du kannst der Gestirne Bahnen kennen,
ohne je aus dem Fenster zu sehn.
Je weiter du rennst,
je weniger du kennst.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)

Die Welt im Innern

Sieh das Fenster dort. Durch dieses Fenster wird ein leeres Zimmer mit heller Landschaft gefüllt, aber die Landschaft bleibt draußen. Genauso musst du deine Augen und Ohren gebrauchen, um die Welt in deinem Innern wahrzunehmen, aber schließe all deine gewöhnliche Weisheit aus deinem Geist aus.

Das ist die Methode, mit der du die ganze Schöpfung wiedererstehen lassen kannst.

Dschuang Dsi  (365 – 290 v.u.Z.)