Hören was außer Hörweite ist

Foto: (c) wak

Nur indem ich mich aus der Wirrniss und Zerstreuung herausziehe, kann ich etwas hören, was außerhalb meiner Hörweite ist, und mir ins Gedächtnis rufen, dass Lauschen weitaus erfrischender ist als all die Gedanken und Vorurteile zu äußern, die mir ohnehin vierundzwanzig Stunden am Tag Gesellschaft leisten. Und nur, indem ich nirgendwohin gehe – indem ich stillsitze oder meinen Geist entspanne -, entdecke ich, dass die Gedanken, die ungebeten zu mir kommen, weitaus frischer und phantasiervoller sind als jene, die ich bewusst hervorbringe.

Pico Iyer / Siddharth Pico Raghavan Iyer (*1957) in: The Art of Stillness. Adventures in Going Nowhere

Widows of India / Ein wichtiges Projekt

Screenshot der Homepage 

Dabei, mich über Ramana Maharshi noch einmal intensiver zu befassen, erinnerte ich ein Projekt, das eine gute Freundin von mir empfohlen hat: Widows of India. Ein Projekt, das in Tiruvanamalai begann, ganz in der Nähe, wo Maharshi lebte.

Doch lesen Sie selbst, was die Gründerin Anna Etter schreibt:

Tief erschüttert vom Elend einer alten Frau am Straßenrand von Tiruvannamalai gewann Anna Etter Einblick in die erschütternde Situation der indischen Witwen und begann 2007 spontan damit, Spenden und Hilfe zu organisieren.
Mit Unterstützung des Shanthimalai Ashrams und in Zusammenarbeit mit Shanthimalai Handicrafts Development Society versuchen wir Bewußtsein zu ändern und Leben zu retten, indem wir alte Witwen betreuen und junge Witwen und ihre Kinder ausbilden und fördern, so dass Aberglauben und Vorurteile verschwinden und junge Witwen ein normales Leben führen und ihre Kinder ernähren können.

Mehr Informationen zu dem Projekt und Möglichkeiten der – auch finanziellen – Unterstützung hier: http://widowsofindia.de/?lang=de

Mystische Weltsicht

Auch wenn wir in Verbindung zu unserem Alltagsleben stehen, können wir eine kosmische Perspektive wahren, die direkten spirituellen Erfahrungen entstammt und nicht nur dem, was wir über Gott hören oder lesen. Eine mystische Weltsicht ist vereinend, umfassend und expansiv. Sie schließt ein Bewusstsein für die Verbundenheit der gesamten Schöpfung ein. Wenn wir jemandem anderen etwas antun, dann tun wir es auch uns selbst an. Wenn wir der Erde schaden, schaden wir auch uns selbst. Aus dieser Perspektive gibt es keinen Raum für Exklusivität, Vorurteile oder Aufteilungen. Diese spirituelle Sichtweise erkennt an, dass wir mehr sind als unsere stoffliche Identität. Das tiefere SELBST und das kleine Selbst bestehen nebeneinander, und wir wissen, dass beide entscheidende und wichtige Aspekte unserer Natur sind.

Christina Grof (1941 – 2014)