Brücke zum Unsichtbaren

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Worauf es mir in meiner Arbeit vor allem ankommt, ist die Idealität, die sich hinter der scheinbaren Realität befindet. Ich suche aus der gegebenen Gegenwart die Brücke zum Unsichtbaren – ähnlich wie ein berühmter Kabbalist es einmal gesagt hat: „Willst du das Unsichtbare fassen, dringe, so tief du kannst, ein – in das Sichtbare.“ Es handelt sich für mich immer wieder darum, die Magie der Realität zu erfassen und diese Realität in Malerei zu übersetzen. – Das Unsichtbare sichtbar machen durch die Realität. – Das mag vielleicht paradox klingen – es ist aber wirklich die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet! Raum – Raum – und nochmals Raum – die unendliche Gottheit, die uns umgibt und in der wir selber sind. Dies suche ich zu gestalten durch Malerei.

Max Beckmann, 1938 in seinem Vortrag „Über meine Malerei“ in den Londoner New Burlington Galleries

Nachzulesen in „Magischen Blätter“, Juni 2020, S. 261 – 262

HEFT 5  |  Juni 2020: TITELTHEMA: DIE MALEREI DES JAKOB-BÖHME-BUNDES

Mehr hier: verlagmagischeblaetter.eu

Erlebnis der Ruhe und Erfüllung

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Die so genannte mystische Erfahrung ist etwas gänzlich Unbeschreibliches. Schon das Etikett Mystik wird dieser Dimension von Erfahrung nicht gerecht. Man tritt aus dem Gegebenen und Vorhandenen völlig heraus und hat ein Erlebnis der Ruhe und Erfüllung und des Stimmens, das man nur nachträglich in die Sprache einer Ideologie oder Religion übersetzen kann.

Paul Watzlawik (1921 – 2007) In: Bernhard Pörksen (Hrsg.) Die Gewissheit der Ungewissheit, Heidelberg 2001, S. 231