Ramana Maharshi und Doing Nothing / Mystikkreis Köln am 7. Juli 2019

Das OM stammt von einem Siebdruck aus Arunachala / Foto: wak

Mehr Informationen hier: https://mystikaktuell.wordpress.com/2019/06/07/ramana-maharshi-und-doing-nothing-mystikkreis-am-7-juli-2019/

Ramana Maharshi und Doing Nothing / Mystikkreis am 7. Juli 2019

Ramana Maharshi

Herzliche Einladung zum Mystikkreis am 7. Juli 2019:

Ramana Maharshi (1879 -1950) war einer der strahlendsten und edelsten unter den Weisen Indiens.

Nach einer atemberaubenden inneren Reise zur Erleuchtung lebte er, umgeben von seinen Schülern, am Berg Arunachala in Süd-Indien hauptsächlich schweigend – antwortete jedoch auf Fragen spirituell Interessierter. Auch wenn er sich selbst nicht einmal als Guru bezeichnen würde, wird als der wichtigste Vertreter des Advaita Vedanta des 20. Jahrhunderts angesehen.
Er empfahl Ratsuchenden, die nach einer Übung fragten, die Methode Atma Vichara, die Ergründung des Selbst auf Grundlage der Frage: „Wer bin ich?“. Dutzende heutige westliche Satsang-Lehrer berufen sich auf ihn und sehen in ihm ein Vorbild. Seine Stille und seine Worte waren darüber hinaus Inspiration für viele seine Zeitgenossen. So schrieb zum Beispiel C.G. Jung über Ramana Maharshi „Das Ziel östlicher Praktik ist dasselbe wie das der westlichen Mystik: Der Schwerpunkt wird vom Ich zum Selbst, vom Menschen zu Gott verschoben; was bedeuten will, dass das Ich im Selbst, der Mensch in Gott verschwindet.“

Aus dem Buch „Be as you are“ über ihn von einem Zeitzeugen:
„Er beteiligte sich an der Gemeinschaftsarbeit des Ashrams und stand jahrelang um 3 Uhr morgens auf, um den Bewohnern das Essen zuzubereiten. Sein Gleichheitsgefühl war legendär. Wenn Besucher kamen, machte es keinen Unterschied, ob es sich nun um VIP´s, Bauern oder Tiere handelte – sie alle wurden mit gleichem Respekt und Rücksicht behandelt. Seine unterschiedlose Sorge erstreckte sich sogar auf die Bäume; er ermutigte seine Anhänger dazu, keine Blumen oder Blätter von ihnen zu pflücken, und er versuchte sicherzustellen, dass, wenn Früchte von den Ashram-Bäumen genommen wurden, dies so geschieht, dass die Bäume ein Minimum an Schmerzen erleiden. Während dieser Zeit (1925-50) war das Zentrum des Ashram-Lebens die große Halle, in der Sri Ramana schlief, aß und seine Schüler empfing. Den größten Teil des Tages verbrachte er in einer Ecke auf einem Sofa, wo er seine stille Kraft ausstrahlte und gleichzeitig Fragen von Besuchern aufgriff, die in einem ständigen Strom aus allen Ecken der Welt zu ihm pilgerten.“

Mit der Frage: Wer bin ich? zur Selbst-Erforschung-Fragen, die Ramana seinen Schülern gegeben hat,um zu ihrem wahren Selbst zu finden und vieles mehr, wollen wir uns am nächsten Mystiksonntag austauschen und auf Erfahrungsebene forschend annähern.

– – – Wenn jemand einfach nur Interesse an der Praxis des Doing Nothing hat, könnte er oder sie gerne erst um 12:00 dazu kommen. – – – –

Organisatorisches:
Damit wir besser planen können, bitten wir um frühzeitige Anmeldung bei
Rani Kaluza: Tel: 0221 2406997/ eMail: weissefeder@netcologne.de

Vielen Dank!

Wir treffen uns etwa ein Mal im Monat im Kölner Stadtteil Sülz.
An diesen Sonntagen wird für beides Zeit sein – für stilles kontemplatives Sitzen und für das Studieren mystischer Texte & Themen sowie den gemeinsamen Austausch. Der private Kurs ist auf 12 Teilnehmer beschränkt. Kostenbeitrag für den ganzen Tag: 15,– Euro (+ ein freiwilliger Obolus für den Mittagstisch). Kostenbeitrag nur für den Nachmittag: 10,– Euro.

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen:

Rani und Werner

Informationen und Anmeldung auch hier: https://www.facebook.com/events/2342174475825305/

Wer bin ich?

Foto: wikimedia/gemeinfrei

Ramana Maharshi (1869 – 1950) antwortete auf die Frage eines Schülers:

„Wie muss man erforschen: ‚Wer bin ich?’“ folgendes:

Handlungen wie Gehen und Kommen betreffen lediglich den Körper. Und wenn man sagt: „Ich ging, ich kam“, unterstellt man, dass der Körper „Ich“ sei. Aber kann es richtig sein, dass der Körper, den es vor der Geburt nicht gab, der aus den fünf Elementen besteht, der während des Tiefschlafs nicht existiert und der mit dem Tod ein Leichnam wird, wirklich das „Ich“-Bewusstsein ist? Kann der Körper, der schwerfällig wie ein Holzklotz ist, das strahlende „Ich-Ich“ sein? Hier liegt der Grund, warum das „Ich“-Bewusstsein, das mit dem Körper verbunden ist, Einbildung (Tarbodham), Ego (Ahankara), Unwissenheit (Avidya), Maya, Unreinheit (Mala) oder individuelle Seele (Jiva) genannt wird. Wie kann man dies nicht ergründen wollen! Ist es nicht Sinn und Zweck der Schriften, uns mit Hilfe der Erforschung zur Erlösung zu führen, wenn sie sagen, dass die Vernichtung der Einbildung Befreiung (Mukti) bedeutet? Man sollte also den Körper-Leichnam einen Leichnam sein lassen und, ohne das Wort „Ich“ auch nur zu sagen, direkt ergründen: „Was ist es, das jetzt als ‚Ich“ in Erscheinung tritt?“ Dann wird im Herzen ein stilles, glänzendes Licht als „Ich-Ich“ erstrahlen. Aus sich selbst heraus wird das reine, unbegrenzte, einzige Bewusstsein leuchten; alle Begrenzung und Vielfalt der Gedanken wird verschwunden sein. Wenn man dann still bleibt und diesen Zustand nicht verlässt, wird das Ego, das Gefühl der Individualität in Gestalt von „Ich bin der Körper“ vollständig aufgelöst und schließlich auch der letzte Gedanke, die „Ich“-Form, ausgelöscht werden, wie das Feuer, das Kampfer verbrennt. Die Heiligen und die Schriften sagen klar, dass das allein Befreiung ist.

Buchtipp VIII – Weisheiten der Wüstenväter (Freddy Derwahl)

Freddy Derwahl

Weisheiten der Wüstenväter

Butzon & Bercker / 203 Seiten, 15 €
ISBN: 978-3-7666-2486-4
Kevelaer 2018

„Die ‚Wüsten‘ der Wüstenväter überschreiben immer wieder ihre geographischen Grenzen. Auch handelt es sich bei den über Jahrhunderte hinweg überlieferten Sprüchen keineswegs um exotische Weisheiten greiser und spleeniger Gottesnarren. In der ‚Wüste‘ der Glaubensferne, in der Leere flüchtiger Genüsse und in der Öde unserer anonymen Großstädte gewinnen sie neue Aktualität“, schreibt der belgische Journalist Freddy Derwahl in der Einleitung zu den „Weisheiten der Wüstenväter“. Neu verortet werden ihre Sprüche von Managern, Seelsorgern, Psychologen, Therapeuten. Gehen die Gedanken doch gezielt auf Fragen und Sehnsüchte ein, die Menschen heute beschäftigen.

Mehr zur Meditation und zum Gebet will er dann auch mit der Sammlung anregen. Kurz und knapp sind die Gedanken, die durch den Tag begleiten können. Schon ein Blick auf die Überschriften belegt, dass Derwahl die Menschen dort abholen will, wo sie heute sind: Fliehen, Etwas Leiden, Ein guter Arbeiter, Wer bin ich eigentlich? Vollendete Liebe undsofort. Dazwischen gestreut sind Gedanken von Dichtern, Theologen, Schriftstellern, Mystikern.

Am Ende hat Derwahl eine Bibliographie hinzugefügt, die dem Anregungen gibt, der sich ausführlicher mit Geschichte und Bedeutung der Texte von Wüstenvätern und -müttern befassen möchte.

Darüber hinaus ist das Buch sehr ansprechend gestaltet, dass man es auch beruhigt und gern verschenken kann.

© Werner A. Krebber