Die drei Gesichter des Nicht-Tuns

Mehr zu Rani Kaluza und Doing Nothing hier: http://doingnothing.de/

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Ursprung, der Gott allein ist

O Wunder über Wunder, wenn ich an die Vereinigung denke, die die Seele mit Gott hat! Er macht die Seele wonnefreudig, aus sich selbst zu fliessen, denn alle genannten Dinge genügen ihr nicht. Und da sie selbst eine genannte Natur ist, darum genügt sie sich selbst nicht. Der göttliche Liebesquell fliesst auf die Seele und zieht sie aus sich selbst in das ungenannte Wesen in ihren ersten Ursprung, der Gott allein ist. Obwohl ihm die Kreatur Namen gegeben hat, so ist er doch an sich selbst ein ungenanntes Wesen. So kommt die Seele in ihre höchste Vollendung.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Wie der Tag erhellt

Vielleicht wird die Finsternis mich niederdrücken;
und die Nacht ist mir in Wonne zur Erleuchtung geworden.
Denn die Finsternis wird von Dir nicht verfinstert;
die Nacht wird wie der Tag erhellt werden.
Denn so wie sein Dunkel ist,
ist auch sein Licht.

Erklärung von Augustinus zum Psalm 138,11ff.

In: Alois M. Haas, Mystik als Aussage. Erfahrungs-, Denk- und Redeformen christlicher Mystik. Frankfurt/M. 2007, S. 483

Achte gut auf diesen Tag

Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.

In seinem kurzen Ablauf
liegt alle Wirklichkeit
und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Herrlichkeit der Kraft.

Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch – recht gelebt –
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und das Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Drum achte gut auf diesen Tag.

Aus dem Sanskrit