Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor

Foto: © wak

Ein Tropfen, der aus einer Regenwolke fiel,
Erschrak vor der Weite der See:
Wer bin ich in der Unermesslichkeit des Ozeans?
Wenn ER ist, dann bin ich in Wahrheit nicht!
Während er sich mit den Augen der Verachtung betrachtete,
Nährte ihn eine Muschel in ihrem Schoß.

Der Himmel lenkte die Geschicke so,
Dass eine berühmte, eine königliche Perle heranwuchs:
Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor
Und klopfte an die Tür des Nichts:
Bis das Sein heraustrat.

Idries Shah (1924-1996)

 

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Der Schatz den ich fand…

Foto: © wak

Der Schatz den ich fand,
kann nicht mit Worten beschrieben werden.
Der Geist kann ihn nicht fassen.
Mein Geist fiel wie ein Hagelkorn in die riesige Weite des Bewusstseins.
Als ich einen Tropfen davon berührte,
schmolz ich hinweg und wurde eins mit dem Absoluten.
Und selbst nun, da ich zum menschlichen Bewusstsein zurückkehre,
sehe ich nichts, höre ich nichts, das nicht göttlich ist.
Ich weiss, dass nichts von mir verschieden ist.

Shankaracharya / Adi Shankara (788-820)

Gefunden habe ich dieses Zitat hier:
https://mystikaktuell.wordpress.com/2018/01/24/grundlegende-gutheit-innere-freude-buchtipp-v/

Die Weisheit kommt zu uns

Wer lernt,
muss leiden.
Und selbst im Schlaf
fällt unvergessener Schmerz,
Tropfen für Tropfen
auf das Herz.

Und ganz und gar
gegen unseren Willen
kommt die Weisheit,
kommt zu uns
durch die schreckliche
Gnade Gottes.

Aischylos (525-456 v.u.Z.)

Gegen unseren Willen kommt die Weisheit zu uns

Wer lernt, muss leiden.
und selbst im Schlaf
fällt unvergessener Schmerz,
Tropfen für Tropfen
auf das Herz.
Und ganz und gar
gegen unseren Willen
kommt die Weisheit,
kommt zu uns,
durch die schreckliche Gnade Gottes.

Aischylos (525 – 456 v.u.Z.)

An die Tür des Nichts geklopft

Ein Tropfen, der aus einer Regenwolke fiel,
Erschrak vor der Weite der See:
Wer bin ich in der Unermesslichkeit des Ozeans?
Wenn ER ist, dann bin ich in Wahrheit nicht!
Während er sich mit den Augen der Verachtung betrachtete,
Nährte ihn eine Muschel in ihrem Schoß.

Der Himmel lenkte die Geschicke so,
Dass eine berühmte, eine königliche Perle heranwuchs:
Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor
Und klopfte an die Tür des Nichts:
Bis das Sein heraustrat.

Idries Shah (1924-1996)

Der Tropfen und das Weltmeer

Der Tropfen hat ob seiner Trennung vom Weltmeer geklagt,
Drauf hat lächelnd das Weltmeer zum Tropfen gesagt:
Wir sind Eins in der Gottheit, in Wahrheit untrennbar,
Was zu trennen uns scheint, ist ein Punkt kaum erkennbar.

Omar Chayyam (1048 – 1131)