Weder Wurzeln noch Heimat

Die Wolken ziehen durch den Himmel,
Sie haben weder Wurzeln noch Heimat;
genau so auch die Gedanken,
die durch deinen Geist ziehen.
Sobald der Geist
sich selber erkannt hat,
Hört jede Unterscheidung auf.

Tilopa (988 – 1069)

Zur Wahrheit finden

Wenn wir den Geist
nach innen wenden,
erlangen wir Unterscheidungsvermögen.

Durch Unterscheidungsvermögen
finden wir zur Wahrheit.

Sri Ramakrishna (1836 – 1886) 

Das „Kölsche Grundgesetz“ als spiritueller Leitfaden

“Et es wie et es.”
„Es ist, wie es ist“
und meint – Gegenwärtigkeit

“Et kütt wie et kütt.”
„Es kommt, wie es kommt“
und meint – Akzeptanz

  “Et hät noch emmer joot jejange.”
„Es ist noch immer gut gegangen“
und meint: – Vertrauen

  “Wat fott es, es fott.”
„Was weg ist, ist weg“
und meint: – Loslassen

  “Et bliev nix wie et wor.”
„Es bleibt nichts so wie es war“
und meint: – Vergänglichkeit

  “Jede Jeck is anders.”
„Jeder Narr ist anders“
und meint – Vielfalt

    “Wat wells de maache?”
„Was willst du machen?“
und meint – Annehmen

   “Maach et joot, äver nit zo off.”
„Mach es gut, aber nicht zu oft“
und meint – Mittelmaß

“Mer muss au jönne könne.”
„Man muss auch gönnen können“
und meint – Mitgefühl

“Wat soll dä Quatsch?”
„Was soll der Quatsch“
und meint – Unterscheidung

“Do laachs de disch kapott.”
„Da lachst Du Dich kaputt“
und meint – Humor

Gefunden habe ich diese anregende Auflistung, der ich eine „Übersetzung“ hinzugefügt habe, hier:http://vedanta-yoga.de/satsang-talk-das-koelsche-grundgesetz/

Ich bin das Göttliche

Weder Gemüt, Verstand, Ego oder Erinnerung bin ich,
noch Ohr, Zunge, noch Nase, Auge,
noch Raum, Erde, noch Feuer, noch Luft,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Weder das, was als Prana angesehen wird, noch die fünf Körperwinde,
weder die sieben Körperbestandteile, noch die fünf Hüllen um den Atman,
nicht Sprachorgan, Hand, Fuß, nicht Geschlechtsorgan noch Anus,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Zu mir gehören weder Abneigung noch Anhaftung, weder Gier noch Verblendung,
Aufregung ist nicht mein, noch der Zustand des Neids.
Weder Dharma, noch Karriere, noch Genuss, noch Befreiung,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Weder Tugend noch Laster, weder Freude noch Leid,
weder Mantra noch Wallfahrtsort, weder Heilige Schrift noch heiliger Ritus,
ich bin weder das Genießens noch was genossen wird noch der Genießende
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Mein sind nicht Tod, noch Furcht, noch Standesunterschiede,
ich habe weder Vater noch Mutter, noch Geburt,
weder Verwandte noch Freund, weder Guru noch Schüler
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Ich bin ohne Subjekt-Objekt-Unterscheidung, gestaltlosen Wesens,
und aufgrund von Durchdringendheit für die Sinnesorgane überall.
Weder gebunden, noch befreit, noch erfassbar,
aus Bewusstsein und Glückseligkeit bestehe ich,
ich bin das Göttliche, ich bin das Göttliche.

Shankara (etwa 788-820)