Norbert Blüm + über Carl Sonnenschein

Werner Krebber (Hg.) Den Menschen Recht verschaffen. Carl Sonnenschein. Person und Werk.  Echter-Verlag, Würzburg, 1996

„Dieses Buch ist eine Hilfe, das Denken, das Tun und die Wirkung von Carl Sonnenschein besser zu verstehen. Er ist für uns heute ein Beispiel dafür, wie man durch Kompetenz Anerkennung findet, durch Engagement überzeugt, durch Konsequenz schließlich gewinnt und durch Mut und Zivilcourage Dinge in Gang bringt, von denen viele Generationen profitieren. An uns liegt es, das soziale Vermächtnis von Carl Sonnenschein zu bewahren und in unserem Sozialstaat weiterzuführen.“

Norbert Blüm (1935 – 2020) in seinem Vorwort zu diesem Buch. Blüm war damals Bundesarbeitsminister

Carl Sonnenschein im Berliner Babylon

„Babylon Berlin“, die aktuelle kleine Serie, zeigt unter anderem krass die sozialen, politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Verwerfungen am Ende der 20er Jahre um 1929.

Bei manchen der Bilder musste ich an Carl Sonnenschein denken, den Berliner Großstadtseelsorger,  der von 1876 – 1929 lebte. Er beeindruckte Kurt Tucholsky ebenso wie Elke Lasker-Schüler, Theodor Eschenburg oder Heinrich Brüning.

Bronzeplakette von Dankwarth Albersmann    Foto: © wak

„Seine pastorale Kreativität, seine soziale Sensibilität, seine Offenheit für die Kunst, seine Impulse für die Politik und seine offensive ‚Veröffentlichung‘ des Christentums erweisen ihn als Beispiel eines aufmerksamen Zeitgenossen und couragierten Kirchemannes…“ schrieb Prof. Dr. Michael Sievernich S.J. im Nachwort des von mir herausgegebenen Bandes „Den Menschen Recht verschaffen – Carl Sonnenschein – Person und Werk“, Würzburg 1996. Das Vorwort hatte der damalige Minister Norbert Blüm geschrieben.

Cover des von mir 1996 herausgegebenen Buches

„Wie konkret, wie ernst gemeint, wie notwendig und drängend dieses breit gestreute, zeit- und kraftraubende Engagement Sonnenscheins war, was er für jeden mitbrachte, der Not litt und Sorgen hatte, was er an Weltsicht und Klarheit einbrachte, zeigt sich wohl niergendwo deutlicher als in den Texten, die als „Notizen“ erschienen…“ habe ich in meinen biographischen Skizzen über ihn dort geschrieben. (w.a.k.)

Carl Sonnenscheins Berliner Babylon

„Babylon Berlin“, die aktuelle kleine Serie, zeigt unter anderem krass die sozialen, politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Verwerfungen am Ende der 20er Jahre um 1929.

Bei manchen der Bilder musste ich an Carl Sonnenschein denken, der von 1876 – 1929 lebte. Als Großstadtseelsorger in Berlin beeindruckte er Kurt Tucholsky ebenso wie Elke Lasker-Schüler, Theodor Eschenburg oder Heinrich Brüning.

„Seine pastorale Kreativität, seine soziale Sensibilität, seine Offenheit für die Kunst, seine Impulse für die Politik und seine offensive ‚Veröffentlichung‘ des Christentums erweisen ihn als Beispiel eines aufmerksamen Zeitgenossen und couragierten Kirchemannes…“ schrieb Prof. Dr. Michael Sievernich S.J. im Nachwort des von mir herausgegebenen Bandes „Den Menschen Recht verschaffen – Carl Sonnenschein – Person und Werk“, Würzburg 1996

Cover des von mir herausgegebenen Buches

„Wie konkret, wie ernst gemeint, wie notwendig und drängend dieses breit gestreute, zeit- und kraftraubende Engagement Sonnenscheins war, was er für jeden mitbrachte, der Not litt und Sorgen hatte, was er an Weltsicht und Klarheit einbrachte, zeigt sich wohl niergendwo deutlicher als in den Texten, die als „Notizen“ erschienen…“ habe ich in meinen biographischen Skizzen über ihn dort geschrieben. (w.a.k.)

Beginen in Wismar – und anderswo

Erinnerung an Beginen in Wismar Fotos: © wak

Mehr über Geschichte und Gegenwart der Beginen hier:

Gertrud Hofmann, Werner Krebber
Die Beginen. Geschichte und Gegenwart
topos taschenbücher 530

(Nur noch wenige Exemplare beim Verlag lieferbar)

Lütticher Beginenquelle

Die Skulptur links soll Lambert le Bègue zeigen, der um 1175 in Lüttich die erste Beginengemeinschaft begründet hat

Fotos: © wak

„Die Beguinen waren keine Klosterfrauen, sie legten keine Gelübde ab, waren auch nicht zeitlebens, sondern nur zeitweilig an ihr Haus gebunden, das sie wieder verlassen konnten, um zu heiraten und in die Außenwelt zurückzutreten. Sie beschäftigten sich mit Nähen, Spinnen und Weben, daher jede Beguine einen Spinnrocken mitzubringen hatte … ; ferner mit der Unterweisung der Jugend in weiblichen Handarbeiten, im Lesen, Schreiben und in den Grundlehren der Religion, wobei jedoch die Erweckung und Belebung des religiösen Sinnes bei ihren Pflegebefohlenen die Hauptsache war. Ganz besonders aber widmeten sie sich, gleich den barmherzigen Schwestern und Diakonissen der Jetztzeit, der Krankenpflege in ihrem Hause und außerhalb desselben, daher die größeren und besser dotierten Beguinenconvente auch eigene Krankenhäuser besaßen.“ In altertümlicher Sprache benennt der Historiker Julius Heidemann die Schwerpunkte des Wirkens der Beginen. Waren sie doch nicht nur die erste Frauenbewegung, sondern auch eine mutige Reformbewegung und Begründerinen einer spezifisch weiblichen Spiritualität.

Mehr hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2010/11/21/beginen-mystikerinnen-des-tuns/

Oder hier:

https://mystikaktuell.wordpress.com/2012/05/20/beginen-mystik-verfolgung-und-verurteilung/

Und hier:

topos taschenbücher 530

 

Depressionen überwinden

tt25_1Cover der Originalausgabe

Jetzt, wo die Tage kürzer werden und es früher dunkelt, bekommen manche Menschen depressive Verstimmungen, Depressionen. Doch auch unabhängig davon sind Menschen mit Depressionen beschwert.

Ihnen soll mein kleiner Ratgeber „Depressionen überwinden – Wege zurück zur Lebensfreude“ behilflich sein, den ich vor einigen Jahren veröffentlicht habe und der schon lange vergriffen ist.

„Depressionen überwinden – Wege zurück zur Lebensfreude“ erschien zuerst innerhalb der Reihe THALES THEMENHEFTE als Nr. 25 (Essen o.J.). Das Heft ist seit einiger Zeit vergriffen, die Reihe wurde inzwischen eingestellt.

Wer sich die aktuelle Berichterstattung zum Krankheitsbild der Depression ansieht, stellt fest: Die damals prognostizierten Entwicklungen sind nicht nur eingetroffen, sondern die Folgen des gesellschaftlichen Wandels haben sich im Laufe der letzten Jahre verschärft.

Dies war für mich Anlass, die Broschuere noch einmal einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Für diese Online-Version wurde der Text überarbeitet und aktualisiert.

Im Anhang findet sich der Hinweis darauf, dass der Text auch in Blindenschrift verfuegbar ist.

duet25

https://archive.org/details/Depressionenberwinden-WegeZurckZurLebensfreude

 

Bitte beachten: Eine kommerzielle Nutzung des Online-Bändchens ist nicht gestattet.

Berlin: Stadt der Millionen

Auf Arte lief heute morgen „Die Stadt der Millionen. Ein Lebensbild Berlins.“ Dazu heißt es:

Der 85-minütige Film (1925) ist das erste abendfüllende Stadtporträt Berlins und zeigt den Alltag in ganz unterschiedlichen Vierteln der Stadt: hier großstädtisch und mondän, dort volkstümlich und mit Hang zu kleinbürgerlicher Gemütlichkeit. Der Ufa-Film vermittelt das Lebensgefühl von Berlin nach der überstandenen Wirtschaftskrise Mitte der 1920er Jahre.

Mehr hier:

http://www.arte.tv/guide/de/058366-000/die-stadt-der-millionen-ein-lebensbild-berlins

Mich erinnerte der Hinweis an den Berliner Großstadtseelsorger Carl Sonnenschein (1876 – 1929), zu dem ich 1996 das Buch „Den Menschen Recht verschaffen. Carl Sonnenschein – Person und Werk“ im Würzburger Echter-Verlag herausgegeben habe.

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„Seine pastorale Kreativität, seine soziale Sensibilität, seine kontexuelle Spiritualität, seine Offenheit für die Kunst, seine Impulse für die Politik und seine offensive ‚Veröffentlichung‘ des Christentums erwiesen ihn als Beispiel eines aufmerksamen Zeitgenossen und couragierten Kirchenmannes,“ schrieb Prof. Dr. Michael Sievernich SJ damals im Nachwort.

Das Buch ist vergriffen.

Siehe auch hier: https://wernerkrebber.wordpress.com/

 

 

 

Wie bleibe ich aus den Schlagzeilen?

In der „Süddeutschen“ ist es heute zu lesen. Eine Gerichtsgutachterin muss einem Mann Schadensersatz zahlen, weil er  unschuldig im Gefängnis gesessen hat. Es erinnerte mich dann doch wieder mal an einen Vortrag, den ich 2003 vor dem Deutschen Psychologentag gehalten habe:

dpa

Wie bleibe ich aus den Schlagzeilen?

Psychologen und ihr Umgang mit der Öffentlichkeit zwischen Krisenmanagement und Imagebildung

Werner Krebber

Im Gespräch zu bleiben, ohne ins Gerede zu kommen, ist für Psychologinnen und Psychologen schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Denn ihnen werden durch Berufsordnungen und ethische Richtlinien enge Grenzen in ihrem Kontakt zur Öffentlichkeit auferlegt. Das erscheint oft umso schwieriger, als gerade Psychologen mit ihrer wissenschaftlichen Qualifikation Menschen in Krisensituationen ihre Hilfe „anbieten“. Doch eine Kommunikation zwischen ihnen und einer breiten Öffentlichkeit wird oft als problematisch gesehen.

Ganz praktische Hinweise gilt es für Psychologen bei ihrem Umgang mit der Öffentlichkeit zu bedenken. Ihren Platz haben sie in der Spannung zwischen Krisenmanagement und Imagebildung. In Referat und anschließender Diskussion geht es daher beispielsweise um Fragen wie diese:

Welche Rolle spielen psychisch kranke Menschen in den und für die Medien?

  • Mit welcher Öffentlichkeit haben Psychologen es zu tun?
  • Welche Medien eignen sich eigentlich für welche Kommunikation eher als andere?
  • Wie können sie ebenso verantwortlich wie allgemein verständlich Antworten auf ihre Fragen geben?
  • Auf welche Mechanismen der Medien müssen sie sich (nicht) einlassen?
  • Ist das Interesse der Öffentlichkeit wichtiger als der therapeutische Erfolg des Patienten?

 

Literatur:

Hoffmann-Richter, U. (2000). Psychiatrie in der Zeitung. Urteile und Vorurteile. Bonn: Edition Das Narrenschiff im Psychiatrie Verlag.

Krebber, W. (1999). Sexualstraftäter im Zerrbild der Öffentlichkeit. Fakten – Hintergründe – Klarstellungen. Hamburg: Konkret Literatur Verlag

(Abstract des Vortrags)