Meister Eckhart-Tage in Erfurt

Foto: © wak

Im Juni 2019 finden nach 2013 und 2016 zum dritten Mal die Meister Eckhart Tage  in Erfurt statt. Darauf weist jetzt Pfarrer Holger Kaffka hin. Vom 26. bis 29. Juni gibt es eine Reihe von Veranstaltungen:

Mittwoch, 26.6., 17.30 Uhr, Predigerkirche: Ökumenischer Gottesdienst mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, Jena (Predigt), dem Dominikanerkonvent Hamburg und leitenden Vertreter*innen des Bistums Erfurt und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Donnerstag, 27. 6., 19 Uhr, Predigerkirche: Musikalische Lesung. Unio Mystica – Martina Gedeck liest Meister Eckhart. Musikalisch begleitet vom Ensemble Unio Mystica.

Donnerstag 27.6., 13-18 Uhr, Predigerkloster: Workshop unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Mieth: Geschichten und Legenden um Meister Eckhart

Freitag, 28.6., 9-12 Uhr: Fortsetzung Workshop

Freitag, 28.6., ab 13.30 Uhr, „Auf den Spuren Meister Eckharts im Thüringer Land“. Fahrradtour auf dem zukünftigen Meister Eckhart Weg – Radpilgerweg Thüringen, Teilabschnitt Erfurt – Wangenheim über Hochheim.

Freitag, 28.6., 21-22 Uhr, Barfüßerruine: „Tanz im ewigen Jetzt – ein Experiment um Meister Eckhart“ – Tanztheater Erfurt e.V. in Kooperation mit der Ev. Stadtakademie „Meister Eckhart“ Erfurt

Samstag, 29.6., 10-16.30 Uhr, Predigerkloster: Einkehrtag unter Leitung von Lic. theol. Renate Morawietz zu Meister Eckharts „Traktat von der Abgeschiedenheit“.

Samstag, 29.6., 17.30 Uhr, Predigerkirche Hoher Chor: Ökumenische Vesper, Offiziantin: Dr. Anne Rademacher; Begleitung: Schola mit Mitgliedern der Augustiner-Kantorei unter Leitung von LKMD Dietrich Ehrenwerth.

Samstag, 29.6., 21 Uhr, Barfüßerruine: Tanztheater, wie 28.6.

Die Meister Eckhart Tage sind eine Gemeinschaftsaktion von:

Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier: https://www.meister-eckhart-erfurt.de/meister-eckhart-tage-2019/

 

Vom Lassen zur Gelassenheit

Gelâzenheit“ – oder neuhochdeutsch: Gelassenheit – ist der zentrale Begriff der Eckhartschen Mystik. Als wichtigste Voraussetzung für die Gottesgeburt in der Seele und die Einheit mit Gott, die unio mystica, muss der Mensch gelâzen hân, um schließlich gelâzen zu sîn. Er muss dazu verdinglichte Denk- und Handlungsstrukturen überwinden und alle Weltbindung aufgeben. Er muss sich selbst und die ganze Welt lâzen. Insoweit ist Gelassenheit bei Meister Eckhart als Haltung oder Befindlichkeit das Ergebnis eines Vollzugs.

Meister Eckharts Ausgangspunkt ist das neutestamentliche Lassen, das omnia relinquere, von dem im Evangelium bei der Berufung der ersten Jünger die Rede ist. Hier zeigt sich deutlich die Breite des Verlassenheitsbegriffs. So erscheint er teils negativ (im Stich lassen), teils positiv besetzt (den Neuanfang wagen), teils materiell (Haus und Hof, Dinge lassen), teils personell (den Vater, die Mutter, die Frau, den Mann lassen) und schließlich – in der Mystik Meister Eckharts – spirituell (sich selbst lassen). So gelangt der Mensch über das Lassen zur Gelassenheit.

Josef Bordat in: Gelassenheit. Ein Grundbegriff der Mystik Meister Eckharts. Der komplette Text ist hier zu lesen:
http://sammelpunkt.philo.at:8080/1593/

Gelâzenheit – Meister Eckhart

„Gelâzenheit“ – oder neuhochdeutsch: Gelassenheit – ist der zentrale Begriff der Eckhartschen Mystik. Als wichtigste Voraussetzung für die Gottesgeburt in der Seele und die Einheit mit Gott, die unio mystica, muss der Mensch gelâzen hân, um schließlich gelâzen zu sîn. Er muss dazu verdinglichte Denk- und Handlungsstrukturen überwinden und alle Weltbindung aufgeben. Er muss sich selbst und die ganze Welt lâzen. Insoweit ist Gelassenheit bei Meister Eckhart als Haltung oder Befindlichkeit das Ergebnis eines Vollzugs.

Meister Eckharts Ausgangspunkt ist das neutestamentliche Lassen, das omnia relinquere, von dem im Evangelium bei der Berufung der ersten Jünger die Rede ist. Hier zeigt sich deutlich die Breite des Verlassenheitsbegriffs. So erscheint er teils negativ (im Stich lassen), teils positiv besetzt (den Neuanfang wagen), teils materiell (Haus und Hof, Dinge lassen), teils personell (den Vater, die Mutter, die Frau, den Mann lassen) und schließlich – in der Mystik Meister Eckharts – spirituell (sich selbst lassen). So gelangt der Mensch über das Lassen zur Gelassenheit.

Josef Bordat in: Gelassenheit. Ein Grundbegriff der Mystik Meister Eckharts. Der komplette Text ist hier zu lesen:
http://sammelpunkt.philo.at:8080/1593/