Den Mond im fließenden Wasser einfangen

Es ist nicht schwer,
das Bild im Spiegel zu sehen.
Doch unmöglich ist es,
den Mond im fließenden Wasser einzufangen.

Yoka Daishi (7. Jh.)

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Mit uns im Einklang sein

Sobald wir über etwas Bescheid zu wissen glauben, machen wir dadurch einen anderen Verlauf der Dinge unmöglich. Sobald wir nicht mehr aus dem Nichtwissen heraus leben, fixieren wir unsere Situation so,dass wir das unablässige In-Erscheinung-Treten der Dinge und Ereignisse nicht mehr zu erleben vermögen. Die Dinge geschehen aber und nichts bleibt so, wie es ist. Indem wir jedoch Vorstellungen darüber hegen, was unserer Meinung nach geschehen sollte, hindern wir uns daran zu sehen, was tatsächlich geschieht. Uns entrüstet, wenn unsere Erwartungen sich nicht erfüllen. Gelingt es uns hingegen, sie loszulassen, befinden wir uns im Einklang mit dem, was in Erscheinung tritt.

Bernard Glassman (* 1939)

Beim Heilwerden geht es darum…

Beim Heilwerden geht es darum, unsere Herzen zu öffnen, nicht sie zu verschließen. Es geht darum, die Stellen in uns, die Liebe einlassen wollen, weich zu machen.

Heilung ist ein Prozess. Beim Heilwerden schaukeln wir hin und her zwischen den Mißhandlungen der Vergangenheit und der Fülle der Gegenwart und bleiben immer öfter in der Gegenwart. Es ist das Schaukeln, das die Heilung bewirkt, nicht das Stehenbleiben an einer der beiden Stellen.

Der Sinn des Heilwerdens ist nicht für immer glücklich zu werden, das ist unmöglich. Der Sinn der Heilung ist, wach zu sein und (das eigene) Leben zu leben, nicht bei lebendigem Leibe zu sterben. Heilung hängt damit zusammen, gleichzeitig ganz und zerbrochen zu sein.

Geneen Roth

 

Mehr über Geneen Roth hier:

http://www.hayhouse.com/authorbio/geneen-roth

„Her latest book, Women, Food, and God: An Unexpected Path to Almost Everything, is a number one New York Times bestseller.“

Die Wahrheit spiegeln

Das Gemüt klärt sich
von seinen Unreinheiten
und wird klar genug,
die Wahrheit zu spiegeln:
das wahre Selbst.

Das ist unmöglich,
solange das ICH tätig ist
und auf Selbstbehauptung drängt.

Ramana Maharshi (1879 – 1950)

Die Frage verworren, das Leben kurz

Was die Götter angeht,
so ist es mir unmöglich,
zu wissen,
ob sie existieren
oder nicht,
noch, was ihre Gestalt sei.

Die Kräfte,
die mich hindern,
es zu wissen,
sind zahlreich,
und auch ist die Frage verworren
und das menschliche Leben kurz.

Protagoras (5. Jahrhundert v. u.Z.)

Nicht in Worten auszudrücken

Alle Mystiker der Welt haben sich jedesmal außerstande gefühlt, ihre Erfahrung mitzuteilen.  Kommunion ist möglich, aber Kommunikation – nein! Das müßt ihr von grundauf verstehen.

Eine Kommunion ist eine vollkommen andere Dimension: zwei Herzen treffen sich, es ist eine Liebesgeschichte. Kommunikation geht von Kopf zu Kopf; Kommunion geht von Herz zu Herz. Kommunion ist ein Gefühl. Kommunikation ist Wissen: man gibt nur Wörter und man nimmt nur Wörter, nur Wörter werden verstanden. Und Wörter sind ihrer wahren Natur nach so leblos, daß sie nichts Lebendiges vermitteln können.

Das lehrt uns schon das gewöhnliche Leben – ganz zu schweigen also von der höchsten Erfahrung. Schon wenn du unter gewöhnlichen Umständen irgendeinen Höhepunkt erlebst, einen ekstatischen Augenblick, in dem du wirklich etwas fühlst, in dem du wie umgewandelt bist, dann wird es unmöglich, das in Worten auszudrücken.

Osho (1931 – 1990)