Tanz: Brücke zwischen Himmel und Erde

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Die Magie des heiligen oder sakralen Tanzes baut eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Wenn man sie sich in einem Flammenkreis vorstellt, versinnbildlicht sie das Dasein, das, wenn aufgehoben, im Leben mündet.
So führt zum Beispiel der Tanz der Derwische in kreisartiger Bewegung von der Peripherie zum Zentrum, also zum Wesen des spirituellen Daseins, in einem Wort: zur Brücke.
Der Tanz überträgt auf seine Weise die geheimnisvollen Werte der Religionen, weshalb man behauptete, er sei göttlichen Ursprungs. Er ist die Sprache des Unbewussten und drückt Werte aus die sich im tiefsten Grunde des Wesens verbergen.
Durch den Tanz offenbart sich die Poesie des Rhythmus, denn die Poesie ist eine Gabe des Lebens. Kriegerisch, kraftvoll, erotisch, mystisch versucht der Tanz auszudrücken, dass Energien auf allen Ebenen des Universums schwingen. Er übermittelt eine Boschaft, die erhebt, weil sie Botschaft der Harmonie ist.

Frédéric Lionel (1908 – 1999)

 

Er macht die innere und äußere Welt zu einer

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Wie könnte ich jemals
das Geheimnis aussprechen?
Wollte ich sagen, dass Er in mir ist,
würde das ganze Universum
den Kopf senken vor Scham.
Wollte ich behaupten, Er sei ausserhalb von mir,
wüsste ich, dass ich lüge.

Er macht die innere und äussere Welt zu einer:
Bewusst und unbewusst sind beide seine Schemel.
Er ist weder manifestiert noch verboren;
er ist weder offenbart noch nichtoffenbart.

Es gibt keine Worte,
die beschreiben könnten,
was er ist.

Kabir (1440-1518)

Brunnen: Erlösung und Reinigung

Brunnen im Garten des Klosters Dalheim     Foto: © wak

Der Brunnen gilt symbolisch  als Zugang zu einer anderen Welt, er ist zugleich Übergang und Grenze zwischen Bewusstsein und Unbewusstem. Im christlichen Kontext bedeutet der Brunnen Erlösung und Reinigung.

Mehr zum Thema Brunnen und seiner Bedeutung ist hier zu finden: http://www.symbolonline.de/index.php?title=Brunnen

Im Herbst Samen ausstreuen

Es gibt einen, nur einen unfehlbaren Geleiter für uns, den Weltgeist, der uns allesamt und jeden einzelnen durchdringt, der jedem das Streben nach dem eingibt, was sein soll; jenen selben Geist, der im Baum gebietet, zur Sonne hin zu wachsen, der in der Blüte gebietet, im Herbst Samen auszustreuen, und der in uns gebietet, uns unbewusst zueinander zu drängen.

Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828–1910) in seiner Erzählung “Luzern”

Buddhas Unschuld

Der Baum der Erkenntnis stellt in Wahrheit den Moment in der Evolution dar, wo der Affe zum Menschen wird – und damit natürlich seine unbewusste Unschuld verliert. Ich erinnere mich, dass Osho einmal in diesem Zusammenhang davon sprach, dass der Weg von der unbewussten Unschuld der Natur zur bewussten Unschuld eines Buddha führe, und dass auf diesem Weg die Erfahrungen von Dunkel, Sünde und Unglück notwendig seien, bis der Kreis sich schließt und man wie Buddha wieder heimkehrt – aber jetzt in einer bewussten Unschuld. Er sagte, auf diese Weise sei Buddhas Unschuld die Unschuld eines gereiften Menschen, eines gewachsenen
Menschen.

Pyar Troll-Rauch (*1960) in: Hütet das Feuer. Jesus als radikalen Weisheitslehrer entdecken. Aurum-Verlag, Seite 13

Alles ist nur EINS

Derjenige, der denkt: ‘Ich bin getrennt’, ‘Du bist getrennt’, ‘Er ist getrennt’, handelt auf eine Art für sich selbst, auf eine andere Art für die anderen. Er kann nicht anders. Aus dem Gedanken: ‘Wir sind alle getrennt voneinander’ erwächst unterschiedliches Handeln verschiedenen Personen gegenüber. Wie kann ein Mensch vom rechten Weg abweichen, der um das Einssein mit den anderen weiss? Solange der Keim des Unterscheidens noch lebendig ist, wird – bewusst oder unbewusst – unterschiedliches Handeln daraus erwachsen. Daher gib es auf, Unterschiede zu sehen. Alles ist nur EINS.

Aus „Ellam Ondre – Alles ist Eins“

Welt-Geist

Es gibt einen, nur einen unfehlbaren Geleiter für uns, den Weltgeist, der uns allesamt und jeden einzelnen durchdringt, der jedem das Streben nach dem eingibt, was sein soll; jenen selben Geist, der im Baum gebietet, zur Sonne hin zu wachsen, der in der Blüte gebietet, im Herbst Samen auszustreuen, und der in uns gebietet, uns unbewusst zueinander zu drängen.

Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828–1910) in seiner Erzählung „Luzern“