Wahres Leben, wahres Fühlen, wahres Denken

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Eine Fülle von Aufgaben wartet unser. Eine beglückende Fülle sinnvoller Arbeit auf allen Gebieten. Möglichkeiten tun sich auf, die noch vor fünfzig Jahren niemand auch nur zu ahnen gewagt hätte. Nur wahres Leben, wahres Fühlen, wahres Denken können den Nihilismus und die Anthropozentrik überwinden, sind Gewähr dafür, dass eine neue Weltsicht realisiert und damit die scheinbare Sinnlosigkeit des heutigen Geschehens überwunden wird.

Jean Gebser (1905 – 1973) in seinem Buch „In der Bewährung“. Bern 1962, S. 66

Mystische Weltsicht

Auch wenn wir in Verbindung zu unserem Alltagsleben stehen, können wir eine kosmische Perspektive wahren, die direkten spirituellen Erfahrungen entstammt und nicht nur dem, was wir über Gott hören oder lesen. Eine mystische Weltsicht ist vereinend, umfassend und expansiv. Sie schließt ein Bewusstsein für die Verbundenheit der gesamten Schöpfung ein. Wenn wir jemandem anderen etwas antun, dann tun wir es auch uns selbst an. Wenn wir der Erde schaden, schaden wir auch uns selbst. Aus dieser Perspektive gibt es keinen Raum für Exklusivität, Vorurteile oder Aufteilungen. Diese spirituelle Sichtweise erkennt an, dass wir mehr sind als unsere stoffliche Identität. Das tiefere SELBST und das kleine Selbst bestehen nebeneinander, und wir wissen, dass beide entscheidende und wichtige Aspekte unserer Natur sind.

Christina Grof (1941 – 2014)