Zum Ufer höchster Wirklichkeit weisen

Lama Anagarika Govinda, Religiöse Monumente (Chorten)
von Nenying Gompa, Zentral-Tibet, Pastell

Jeder Teil des Chorten entspricht einer besonderen Stufe auf dem Weg zur Erleuchtung, sodaß das ganze Gebäude zu einem plastischen Mandala (einem mystischen Diagramm) der Meditation wird. Und so wie jede Stufe einer bestimmten Phase in der geistigen Entwicklung des Individuums entspricht, so entsprechen die fundamentalen Formen der Architektur den elementaren Prinzipien des Universums.
Die kubischen Formen der Basis stellen die „Erde“ dar, oder das Prinzip der Trägheit, des Widerstandes, der Unbeweglichkeit und Festheit. Der spährische, topf- oder glockenförmige Mittelteil stellt das Element „Wasser“ dar oder den Aggregatzustand des Flüssigen. Der kegelförmige Aufsatz, der auf einer altarähnichen Struktur ruht, entspricht dem „Feuer“ oder dem Elementarprinzips des Brennens oder der Hitze; und der Schirm über dem Kegel symbolisiert das Element „Luft“ oder den gasförmigen Aggregatzustand, Bewegung (Wind) und Ausdehnungsendenz, während das den Bau krönende Juwel „Äther“ oder das Prinzip der Ausstrahlung darstellt.
Jedes dieser Prinzipien hat sein Gegenstück in den physischen und psychischen Eigenschaften des Menschen. Die Chorten sind somit Monumente des Sieges des Geistes über die Materie; sie sind Leuchttürme des Geistes, die allen denen, die im Ozean von Geburt und Tod umherirren, den Weg zum „anderen Ufer“ weisen, zum Ufer höchster Wirklichkeit.

Bilder aus Indien und Tibet von Lama Anagarika Govinda
Religiöse Monumente (Chorten) von Nenying Gompa, Zentral-Tibet

Der vollständige Beitrag kann hier nachgelesen werden:

Magische Blätter. CIII. Jahrgang, Herbst 2022
Thema: Naturphilosophie

Herausgeber: Verlag Magische Blätter, Ronnenberg
Schriftleitung: Organisation zur Umwandlung des Kinos

https://verlagmagischeblaetter.eu/publikationsreihe/monatsschrift-magische-bl%C3%A4tter

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Muscheln im Meer unseres Herzens

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Göttliche Erleuchtungsstunden sind Muscheln,
die im Meere unseres Herzens liegen,
der Morgen der Auferstehung
wirft sie ans Ufer
und sie springen auf.

Husain al Halladsch (+ 921 u.Z.)

Obgleich’s bei Nacht ist

Im Lied vom Urquell singt die Seele wieder von etwas, was sie selbst im Innersten bewegt, wie in der „Dunklen Nacht“ und in der „Liebesflamme“. Aber was sie bewegt, ist nicht wie dort ihr eigenes Geschick, sondern das innerste Leben der Gottheit, wie es ihr der Glaube offenbart: der ewige flutende Quell, dem alle Wesen entstammen, der ihnen allen Licht und Leben spendet; der aus sich seinen ihm gleichen Strom gebiert und mit dem zweiten gemeinsam einen dritten von gleicher Fülle hervorbringt. Das Lied, das von diesen Wahrheiten singt, ist durchaus keine „Gedankendichtung“. Es „singt“ wirklich, in reinsten musikalischen Klängen. Die Glaubenslehre ist darin fließendes Leben geworden: das ewige Meer wogt in ruhigem Wellenschlag in der Seele und singt sein Lied darin. Und jedesmal, wenn es an das Ufer schlägt, gibt es einen dunklen Widerhall: „Aunque es de noche“ („Obgleich’s bei Nacht ist“). Die Seele ist begrenzt – sie kann das unendliche Meer nicht fassen. Ihr Geistesauge ist dem himmlischen Licht nicht angepaßt – es erscheint ihr als Dunkel. Und so lebt sie mitten in der Vereinigung mit dem Dreieinigen, selbst im Genuß des Lebensbrotes, worin Er sich ihr mitteilt, ein Leben der Sehnsucht: „Porque es de noche“ („weil es bei Nacht ist“). Das Wesen der dunklen Beschauung ist in diesen Versen ausgesprochen.

Edith Stein / Sr. Teresia Benedicta a Cruce (1891 – 1942) in: Kreuzeswissenschaft – Studie über Johannes vom Kreuz

Zu welchem Ufer willst du gelangen mein Herz?

Foto: © wak

 

Zu welchem Ufer
willst du gelangen, mein Herz?
Es gibt keinen Weg
und niemand, der dir vorangeht.
was heißt schon Kommen und Gehen?
An jenem Ufer
kein Boot und kein Fährmann
das Boot zu verankern.
Da gibt es weder Himmel noch Erde,
weder Zeit noch irgendein Ding,
kein Ufer und keine Küste.
Bedenke es wohl, mein Herz!
Gehe nicht anderswohin.

Kabir (1440 – 1518)

Ufer der Zugehörigkeit

Foto: © wak

Wenn die Flammen des Leidens uns verbrennen, leiden wir nicht nur für uns selbst. Obwohl wir uns wie ein Niemand fühlen und eingesperrt im grauen Nichts eingeschlossen sind, waren wir der menschlichen Intimität, so absurd es auch erscheinen mag, vielleicht niemals so nahe wie jetzt. Wenn wir die Kraft empfangen, am Ort des Leidens mutig auszuhalten, vermitteln wir anderen die Gaben, die zur Heilung ihrer Qual beitragen. Durch den Nebel der Verlassenheit zeichnet sich ein neues Ufer der Zugehörigkeit ab.

John O’Donohue (1956 – 2008) in: Echo der Seele. Von der Sehnsucht nach Geborgenheit

Der Abdruck des Herzens schwebt im Raum

Foto: © wak

Die durch das Geistfeuer gebildeten Gestalten
sind nur leere Farben und Formen.
Das Licht des Wesens
strahlt zurück auf das Ursprüngliche, Wahre.
Der Abdruck des Herzens
schwebt im Raum, rein scheint das Mondlicht.
Der Lebenskahn ist am Ufer angelangt,
hell strahlt der Sonnenschein.

Liu Hua Yang: Das Buch von Bewusstsein und Leben

Es ist Zeit, Deine Weisheit auszusprechen

Ihr habt den Leuten gesagt, dass jetzt die elfte Stunde ist. Geht nun zu ihnen zurück und sagt ihnen, dass jetzt die Stunde ist. Und dass es Einiges gibt, über das nachgedacht werden muss.

Wo lebst Du?

Was tust Du?

Mit wem bist Du verwandt?

Stehst Du in einer richtigen Beziehung?

Wo ist Dein Wasser?

Es ist Zeit, Deine Weisheit auszusprechen.
Erschaffe Deine Wahrheit.
Behandelt Euch gegenseitig gut.
Suche keinen Führer außerhalb von Dir.
Das kann eine gute Zeit werden!

Es gibt einen Fluss, der sich jetzt stark beschleunigt. Er ist so gross und schnell, dass viele sich fürchten. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden das Gefühl haben, auseinandergerissen zu werden und stark leiden. Wisst, dass der Fluss seine Bestimmung hat. Wir müssen das Ufer loslassen und uns in die Mitte des Flusses abstossen. Haltet euren Kopf über dem Wasser und die Augen offen. Schaut wer um und mit euch ist und feiert. In diesem Moment der Geschichte sind wir aufgefordert, nichts persönlich zu nehmen vor allem nicht uns selbst. Denn wenn wir das tun, stoppt unser spirituelles Wachstum und unsere Reise.

Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Versammelt euch! Streicht das Wort Kampf aus eurer Einstellung und eurem Wortschatz. Alles was wir jetzt tun, muss auf heilige feierliche Weise geschehen.

Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.

Oraibi-Älteste; Hopi Nation 2001 (Arizona)

Erschaffe Deine Wahrheit

Ihr habt den Leuten gesagt, dass jetzt die elfte Stunde ist. Geht nun zu ihnen zurück und sagt ihnen, dass jetzt die Stunde ist. Und dass es Einiges gibt, über das nachgedacht werden muss.

Wo lebst Du?

Was tust Du?

Mit wem bist Du verwandt?

Stehst Du in einer richtigen Beziehung?

Wo ist Dein Wasser?

Es ist Zeit, Deine Weisheit auszusprechen.
Erschaffe Deine Wahrheit.
Behandelt Euch gegenseitig gut.
Suche keinen Führer außerhalb von Dir.
Das kann eine gute Zeit werden!

Es gibt einen Fluss, der sich jetzt stark beschleunigt. Er ist so gross und schnell, dass viele sich fürchten. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden das Gefühl haben, auseinandergerissen zu werden und stark leiden. Wisst, dass der Fluss seine Bestimmung hat. Wir müssen das Ufer loslassen und uns in die Mitte des Flusses abstossen. Haltet euren Kopf über dem Wasser und die Augen offen. Schaut wer um und mit euch ist und feiert. In diesem Moment der Geschichte sind wir aufgefordert, nichts persönlich zu nehmen vor allem nicht uns selbst. Denn wenn wir das tun, stoppt unser spirituelles Wachstum und unsere Reise.

Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Versammelt euch! Streicht das Wort Kampf aus eurer Einstellung und eurem Wortschatz. Alles was wir jetzt tun, muss auf heilige feierliche Weise geschehen.

Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.

Oraibi-Älteste; Hopi Nation 2001 (Arizona)

In der Einsicht üben

Bodhisattvas,
die sich in der Einsicht üben,
die uns an das andere Ufer bringt,
sehen keine Hindernisse
mehr in ihrem Geist,
und weil es keine Hindernisse mehr
in ihrem Geist gibt,
können sie alle Angst überwinden,
alle falschen Wahrnehmungen vernichten
und vollkommenes Nirvana verwirklichen.

Thich Nhat Hanh (*1926) in seiner Neuübersetzung des Herz-Sutra

Den ganzen Text gibt es hier:

http://blog.gal-bayern.de/wp-content/uploads/2014/09/Heart-sutra-final-1-Thays-version-deutsch1.pdf

Das kann eine gute Zeit werden!

Ihr habt den Leuten gesagt, dass jetzt die elfte Stunde ist. Geht nun zu ihnen zurück und sagt ihnen, dass jetzt die Stunde ist. Und dass es Einiges gibt, über das nachgedacht werden muss.

Wo lebst Du?

Was tust Du?

Mit wem bist Du verwandt?

Stehst Du in einer richtigen Beziehung?

Wo ist Dein Wasser?

Es ist Zeit, Deine Weisheit auszusprechen.
Erschaffe Deine Wahrheit.
Behandelt Euch gegenseitig gut.
Suche keinen Führer außerhalb von Dir.
Das kann eine gute Zeit werden!

Es gibt einen Fluss, der sich jetzt stark beschleunigt. Er ist so gross und schnell, dass viele sich fürchten. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden das Gefühl haben, auseinandergerissen zu werden und stark leiden. Wisst, dass der Fluss seine Bestimmung hat. Wir müssen das Ufer loslassen und uns in die Mitte des Flusses abstossen. Haltet euren Kopf über dem Wasser und die Augen offen. Schaut wer um und mit euch ist und feiert. In diesem Moment der Geschichte sind wir aufgefordert, nichts persönlich zu nehmen vor allem nicht uns selbst. Denn wenn wir das tun, stoppt unser spirituelles Wachstum und unsere Reise.

Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Versammelt euch! Streicht das Wort Kampf aus eurer Einstellung und eurem Wortschatz. Alles was wir jetzt tun, muss auf heilige feierliche Weise geschehen.

Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.

Oraibi-Älteste; Hopi Nation 2001 (Arizona)