Jesus sprach: Ich bin…

Christuskopf aus der Abtei Weißenburg / 12. Jahrhundert ~ Foto: (c) wak

… das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. | Joh 6,35

… das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. | Joh 8,12

…  die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. | Joh 10,9

…  der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. | Joh 10,11

… die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. | Joh 11,25

…  der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. | Joh 14,6

… der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. | Joh 15,1

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Die Zeit der Früchte

Foto: (c) wak

Nun geht der Winzer bald in seinen Weinberg und schneidet den Reben das wilde Holz ab; täte er das nicht und ließe es am guten Holze stehen, so brächte der Weinstock nur sauren, geringen Wein; so soll der edle Mensch auch tun, er soll sich selbst beschneiden von aller Unordnung und vom Grund ausroden all seine Arten und Neigungen, in Liebe und Leid …

Die Natur ist an sich selber gut und edel; was willst du daran abhauen? Wenn dann die Zeit der Früchte kommen sollte, das heißt das göttliche Leben, hast du die Natur verdorben.

Johannes Tauler (1300 – 1361) in seiner Predigt „Simile est regnum caelorum“ – Das Himmelreich ist gleich (Matth. 20, 1—16)

Jesus und Buddha

Die Macht desjenigen, der den Ausspruch tat “Ich und der Vater sind eins”, hat Millionen von Menschen beeinflusst und hat für Jahrtausende Gutes geschaffen. Er war ein Nicht-Dualist und war barmherzig zu seinen Mitmenschen. Den Massen, die nichts Höheres als einen persönlichen Gott begreifen konnten, predigte er: “Ihr sollt euren Vater im Himmel preisen”, während er anderen, die für höhere Ideen empfänglich waren, sagte: “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben”. Aber seinen Schülern, denen er sich ganz offenbarte, verkündete er die höchste Wahrheit: “Ich und der Vater sind eins”.

Es war der große Buddha, der die dualistischen Götter verwarf, und den man einen Atheisten und Materialisten genannt hat, der bereit war, seinen Leib für eine arme Ziege hinzugeben. Dieser Mann brachte die höchsten sittlichen Ideen, die je ein Volk gekannt hat, ins Leben zurück, und wo immer es ein Sittengesetz gibt, ist es von seinem Lichte bestrahlt.

Swami Vivekananda (1863 – 1902)