Sein Herz wie einen Spiegel gebrauchen

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Der höchste Mensch gebraucht sein Herz wie einen Spiegel. Er geht den Dingen nicht nach und geht ihnen nicht entgegen; er spiegelt sie wider, aber hält sie nicht fest. Darum kann er die Welt überwinden und wird nicht verwundet. Er ist nicht der Sklave seines Ruhms;  er hegt nicht Pläne; er gibt sich nicht ab mit den Geschäften; er ist nicht Herr des Erkennens. Er beachtet das Kleinste und ist doch unerschöpflich und weilt jenseits des Ichs. Bis aufs letzte nimmt er entgegen, was der Himmel spendet, und hat doch, als hätte er nichts. Er bleibt demütig.

Dschuang Dsi. Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Aus dem Chinesischen verdeutscht und erläutert von Richard Wilhelm, Jena 1912, S. 59

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Der Spiegel des Herzens

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Der höchste Mensch
gebraucht sein Herz wie einen Spiegel.
Er geht den Dingen nicht nach
und geht ihnen nicht entgegen;
er spiegelt sie wider,
aber hält sie nicht fest.
Darum kann er die Welt überwinden
und wird nicht verwundet.

Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland, Jena 1912, Buch VII, Seite 59

Das Innerste meines Herzens

gedenktafelhelfta Die Gedenktafel erinnert an die großen Mystikerinnen in Helfta, die zum Teil Beginen waren

 

Verwundet hast du mir
das Innerste meines Herzens
durch deines Anblicks Schein
und deine Schönheit.
Geliebter mein, Geliebter mein:
werde ich mit dir nicht vereint sein,
werde ich in Ewigkeit
nicht froh sein können.

Gertrud von Helfta (1256 -1302) in: Drittes Exercitium: Geistliches Brautversprechen und Weihe, Seite 79 (Auszug)