Staunen und Ehrfurcht

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar (*1960)

Mystische Befreiung

„Mystische Befreiung heißt: aus der Umlaufbahn um den Kleinplaneten Ego auszubrechen und die Identität mit der Unendlichkeit des Raumes einzusehen. Um das zu erreichen, haben Mystiker aller Kulturkreise zahlreiche Techniken entwickelt, die je nach Temperament und Beharrlichkeit für den Einzelnen mehr oder weniger geeignet sind. Vier davon seien vorgestellt:

– Fokussierung der Aufmerksamkeit
– Offene Achtsamkeit
– Fokussierung des Denkens
– Zurückweisung des egozentrischen Denkens

Alle vier Methoden werden im Rahmen der Meditation eingesetzt. Zwei davon schulen die Wahrnehmung, zwei nutzen das Denken.“

Diese interessanten Gedanken fand ich hier:

http://www.seele-und-gesundheit.de/spiritualitaet/mystik.html

Unendlicher Spirit

Sei frei in dir selbst und somit frei in deinem Mental, deinem Leben und deinem Körper. Denn der Spirit ist Freiheit.

Sei eins mit Gott und allen Wesen. Lebe in dir selbst und nicht in deinem kleinen Ego. Denn der Spirit ist Einheit.

Sei du selbst und unsterblich. schenke dem Tod nicht deinen Glauben. Der Tod erwartet nicht dich, sondern nur deinen Körper. Denn der Spirit ist Unsterblichkeit.

Unsterblich sein heißt, unendlich zu sein im Sein, im Bewusstsein und in der Seligkeit. Denn der Spirit ist unendlich und alles Endliche existiert nur durch seine Unendlichkeit.

Sri Aurobindo (1872 – 1950)

Weg der Liebe

Der Weg zur Transzendenz ist der Weg der Liebe.
Lieben heißt, sich selbst zu erweitern, sich der Unendlichkeit des Seins zu öffnen, die in uns und um uns herum ist; diese Unendlichkeit des Seins in der Liebe meinen wir, wenn wir von Gott sprechen.
Unser ganzes Sein nimmt dann eine kreative Entwicklung, es erfährt eine Vertiefung der integralen Harmonie von Herz und Verstand.

Bede Griffiths (1906-1993)

Keinen Ort, keine Grenzen, keinen Namen

Bevor diese Welten ins Leben gerufen wurden,
gab es nur Unendlichkeit, und ihr Name war Eins,
in einer so herrlichen und verborgenen Einheit,
dass sogar den Engeln, die Ihm am nächsten standen,
die Kraft zur Erkenntnis der Unendlichkeit fehlte,
und es gibt keinen Verstand, der Ihn erfassen könnte,
denn Er hat keinen Ort, keine Grenzen, keinen Namen.

Aus dem Buch “Ez Chaim”, “Baum des Lebens”, von Ari (Rabbi Isaak Luria, 1534-1572)

Ungetrennt Sein

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar Rauch (*1960)

Gott im Menschen

Zen ist das eigentlich Religiöse in jeder Religion. Es ist das Grundwasser für die Fruchtbarkeit jeglicher mystischer Erfahrung und damit auch eine wundervolle Bestätigung der Wahrheit christlich-jüdischer Tradition mit ihrem Menschenbild als Bild und Gleichnis Gottes und somit als Unendlichkeitswesen.
Es ist geradezu ein Zeugnis dieser Wahrheit: Die unendliche Wirklichkeit, die in größter Wortscheu in jüdisch-christlicher Tradition Gott genannt wird, ist in der menschlichen Natur angelegt.
Besser gesagt: Die menschliche Natur ist auf Gott hin angelegt.

P. Johannes Kopp in: Gebet als Selbstgespräch. Gebet und Koan als Beziehung zu Gott in mir. 2. Auflage Dezember 2014., S. 18/19

Mehr Informationen hier: http://zen-kontemplation.de/links_und_literatur/

Und hier: http://www.leben-aus-der-mitte.de/

Krishnas Flöte

Die Flöte der Unendlichkeit
spielt fort und fort,
und ihr Ton heisst Liebe:

Wenn Liebe alle Grenzen überspringt,
erreicht sie die Wahrheit.

Wie weit sich der Duft verbreitet!
Er verströmt ununterbrochen,
nichts hindert ihn.

Die Gestalt dieser Melodie ist
hell wie eine Million Sonnen;
unvergleichlich tönt die Vina*,
die Vina der Musik der Wahrheit.

(Kabir 1440-1510)

 

* ein Lauteninstrumente aus der klassischen indischen Musik

Das wirkliche Selbst

Ihr Ego ist in der Welt, aber die Welt ist in Ihrem Selbst. Bleiben Sie als Selbst hier und jetzt, und sehen Sie: In Ihrer Wahrnehmung ziehen Wolken vorbei, und das alles sind Sie. Die Sonne scheint in Ihrem Bewusstsein, und das alles sind Sie. Die Vögel fliegen durch Ihren weiten Geist, und das alles sind Sie. Sie – als das wirkliche Selbst – sind nicht im geringsten in der Welt, sondern die Welt fließt durch Sie, in Ihnen, und Sie heißen all das willkommen. In Ihrem Sein entsteht die Welt, und Sie sind voll Leidenschaft und Mitgefühl eins mit jedem ihrer Bewohner, sanft, in einer einzigen Geste, dieses eine Selbst, das nur Sie sind, zeitlos und ewig. Es ist immer so gewesen, und Sie haben es schon immer gewusst. Sie sind das Selbst, hier und jetzt, sind Zeuge, wie die Welt in Ihnen entsteht, strahlend bis in die Unendlichkeit. Das ist immer so gewesen, und Sie haben es immer gewusst. Es ist selbst jetzt so, und selbst jetzt ist es Ihnen bereits bewusst.

Ken Wilber (*1949)

Immer ungetrennt

Wenn wir bereit sind, auf die Stille selbst zu hören
und nicht nur auf das, was in ihr erscheint,
wenn wir uns des unendlichen Raums bewusst bleiben
und nicht nur die Phänomene des Innen und Außen wahrnehmen,
die allesamt vergänglich,
allesamt leer an eigener Substanz sind,
dann stehen wir in Staunen und Ehrfurcht da
und erkennen uns als das,
was immer ungetrennt war von der Unendlichkeit,
von der Liebe,
vom reinen Bewusst-Sein,
von der wahren Natur des Geistes.

Pyar Rauch (*1960)