Wissen, was man sagen darf

Es liegt eine echte Wahrheit in dem Witz vom Verrückten in der Zwangsjacke, der den Mystiker fragt:

„Wieso bin ich hier eingesperrt, und du läufst da draußen frei herum?“

Worauf der Mystiker antwortet:

„Weil ich weiß, was ich zu wem sagen darf, und du nicht.“

 

Llewellyn Vaughan-Lee in „Der Liebesbund. Psychologische und spirituelle Aspekte des mystischen Weges. Interlaken 1993, S. 98

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Wer hat ihn geschaut?

Wie kann man erkennen, dass jemand ihn geschaut hat? Wer ihn geschaut hat, besitzt vier Merkmale. Erstens, er hat die Gefühle eines kleinen Jungen; zweitens, er benimmt sich wie ein Unhold; drittens, er ist bewegungslos wie ein Ding; viertens, er verhält sich wie ein Narr. Wer ihn geschaut hat, fühlt sich wie ein kleiner Junge. Er ist jenseits aller festen Verhaltensweisen, er fühlt sich an keine gebunden. Dann macht er keinen Unterschied zwischen Heiligem und Unheiligem – wie ein Unhold. Dann lacht er einmal und weint dann wieder, wie ein Narr; manchmal ist er wie ein Herr gekleidet, kurz darauf läuft er, seine Kleider unterm Arm, nackt umher, wie ein Verrückter. Manchmal sitzt er auch nur stumm da wie ein Ding.

Ramakrishna (1836-1886)