Sichtbar gewordener Atem des Schöpfers

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Alles, was existiert, ist verbunden,
hat ein gemeinsames Ziel, einen gemeinsamen Atem.
Pflanzen, Tiere Felsen und Menschen atmen.
Die Erde atmet.
Erdmutter Natur ist der sichtbar
gewordene Atem des Schöpfers.

John Redtail Freesoul (Cheyenne – Arapahoe – Indianer)

Einen Stern bewegen

Alle Dinge
nah und fern
sind durch eine
unvergängliche Kraft
heimlich miteinander verbunden,
so dass du keine Blume
berühren kannst,
ohne dass dadurch
ein Stern bewegt wird.

Francis Thompson (1859 – 1907)

Einem Hauch verbunden

O ihr Unwissenden,
die körperliche Form
ist nichts,
und dieses Himmelsgewölbe der neun Sphären
ist nichts:
Sei getrost,
denn in der Wohnung von Kommen und Vergehen
sind wir einem Hauch verbunden,
und auch der
ist nichts.

‚Omar Chayyam (1048 – 1131)

Gefunden habe ich dieses Zitat hier:
https://satyamnitya.wordpress.com/2010/12/27/nichts/

Einheitliches Prinzip

Der Mensch muss beginnen, das einheitliche Prinzip des Menschen zu sehen und zu erkennen, dass es keine separaten Menschen oder separaten, getrennten Individuen gibt, sondern dass die gesamte “Idee Mensch” eins ist. Er muss wissen, dass die ganze Menschheit mit jedem anderen Teil der Menschheit verbunden ist, alle zusammengeschweißt durch das eine allgegenwärtige Licht Gottes, das alle als EINS zentriert und alle als EINS hervorruft. Erst wenn der Mensch weiß, dass Trennung von Gott, selbst für eine Sekunde, unmöglich ist, kann er beginnen, wirklich zu wissen.

Walter Russell (1871 -1963)

Unlösbar verbunden

Gott inkarniert sich im Kosmos. Er und seine Inkarnationen sind unlösbar miteinander verbunden. Er ist nicht in seiner Inkarnation, sondern er manifestiert sich als Inkarnation. Er offenbart sich im Baum als Baum, im Tier als Tier, im Menschen als Mensch und im Engel als Engel. Es sind dies also nicht Wesen, neben denen es dann noch einen Gott gäbe, der gleichsam in sie hineinschlüpfte, sondern er ist jedes einzelne dieser Wesen – und ist es auch wieder nicht, da er sich nie in einem von ihnen erschöpft, sondern immer auch alle anderen ist. Eben diese Erfahrung macht der Mystiker. Er erkennt den Kosmos als sinnvolle Manifestation Gottes, während sich manche Menschen dem Kosmos gegenüber verhalten wie Analphabeten gegenüber einem Gedicht: Sie zählen die einzelnen Zeichen und Worte, aber sie sind nicht imstande den Sinn zu verstehen, der dem ganzen Gedicht seine Gestalt gibt.

Willigis Jäger (* 1925)

Ubuntu

Ubuntu – das bedeutet so viel wie Menschlichkeit. Insbesondere meint Ubuntu, dass der Mensch nicht in Isolation leben kann. In dem Wort steckt etwas von Vernetzung. Als Mensch kann man nicht nur für sich leben. Und wenn man diese Gabe, nämlich Ubuntu hat, dann ist man bekannt für seine Großzügigkeit.

Viel zu oft sehen wir uns nur als Individuen, die getrennt voneinander leben. Dabei sind wir alle verbunden und was ein Einzelner tut, betrifft die ganze Welt. Wenn man seine Sache gut macht, dann breitet sich das auf die gesamte Menschheit aus.

Desmond Tutu (*1931)

http://www.kapstadtmagazin.de/was-ist-eigentlich/was-ist-eigentlich-ubuntu/125_22_17348

Siehe auch hier:
http://www.newslichter.de/2013/11/ubuntu-ich-bin-weil-du-bist/

Eine Welle im Ozean

Eine Welle im Ozean scheint in gewisser Hinsicht eine unterscheidbare Identität zu besitzen: Anfang und Ende, Geburt und Tod. Auf andere Weise betrachtet, existiert die Welle nicht wirklich, sondern ist einfach das Verhalten von Wasser, „leer“ von eigenständiger Identität, aber „voll“ von Wasser.

Wenn sie wirklich über die Welle nachdenken, erkennen sie, dass sie von Wind und Wasser zeitweilig hervorgerufen wird und abhängig ist von einer Reihe sich dauernd verändernder Bedingungen. Sie verstehen auch, dass jede Welle mit jeder anderen verbunden ist.

Sogyal Rinpoche (*1948)

Aufbruch in die Zukunft

Ken Wilber klingt in seiner großartigen zeitgenössischen Synthese, „A Brief History of Everything“, wie ein Thomas von Aquin oder ein Bonaventura des Postmodernismus. Er kommt zu dem Schluss: „Alles ist ein Holon.“ – also etwas das einerseits in sich selbst völlig heil und ganz und zugleich Teil eines größeren Ganzen ist. Er zeigt in ausführlicher Weise (s. Sex, Ecology, Spirituality, Shambala, 1995) auf, dass in den Welten der Physik, der Biologie, der Psyche und der Spiritualität alles ein „Holon“ ist. Es ist tatsächlich ein Universum, in dem alles sinnhaft verbunden ist. Und im Bezug auf die Arroganz des Modernismus und den Zynismus der Postmoderne fügt Wilber schlicht hinzu: „Es gibt kein privilegiertes Zeitalter. Morgen sind wir alle dran.“ Er erinnert uns daran, und bestätigt damit die ursprünglich katholische Tradition, dass sogar unsere kurze Lebenszeit ein Holon ist, ein kleines Kettenglied, das zu etwas Größeren gehört. Ein „großer Katholik“ – einer, der die ganze Tradition umfassen kann – würde das den „kosmischen Christus“ nennen, für den es weder eine Institution, noch einen Zeitpunkt, noch irgendeine angemessene Ausdrucksform gibt. Als am Ende von Virgils Aeneis Aeneas das brennende Troja verläßt, trägt er seinen Vater auf den Schultern, hält seinen Sohn an der einen Hand und umklammert mit der anderen seine Götter(statuen). So tragen wir alle, wenn wir in die Zukunft aufbrechen, die Vergangenheit mit uns, und halten dabei das Künftige und unseren Gott in den Händen – oder es wird überhaupt keinen Aufbruch in die Zukunft geben.

Richard Rohr bezieht sich auf eine Idee über Entstehung, Entwicklung und Ordnung des Universums, die schon bei Platon vorhanden war. Unter der Bezeichnung „The Great Chain of Being / Die große Kette der Wesen“ hat sie die westlichen Wissenschaften und Philosophie über weite Strecken entscheidend geprägt. Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://akdach.net/radical-grace-artikel/102-die-grosse-kette-der-wesen