Den Seelengrund aufgeschlossen finden

Foto: © wak

Wenn Gott den Menschen so in völliger Entwordenheit und Hingabe sich gänzlich zugewendet und seinen Seelengrund aufgeschlossen findet, neigt sich der Gottesgrund ihm zu und ergießt sich in den ihm offenen und gelassenen Seelengrund, überformt den geschaffenen Seelengrund mit der Fülle seines Lichts und zieht ihn durch diese Überformung in die Ungeschaffenheit des Gottgrundes, so daß der Geist ganz eins mit ihm wird.

Johannes Tauler (ca. 1300 – 1361)

Advertisements

Offener und gelassener Seelengrund

Foto: © wak

Wenn Gott den Menschen so in völliger Entwordenheit und Hingabe sich gänzlich zugewendet und seinen Seelengrund aufgeschlossen findet, neigt sich der Gottesgrund ihm zu und ergießt sich in den ihm offenen und gelassenen Seelengrund, überformt den geschaffenen Seelengrund mit der Fülle seines Lichts und zieht ihn durch diese Überformung in die Ungeschaffenheit des Gottgrundes, so daß der Geist ganz eins mit ihm wird.

Johannes Tauler (ca. 1300 – 1361)

Völlig frei von Form und Buchstaben

Foto: © wak

Gott ist völlig frei von Form und Buchstaben.
Sein Wort ist außerhalb von Buchstaben und Stimme.
Aber Er lässt seine Worte
durch Buchstaben und Stimme und Zunge,
wie Er will, verkünden.

Rumi (1207-1273)

Eins und einfaltig

Gedenktür an der Erfurter Predigerkirche | Foto: © wak

Ich habe bisweilen gesagt, es sei eine Kraft im Geiste, die sei allein frei. Bisweilen habe ich gesagt, es sei eine Hut des Geistes; bisweilen habe ich gesagt, es sei ein Licht des Geistes; bisweilen habe ich gesagt, es sei ein Fünklein. Nun aber sage ich : Es ist weder dies noch das; trotzdem ist es ein Etwas, das ist erhabener über dies und das als der Himmel über der Erde. Darum benenne ich es nun auf eine edlere Weise, als ich es je benannte, und doch spottet es sowohl solcher Edelkeit wie der Weise und ist darüber erhaben. Es ist von allen Namen frei und aller Formen bloß, ganz ledig und frei, wie Gott ledig und frei ist in sich selbst. Es ist so völlig eins und einfaltig, wie Gott eins und einfaltig ist, so daß man mit keinerlei Weise dahinein zu lugen vermag.

Meister Eckhart (1260 – 1328)

Jede Ebene der Wirklichkeit

Nachdem das Höchste und Letzte gefunden wurde,
ist man völlig eins mit der ganzen Welt.
Man hat vielleicht den Eindruck,
dass man, um zum Höchsten zu gelangen,
diese Welt verlassen müsse,
aber jetzt, da man das Höchste erreicht,
entdeckt man, daß es jede Ebene der Wirklichkeit umfaßt.
Jede Ebene der Realität ist im Höchsten enthalten und geborgen.

Bede Griffiths (1906 – 1993) in: „Die neue Wirklichkeit – Westliche Wissenschaft, östliche Mystik und christlicher Glaube“; Himberg 1990, Seite 242

Überformt mit der Fülle seines Lichts

Wenn Gott den Menschen so in völliger Entwordenheit und Hingabe sich gänzlich zugewendet und seinen Seelengrund aufgeschlossen findet, neigt sich der Gottesgrund ihm zu und ergießt sich in den ihm offenen und gelassenen Seelengrund, überformt den geschaffenen Seelengrund mit der Fülle seines Lichts und zieht ihn durch diese Überformung in die Ungeschaffenheit des Gottgrundes, so daß der Geist ganz eins mit ihm wird.

Johannes Tauler (ca. 1300 – 1361)

Überall völlige Klarheit

Auf der Suche nach der Wahrheit
ist es nicht nötig,
die Wahrnehmungen aufzugeben
oder den lauteren Geist
jenseits des Sehens und Hörens,
des Fühlens und Erkennens
zu suchen.

Hängt euch an nichts
und verliert euch an nichts,
so dass ihr jenseits von
Festhalten und Verwerfen seid.

Überall ist diese völlige Klarheit,
denn es gibt nichts,
das von dieser Vollkommenheit
ausgeschlossen ist.

Huang Po (um 850)